Gibt es hier zu viele Hausfrauen, haben die Menschen zu viel Zeit oder sind sie einfach blöd? Kann ja nicht sein, dass es für industriellen Obstsalat hier (in Berlin!) keinen Markt gibt… Die Briten können nicht vieles gut, aber darin sind sie uns 10 Jahre voraus.

Tesco Metro Tottenham Court Road
Tesco Metro Tottenham Court Road: "We have done all the hard work so you don't have to" – Industrie-Obstsalat im Kühlregal.

In meiner England-Zeit beschränkten sich meine Essgewohnheiten nicht nur auf Sandwiches. Es war zumindest in der Londoner Innenstadt auch immer ein Leichtes, zum Beispiel frisch gemachte Nudelsuppe oder Sushi zu erwerben, also halbwegs gesundes und gleichzeitig schnelles und preiswertes Essen.

Besonders gut gefallen hat mir aber das Chicken Tikka von Sainsbury’s, das in großen Plastikboxen mit Reis für etwa £3.50 angeboten wurde. Das wurde warm verkauft und konnte sofort gegessen werden. Auch Chicken Jalfrezi, Chili con Carne und Vegetable Masala gab es. War auch alles angenehm scharf.

Nun bin ich ja schon seit mehr als einem halben Jahr in Deutschland, und meine Hoffnung war ja immer: „Was Sainsbury’s kann, kann Ullrich am Zoo schon lange.“ Also war ich neulich dort und habe mir wagemutig die Gänsebrust mit Rotkohl und Kartoffeln für 7 Euro zum Mitnehmen gekauft, in einer schicken Alu-Verpackung.

Die Gänsebrust war aber eine eher trockene Angelegenheit und die Kartoffeln mit Soße schmeckten ziemlich langweilig. Es wirkte wie ein mäßiges Kantinenessen, das nicht einmal das Junk-Food-Flair des Sainsbury’s Chili con carne hatte…

Es gibt viele Dinge, die ich am britischen Alltagsleben bewundere. Das Gesundheitssystem, der berühmte NHS, gehört allerdings eher nicht dazu.

Wie der Newark Advertiser berichtete, fuhr ein Krankenhaustransportwagen bei einer 65-jährigen Witwe aus Newark (Nottinghamshire) vor, um ihren vor vier Jahren an Lungenkrebs verstorbenen Mann zu einem Arzttermin abzuholen. Sie und ihre vier Kinder sind darüber äußerst geschockt.

Der East Midlands Ambulance Service hat inzwischen eine Untersuchung angeordnet, um den Grund für diese Verwechslung aufzuklären, denn der Verstorbene war nie Patient bei der Arztpraxis, zu der er gefahren werden sollte.

Quelle: http://www.newarkadvertiser.co.uk/articles/news/Widows-fury-over-mix-up

Das erinnert mich irgendwie an einen alten DDR-Witz:
„Ihren Trabant können Sie dann morgen in 10 Jahren abholen.“
„Soll ich vormittags oder nachmittags kommen?“
„Das ist egal.“
„Vormittags wär halt schlecht, weil da der Klempner kommt.“