Je nach Institut gibt es verschiedene Anforderungen und Funktionalitäten für den basic bank account. Einige wollen das Original des Reisepasses per Post eingesendet bekommen, wovon ich nur dringend abraten kann. Andere wollen eine beglaubigte Übersetzung fremdsprachiger Dokumente. Einige Institute stellen nur eine einfache Debitkarte aus, andere eine voll funktionstüchtige mit kontaktlos und Apple Pay. Vergleich macht reich!

Man muss definitiv Geduld haben – ein Eröffnungsprozess kann mit etwas Pech etwa wie folgt aussehen:

19. September 2016: Antrag online ausgefüllt und gleichtägig zur Post gebracht.
28. September: Benachrichtigung der Bank trifft ein, dass der Antrag erhalten wurde und man sich zurückmelden werde.
5. Oktober: E-Mail: „Thanks for your interest in a *** current account. Your request has progressed to the next stage, and you will receive a letter explaining the next steps.“
8. Oktober: Die Postlaufzeiten von UK ins europäische Ausland betragen meist 3-4 Tage. Eine Einladung war dementsprechend nun im Briefkasten mit einer Frist zur persönlichen Vorstellung in einer Filiale bis 30. November 2016.
4. November: Erste Identifikation in einer Filiale. Scans von Reisepass und Proof of address wurden gemacht.
Ende November: Da bisher nichts ankam, Telefonat mit Head Office. Es stellt sich heraus: der passport scan sei really blurry und die Nummer passe nicht zu der auf dem Antrag angegebenen (die zur National ID gehöre), ich solle bitte nochmals kommen.
5. Dezember: Morgens neue Identifikation in einer Filiale mit National ID und Passport und Proof of Address. Der Banker war anfangs skeptisch, da die Frist ja abgelaufen sei, nach Erläuterung des vorherigen Ablaufs und Telefonats machte man aber eine Ausnahme. Nachmittags Anruf vom Head Office, dem der neue Identifikationsversuch noch nicht klar war, dem ich die Situation aber erklären konnte.
8. Dezember: E-Mail mit Hinweis auf ein neu eingerichtetes Konto, mit Kontonummer und Kundennummer. Debitkarte und Zugangsdaten zum Onlinebanking sollen folgen.
9. Dezember: Erste Überweisung auf das neue Konto über einen Überweisungsdienst
10. Januar 2017: Mail mit Benachrichtigung für den ersten Kontoauszug online kam, jedoch bisher noch keine Karte oder Zugangsdaten. Anruf bei Institut – „Sie sind ja gar nicht für Online-Banking angemeldet, ich werde Ihnen einen Kartenleser und Login-Daten zukommen lassen“
Mir wurde die Wahl gelassen, ob ich die Karte sperren lassen will, die kommen in Batches heraus und es war Weihnachten. Entscheidung: Karte nicht sperren, noch 2-3 Tage warten.
16. Januar: Das wird nix mehr. Also nochmals angerufen. Es stellt sich heraus, dass die ausländische Adresse irrtümlich als BFPO (British Forces Post Office) eingepflegt wurde. Kein Wunder, dass das nicht ankommt! Es handelte sich jedoch um eine Privatadresse und niemals wurde etwas anderes bei der Antragstellung angegeben.
18. Januar: Abends ein entgangener Anruf aus ***, was auch immer sein soll. Was wichtig ist, kommt zweimal? Bisher nichts.
20. Januar: Karte da! Einrichtung von Android Pay (Kartennummer eingeben plus Bestätigungs-E-Mail) funktionierte sogleich.
21. Januar: Erste Bezahlung mit Android Pay – erfolgreich! Nur Kartenleser und Online-Banking-Brief lassen immer noch auf sich warten.
25. Januar: Ein Brief mit Warnung, dass verdächtige Transaktionen (wie sich am Telefon herausstellt: Google Services & Revolut) entdeckt wurden und der Karteneinsatz eingeschränkt wurde. Nochmals angerufen in ***, nachgehakt. Der Kartenleser sei wohl am 23. Januar verschickt worden, er müsste also in Kürze ankommen. Man werde auch noch der Sicherheit halber einen weiteren PIN-Brief auf den Weg bringen.
28. Januar: Es treffen PIN-Brief und Kartenleser (letzter in einer zerdrückten Pappschachtel, die von der Post in einen Plastikbeutel umgefüllt wurde) ein. Paym eingerichtet, Online-Banking eingerichtet, mit der Karte (gesteckt) erstmalig im Handel bezahlt.

Es hat 4 Monate gedauert, bis dieses Basiskonto endlich zum Laufen gebracht wurde.

Meine Reise zu einem britischen GirokontoMy journey to a British current accountMoja podróż do rachunku bankowego w UK

Wie ihr wisst, bin ich dem Inselvolk emotional sehr verbunden. Öfter kommt es vor, dass ich dorthin reise und gelegentlich erhalte ich Reisekosten per Überweisung erstattet. Es gibt drei Arten von Inlands-Überweisungen in Großbritannien, die in britischen Pfund durchgeführt werden: BACS (dauert 3-4 Werktage), CHAPS (die traditionelle Eilüberweisung – schnell, aber teuer), und Faster Payments (heute kostengünstiger und schneller Standard).

Diese gehen natürlich nur an britische Konten. Eine britische IBAN sieht üblicherweise so aus:
GBcc BBBB ssss ssaa aaaa aa
wobei cc für die Prüfziffern steht, BBBB für die ersten vier Stellen der BIC (z.B. BARC, MIDL, NWBK), ssssss für den Sort Code (die Bankleitzahl) und aaaaaaaa für die immer achtstellige Kontonummer (Account Number).

Fremdwährungskonten mit andersländischer IBAN (z.B. PL oder MT) sind zwar relativ einfach zu bekommen. Allerdings wegen der fehlenden Anbindung an BACS und Faster Payments ist man auf die gebührenpflichtige SWIFT-Überweisung angewiesen, was Business in UK stark erschwert. Und um die Eröffnung eines britischen Bankkontos als Nichtansässiger (non-resident) ranken sich viele Mythen. Dieser Artikel tritt dem entgegen.

Es gibt eine schnelle, jedoch ab dem 2. Monat kostenpflichtige Lösung, als EU-Einwohner ein Pfund-Konto mit GB-IBAN online zu eröffnen: Monese. Es deckt den ersten Bedarf mit Debitkarte und ein- und ausgehendem Inlandsüberweisungsverkehr gut ab. Das Konto leidet aber an gewissen Schwächen, u.a. fehlender Unterstützung von Lastschriften (Direct Debit).

Als Kunde der Fidor Bank Deutschland war meine erste Anlaufstelle Fidor UK. Große Enttäuschung! Die Konten der Fidor UK haben derzeit (Stand 2016) keine eigene IBAN. Es muss auf ein Sammelkonto bei der Voice Commerce Ltd überwiesen werden und die Identifikation erfolgt über den Verwendungszweck.

Während bei Fidor DE jeder ein Konto bekommt, sofern er bereit ist, für die Identifikation per PostIdent nach Deutschland zu reisen, ist dies bei Fidor UK nicht der Fall.

Es handelt sich hierbei um eine geschäftspolitische Entscheidung, zumal der Vertragspartner auch für die britischen Kunden die Fidor Bank AG München ist. So viel zum Thema „Community Banking“ – wer eine individuelle Lösung jenseits der üblichen Geschäftsvorfälle sucht, wird sie dort eher nicht finden.

UniCredit und BNP Paribas/Consorsbank haben keine Beteiligungen in UK, welche Verbrauchern Spareinlagen oder Konsumentenkredite anbieten könnten.

Eine Anfrage per Mail an Santander Deutschland, ob man einem Kunden mit stets problemloser Kontoführung bei einer Kontoeröffnung bei Santander UK behilflich sein könne, wurde nicht beantwortet. In einer Filiale in Deutschland (Berlin-Mitte, Leipziger Straße) wurde die Auskunft erteilt, man müsse sich direkt an Santander UK wenden, ein anderer Kunde habe das UK-Konto online erfolgreich eröffnen können. Dies war jedoch nicht möglich. In einer Filiale in UK wurde die Auskunft erteilt, dass ein Nachweis einer britischen Adresse (proof of address) erforderlich sei.

Der proof of address ist üblicherweise ein Kontoauszug oder eine Kreditkartenabrechnung der (bisherigen) Hausbank, eine Strom- oder Gasrechnung, eine Festnetztelefonrechnung, ein Gemeindesteuerbescheid (council tax bill) oder Einkommenssteuerbescheid von der inländischen Steuerbehörde HMRC.

Gelegentlich gehen Mietvertrag, Empfehlungsschreiben von Hochschule oder Arbeitgeber, Post von NHS oder National Insurance. Hier kommt es auf die einzelne Bank an! Insbesondere Filialbanken bestehen auf Originale und nehmen keine Online-Ausdrucke an.

Gleiches Bild bei NatWest UK, TSB Bank UK und bei Metro Bank (wobei das Basiskonto der Metro Bank stark eingeschränkt ist, andererseits wäre es mit einer Kurzzeitadresse und entsprechendem Timing wohl zu eröffnen gewesen). Halifax und Lloyds Bank verwiesen hingegen darauf, dass man online einen Termin vereinbaren solle, da keiner im Hause sei, der dieses Anliegen bearbeiten könne. HSBC hatte freundliches Personal, dieses nahm den Antrag auf ein Basiskonto zwar (zur Weiterleitung an eine übergeordnete Stelle) an und akzeptierte einen deutschen Proof of address. Ich hörte aber nie wieder von ihnen, vermutlich landete der Antrag umgehend in der Rundablage.

Als Geheimtipp in Foren wie MoneySavingExpert werden für solche Fälle Auslandsbanken gehandelt. Eine Suche im Sort Code Finder ergab zwar, dass die Landesbank Berlin auch eine UK-Niederlassung hat. Diese ist jedoch schon seit mehreren Jahren im Rahmen des Rückbaus der Landesbank hin zu einer regionalen Sparkasse geschlossen.
Eine Anfrage per E-Mail bei BEA UK blieb, genauso wie bei Bank of Baroda UK, unbeantwortet. Turkish Bank UK bietet zwar Nichtansässigenkonten auf der Website an und wirbt auch für Überweisungen in polnischen Zloty. Die Hotline sagte aber, dass ein Bezug zur Türkei oder Zypern vorliegen müsse. Eine polnische oder auch eine deutsche Adresse genüge nicht. Bank of Cyprus UK bietet Nichtansässigenkonten nur für Zyprer an. Punjab International Bank UK hat zwar Kontoeröffnungsmaterialien für Nichtansässige, verwies aber in der Filiale ebenfalls darauf, dass der Nachweis eines Wohnsitzes in Großbritannien erwartet werde.

Es werden auch dem ehrlichsten Kunden, der ein Girokonto sucht, aber kein attraktives Folgegeschäft (z.B. Hausfinanzierung, Altersvorsorge) verspricht, immer Steine in den Weg gelegt!

Mit rechtlichen Einschränkungen oder Bonitätsbedenken hat die bisherige Weigerung der Institute kaum zu tun, denn diese würden der Eröffnung eines Guthabenkontos an sich nicht im Wege stehen. Auch wenn jemand bereit war, eine gewisse größere Mindesteinlage zu leisten, konnte ein Konto eröffnen. Teilweise wurde man auf die Offshore-Filialen der großen Institute verwiesen.

Doch seit dem 18. September 2016 ist die Zahlungskontenrichtlinie 2014/92/EU durch die Mitgliedsstaaten umzusetzen. Großbritannien gehört auch dazu und hat dies mit einer Verordnung von 2015 getan. Viele Institute haben nunmehr Anleitungen zur Beantragung außerhalb des UK online gestellt. Es gilt, Konditionen und Verfahren zu vergleichen.

(To be continued)

Eight reasons why life in the UK is more fun than Leben in Deutschland.

The food – The public transport – The media – The strong economy – The financial system – The efficiency – The safety and security procedures – The tolerant attitude

Tesco Metro London Hammersmith, 2014. An excellent selection of ready meals.
Tesco Metro London Hammersmith, 2014. An excellent selection of ready meals.
The food.
Food in the UK was bland and dull in the era of post-war rationing and even until the early 1980s, when Thatcher’s big bang liberalisation increased migration from abroad, with a few gourmets washing up on British shores, bringing with them some very high expectations. Today, the UK and especially London has become a foodie heaven rivalling the likes of Italy, Spain and Greece, not so much for its domestic heritage (although the still ubiquitous pubs are excellent for some after-work team building and socialising among colleagues) but for its exciting blend of international influences.

Elizabeth Truss MP has rightly stated in a press release on the Great British Food Campaign that „The UK has emerged from a dark age in food where too often taste and quality were ignored. We are now transforming ourselves and taking our place as one of the most exciting food cultures in the world – a unique blend of tradition, innovation and openness.

Berries with Display Until date in a Tesco supermarket in London, 2014.
Berries with Display Until date in a Tesco supermarket in London, 2014.
This is not restricted to London, as supermarkets in the regions also have adapted the wide variety, and innovative and efficient means of provision. Fruits such as berries are stored improperly in German supermarkets (and are often starting to rot or turn moldy before sold or removed from the shelf) and do not have a display until or best before date on the packaging, making it very difficult for the customer to assess the quality.

It may be a late result of the „mad cow“ crisis and other issues with food safety in Britain, but shops as well as restaurants and fast food establishments are very strictly scrutinised in the UK, with official food hygiene ratings published online and even displayed on doors. In fact, Welsh law explicitly requires publicans and restaurateurs to display official food rating stickers on their premises, whereas in England many do so voluntarily. Similar schemes in Germany were limited to field tests and discontinued due to a strong backlash from the industry.

No air conditioning in Berlin's Underground fleet - at all. Simmer (or shiver) like it's 1959!
No air conditioning in Berlin’s Underground fleet – at all. Simmer (or shiver) like it’s 1959!
The public transport.
In Germany, public transport is firstly a rather inefficient instrument of local governments to employ people and secondly a means to convey the „five big As“ (Arme, Alte, Auszubildende, Asylbewerber, Arbeitslose = the poor, the elderly, the apprentices/students, the asylum seekers and the unemployed). Standards are fairly low, with air conditioning still considered unnecessary whereas UK transportation companies are willing to adopt and, even more important, adapt new technologies in much more challenging environments.

Quite ironically, Germans that have not travelled much tend to look down on Britain as a country with crumbling infrastructure that is mentally stuck in former Empire days. Hans-Werner Franz, the former President of the Berlin-Brandenburg Passenger Transport Executive (VBB), disagrees: „German public transport used to be leading in Europe. Nowadays, others are ahead of us.“ It is probably the other way around now as opposed to the 1980s! And it’s not only London – Szczecin in Poland has WiFi in trams and so does Manchester in England on its Metrolink services, of course.

The media.
German media is rather bland, very much dominated by centre-left attitudes (just like the country’s political culture itself that could be described as „normcore“) and the intent not to cause any offence to no one. In Britain, however, roles are very much clear-cut, with the Torygraph, pardon, Telegraph living as much up to the expectations of the general public as the Guardian or Private Eye. Except for the Sunday night Tatort, public TV broadcasters are not even taken seriously by many Germans themselves, with the political magazines hopping on any governmentally promoted moral panic.

At a whopping 52.50 Euros per flat every three months, TV fees in Germany (a thinly disguised form of poll tax) are as high as hardly anywhere else in the world, with the potential exception of Switzerland where people earn substantially more. Compare this with the likes of Benefits Street, How to get a Council House, First Dates or The Only Way Is Essex in Blighty. It may not be the brainiest stuff on Earth but it’s still perfect for a good laugh!

The strong economy.
It hasn’t always been like this, as the UK economy was in a fairly poor condition in the 1980s („A similar thing happened with British people in the early 1980s, when unemployment was high and a lot of UK manual workers went to Germany to look for work. This was depicted in the original ITV series of Auf Weidersehen Pet.„). But the British have been able to reinvent themselves quite a few times in the last decades. The „can do“ attitude of regulatory bodies as well as the established economic heavyweights has not only proven itself in the flourishing financial technology (fintech) sector in London and I am confident that there is life after Brexit. In fact Brexit may do much more harm to the remainder of the EU than incurred by Britain. Banks and media companies such as MTV have been running German operations because the workforce is cheaper than in Britain. This is a late result of the policy of „internal devaluation“ in the early 2000s pursued by the Schroeder government in cooperation with employer associations and the unions. But no one really likes being a cheap date, especially if they do have potential to be much more.

Frozen yogurt paid contactlessly. London Transport Festival, 2016.
Frozen yogurt paid contactlessly. London Transport Festival, 2016.
The financial system.
Banking is something the Brits do particularly well. Germans are still a mostly cash-paying folk. Otto Normalverbraucher probably doesn’t mind queuing for an ATM and paying an extortionate access fee of four, five or even seven Euros if they run out of cash during a festival in the back of the woods, for
1) fear of losing control of their spending if they used their debit card (don’t even mention credit cards, they’re not an instrument for adults to manage their cash flow, but too tempting, dangerous, immoral, American and what not),
2) as they do not like sticking out like a sore thumb and
3) many shopkeepers refuse cards and complain about supposedly high banking fees, but in fact just want to avoid paying tax.
Ultimately, tax and social security levels in Germany are at an extortionate 70+% and I can see the idea of „civil disobedience“ but this is an issue that should be addressed at a different level.

The inhabitants of the island have genuinely embraced contactless payments, using their bank cards for frozen yogurts on festivals and even tube journeys, with a weekly fare cap in place. And the nation of shopkeepers takes great pride in its plentiful number of small businesses, luring people on the „Great British High Street“ not by preaching about the evilness of (God forbid) American companies such as Amazon on TV as in Germany.

PIN Services at a Barclays UK ATM.
PIN Services at a Barclays UK ATM.
The Brits instead made shopping in local stores a joy, including a smooth payment experience. Higher value payments are always chip and PIN (not chip and signature as in Germany, so a thief can’t use the card), and PINs of British cards can be changed or unblocked at almost any UK ATM including those of other banks. How smart is that?

Oh, and you can save for your first house purchase or retirement without paying capital gains tax, and the government even gives you a bonus. That’s called the Lifetime ISA (Individual Savings Account). ISAs come in very different flavours – there are Junior and regular ISAs too, in the form of flexible savings accounts or share dealing accounts. A variety of both online as well as high street banks offers excellent rates for young and old savers alike. If you withdraw money from the ISA at the occasion of the right life event, that is tax free too. Again, how smart is that?

Did I mention that all deposits are protected by the Financial Services Compensation Scheme (FSCS)? No confusing state-sponsored „Riester-Rente“ that you can’t get rid of at the right time but no frills savings plans that help you get on the housing ladder. The Japanese have actually copied the idea of the ISA share dealing for its „Nippon Individual Savings Account“ (NISA).

The quintessential British self-checkout. Tesco, London, 2014.
The quintessential British self-checkout. Tesco, London, 2014.
The efficiency.
Which brings us to the next topic. Want to see German efficiency? Go to Switzerland. Self-service tills in supermarkets are not faster than traditional lanes but it takes a lot of stress out of shopping as you can shop and bag at your own speed (though, once again, the German unions are probably opposed to any change – so they won’t arrive anywhere near you, except for some big box stores like real or IKEA).

Going to a UK supermarket is a less formal experience. When you are travelling and in a hurry, you could just go to a supermarket for a bottle of water or a bag of crisps without much time spent queuing, instead of paying twice as much at a corner shop which would be the inefficient German approach.

The average shop till queue in Britain is a single queue for all tills, preventing ugly scenes of shoppers rushing like a herd of wildebeest to a newly opening lane that can be witnessed in German supermarkets every day. Still, Aldi in all its German efficiency has adopted the very British single queue in its Manchester store, with a shop employee standing in the middle assessing the speed of the queue, something that would never happen back in Deutschland. German everyday life is just as queue-ridden as British life is, but in a rather messy and disorderly way.

The safety and security procedures.
Sure, it’s pretty annoying that many public transport stations and shopping centres don’t have waste bins. Quite a few new arrivals quickly assume the truly British habit of littering. But the UK is experienced in dealing with threats from the inside – something that Germany has yet to learn.

Criminal justice in the UK has proven itself in the London 2011 riots, with judges and prosecutors working night shifts. (English judges are recruited among experienced lawyers, quite unlike German judges who often join the judiciary upon graduation and may have never worked outside the public service.) Many public transport stations are staffed and the British Transport Police operates a discreet #Text61016 service for reporting anti-social behaviour and crimes on trains and in stations.

The tolerant attitude.
British people are known to be reserved and polite to the extent that Americans, Dutch or Germans (seen as „blunt“ by Brits) consider them dishonest. While it will take time until you genuinely make friends in Britain, it is not much easier in the North of Germany or in Swabia (Schwaben = Württemberg) where people also tend to stick among themselves. But it does have its advantages to have less gossipy neighbours that mind their own business. It will spare you of the rather patronising variant of „community spirit“ that permeates German political discussions, where the housewife marriage is still considered the norm and most shops must stay shut on Sundays by law to allow for a depressing day of „family life“, once again mandated by law.

Still widespread patronising attitudes are not to be confused with tolerance or cosmopolitanism, quite the opposite. It is not as much a no-no in Germany to classify people into collective groups solely based on their appearance. The fact that quite a few British citizens with a South Asian background voted „Leave“ in the Brexit referendum would have caused confusion. No matter how many decades have passed since their ancestors arrived, they’d be firstly considered „migrants“ and not „Brits“ or „Germans“, and as they are obviously „migrants“, why should they oppose open borders? Even some supposedly educated people in Germany may be quite overtly stereotyping and lumping together all sorts of minorities – something that does unfortunately happen in Britain, but is definitely not as accepted.

There are some pockets of #postrefracism and other ugly incidents. But this is not necessarily a systemic problem. Generally, the UK is probably one of the most relaxed countries on Earth in this aspect. More so than the US where „race relations“ are still, to say the least, very strained.

„Community spirit“ and „being considerate“ of course does not apply to cyclists. By existing, they are doing their part to „save Earth“ (another national pastime), so they are awarded the right to ride anywhere they want, in any direction, without lighting in the evening, and swear at elderly people and children on pavements at their discretion. Even though they’re a stereotype themselves, they still hope it makes them more „relaxed“ and demonstrates that they’re not a cross, stiff-upper-lip, rule-abiding German (eben so entspannt, als würde man sich mit der Klobürste auch die Zähne putzen).

Disclaimer.
Please take all of this with a huge pinch of salt. Quite obviously I will have missed quite a few significant facts, ignored all conventions of political science and frankly, this is not mean to be an academically correct treatise. As always, „your mileage may vary“. If you are very much a family person, this will impact your choice on where to settle and make a living.

I’m looking forward to comments.

See also: The reply of Kat to „How does the UK offer a better quality of life than Poland?“ on Yahoo Answers

Der Londoner Stadtbezirk Camden betreibt eine Bücherei, welche vor einiger Zeit aus dem alten Standort (Argyle Street/Euston Road) neben dem Bezirksrathaus hin ins neue Stadthaus im neu gestalteten King’s Cross-Bereich (Postcode N1C) umgezogen ist.

Was viele nicht wissen: Sie können die Bibliothek auch nutzen, wenn Sie keinen Wohnsitz in London oder Großbritannien haben! Die Ausleihmöglichkeiten werden dann eingeschränkt sein. Sie können allerdings das WiFi sowie die stationären Computer nutzen, etwa für Recherchen in Online-Datenbanken – hilfreich hierfür ist die Zusammenstellung bei Online Resources in London Public Libraries.

Nicht alle Bibliotheken der anderen Stadtbezirke Londons sind so offen für Besucher aus dem Ausland. Gehen Sie daher umsichtig mit dem Angebot um und nutzen Sie die Anlagen fair, um auch zukünftigen Nutzern diese Möglichkeit zu erhalten.

1) Bevor Sie abreisen, registrieren Sie sich online. Dies geht auch mit internationalen Adressen. Sie erhalten einen temporären Benutzernamen (im Format CAMnnnnn) und können ein Passwort bestimmen. Die vorherige Registrierung ist unerlässlich, da die Computernutzung für Nichtmitglieder £1.55 pro Stunde kostet, jedoch für Mitglieder kostenfrei ist. Packen Sie vor der Abreise noch einen USB-Speicherstick ein, wenn Sie die öffentlichen Computer zu benutzen gedenken.

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2) Willkommen in London, der großartigsten Stadt der Welt. Sie können mit U-Bahnen der Piccadilly, Victoria, Northern, Hammersmith and City, Circle oder Metropolitan Lines, verschiedenen Bussen sowie dem SPNV und/oder dem SPFV zu den Bahnhöfen King’s Cross, St. Pancras International bzw. King’s Cross St. Pancras anreisen. Die Bibliothek ist auch zu Fuß vom Bahnhof London Euston erreichbar. Eine umsteigefreie Anbindung besteht zu den Flughäfen Heathrow (über die Piccadilly Line) sowie Luton und Gatwick (jeweils mit den Nahverkehrszügen von Thameslink/GTR). Von Stansted nutzen Sie den Nahverkehrszug bis Tottenham Hale und fahren weiter mit der U-Bahn der Victoria Line.

3) Die Bibliothek finden Sie im 1. Obergeschoss (über dem oberen Erdgeschoss) des Stadthauses. Im oberen Erdgeschoss erhalten Sie verschiedene Dienstleistungen des Bezirkes, im unteren Erdgeschoss befindet sich ein Fitnessstudio. Wenn Sie vom Bahnhof King’s Cross kommen, treten Sie in das obere Erdgeschoss ein. Laufen Sie am Empfang vorbei und fahren Sie mit dem Aufzug in das 1. Obergeschoss. Es gibt keine Schließfächer, aber auch keine Pflicht, Jacken oder Taschen einzuschließen.

4) Melden Sie sich bei der Person am Tresen unter Nennung Ihres vorläufigen Benutzernamens. Sie müssen einen aktuellen Proof of identity (am besten ein Reisepass, eventuell tut es auch ein Führerschein oder ein Personalausweis) sowie einen Proof of address (Adressnachweis, etwa in Form einer Strom-, Gas-, Wasser- oder Festnetz-Telefon-Rechnung, eines Gemeindesteuerbescheides oder eines Kontoauszuges, den Sie nicht selbst ausgedruckt haben) vorlegen. Zur Not tut es auch eine deutsche oder polnische Stromrechnung. 😉

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5) Der Mitarbeiter wird Ihre Identität überprüfen. Ist dies erfolgreich, erhalten Sie sofort eine Bibliothekskarte mit einer endgültigen Benutzerkennung.

6) Melden Sie sich mit der Benutzerkennung und dem Passwort an einem der freien Computer an. Beachten Sie, dass ein Reservierungssystem verwendet wird. Sie können jeweils pro Login den Computer nur für eine Stunde verwenden und müssen eventuell Platz machen, falls eine Warteschlange besteht. Praktischerweise ist LexisLibrary (ein Produkt von LexisNexis UK), eine Datenbank mit juristischen Zeitschriftenaufsätzen, Urteilen sowie Fachliteratur (u.a. dem Standardwerk Halsbury’s Laws of England), schon auf dem Desktop verlinkt. Rechercheergebnisse speichern Sie bitte auf Ihrem mitgebrachten USB-Speicherstick, da eine dauerhafte Speicherung auf den öffentlichen Computern nicht möglich ist.

Dies ist offenbar der einfachste Weg, aus dem Großraum Berlin (bzw. Kostrzyn nad Odrą, wo ich herkomme) kommend eine Recherche bei LexisLibrary / LexisNexis UK durchzuführen. Westlaw UK ist relativ weit verbreitet und die Staatsbibliothek zu Berlin hat ein (wenn auch stark eingeschränktes) Abonnement davon, die LexisNexis-UK-Inhalte sind jedoch bei der SBB stark eingeschränkt und über die Nexis-Oberfläche nicht sinnvoll nutzbar. So können Sie aber das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Ihrem Forschungsaufenthalt im Bezirk Camden steht nun nichts mehr im Wege. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

In zwei vorangegangenen Teilen habe ich bereits die Einrichtung eines Monese-Girokontos und die grundlegenden Funktionen erläutert. Doch genug von den Trockenübungen, nun kommen wir zu einem etwas praktischeren Teil…

Mittlerweile sind die ersten Debitkarten angekommen. Sie unterstützen zwar kein NFC, eine Kontaktlosvariante ist aber per E-Mail an den Support bestellbar und wird euch zeitnah zugesendet. Die Debitkarte habe ich in einem Kurzporträt hier auf der Seite EMV-Kartentest vorgestellt.

PIN Services an Barclays-UK-Automat
PIN Services an Barclays-UK-Automat
Kontostandsabfrage und PIN Services auch für fremde Karten bieten viele Geldautomaten z.B. in Polen und Großbritannien an. Der Kontostand wird von dem Automaten immer in Landeswährung angezeigt, auch wenn das Kartenkonto in einer anderen Währung geführt sein sollte. (Das Deutsche Geldautomaten-System ist hingegen nicht nur für den Verbraucher teuer, sondern auch technisch gesehen rückständig, da für fremde Karten außer Barabhebungen keine anderen Services angeboten werden.) Liebe deutsche Leser, wenn ihr eure Monese-Karte erhalten habt, könnt ihr ja einen kleinen Abstecher in eines der schönen europäischen Nachbarländer mit einer PIN-Änderung verbinden. Britische Automaten geben für eine erfolgreiche PIN-Änderung auch eine Quittung aus. Deutsche Automaten tun das bei PIN-Änderung von Karten aus dem eigenen Hause (die manchmal geht) selbst dann nicht, wenn sie als gleichzeitige Einzahlungsautomaten Quittungen drucken können (ja, ich schaue gerade auf euch, Commerzbank).

(Insidertipp: Am Flughafen Berlin-Tegel (TXL) und sicher einigen anderen Flughäfen befinden sich Mehrwährungsautomaten von Travelex. Ich würde dort keine Fremdwährung abheben, da sie eigene wenig attraktive Wechselkurse anwenden. PIN Services wird leider nicht angeboten, sehr wohl aber die in Deutschland sonst unübliche Kontostandsabfrage für Fremdkarten!)

Kiosk im Londoner Zentrum
Kiosk im Londoner Zentrum
Die Bareinzahlung ist typisch britisch, also sehr pragmatisch und benutzerfreundlich gelöst. (Ihr wisst ja, was der Unterschied z.B. zwischen Deutschland und UK ist. In Deutschland stehen an einem Bahnhof immer vier verschiedene Mülleimer. Keiner weiß, wohin sein Müll nun genau gehört und es werfen alle ihren Müll in den falschen Eimer, was die Politiker zum Anlass für mehr Steuern und Verbote nehmen. Anders in UK, wo schlicht ein großer Sack aufgehängt wird und dazu das Schild „All waste in this bin will be sorted after collection for recycling“ – so ähnlich läuft es auch bei Dienstleistungen generell.)

Wir haben es bei diesem Londoner Zeitungskiosk im Ortsteil Holborn, Stadtbezirk Camden erfolgreich durchgeführt. Der Laden wirbt mit dem gelben PayPoint-Logo, wie es viele Kioske in Großbritannien tun. Deutsche Leser kennen wahrscheinlich Cash26 von Number26, das mit Barzahlen.de kooperiert. Das Prinzip von PayPoint ist sehr ähnlich.

PayPoint-Einzahlungsbeleg
PayPoint-Einzahlungsbeleg
Anders als bei Number26 kann bei Monese aber der Einzahlungsbetrag im Laden frei gewählt werden. Es gehen auch niedrige Beträge, wie in diesem Beispiel 20 GBP. Der Vorgang ist einfacher als bei Number26 und benötigt keine umständlichen Barcodes, die man sich in der App ziehen müsste. Man händigt die Karte einfach dem Mitarbeiter über, der sie durch sein PayPoint-Terminal zieht, übergibt ihm den einzuzahlenden Betrag, und bekommt eine Quittung. Die Wertstellung der Bareinzahlung erfolgt beinahe sofort! Wenn der Mitarbeiter zweifelt, sagt ihm einfach, es sei eine „travel money card“, die ihr gerne mit ein wenig Bargeld „top up“ möchtet. PayPoint wird in UK fürs Aufladen verschiedener Prepaidlösungen genutzt und die Händler kennen das Prinzip. Bei Cash26 in Deutschland habe ich hingegen sehr gemischte Erfahrungen gemacht, da musste mal eine Mitarbeiterin am Infoschalter des Real-Marktes Berlin-Spandau die Filialleitung anrufen und um Anleitung bitten!

Das Monese-Konto zeigt natürlich (außer als einfache Form des Devisenkontos) seine Stärken erst dann, wenn man vor Ort in Großbritannien ist. Das Bezahlen mit der Karte ist einfach und macht Spaß, mit der selbst festgelegten Wunsch-PIN noch viel mehr. In UK wird zwar noch viel bar gezahlt, Kartenzahlung ist aber sehr weit akzeptiert. Gut, der ein oder andere Kiosk berechnet einen Mindermengenzuschlag. Aber es ist inzwischen auch nicht mehr unüblich, zwei Biere im Pub oder ein Käffchen und ein Sandwich zuschlagsfrei mit Bankkarte zu zahlen.

"Chip & PIN Only" at the Hare and Tortoise, Brunswick Centre, Bloomsbury, London.
„Chip & PIN Only“ at the Hare and Tortoise, Brunswick Centre, Bloomsbury, London.
Die Visa-Debit-Karte von Monese ist in jeder Hinsicht inländisch, so dass sie an fast allen Karten als „Visa Debit“ oder (bei älteren Systemen, wie z.B. im Shop des Verkehrsmuseums London) als „Delta EFT“ erkannt wird. Und die Karte unterstützt das in Großbritannien immer noch übliche Offline-PIN! Keine Diskussionen mit Gastwirten, die an der Tür warnend aushängen, dass sie nur „Chip & PIN“-Karten akzeptieren. Das mag zwar den Regeln von Visa und MasterCard („honour all cards“) klar widersprechen, aber jede Diskussion kostet unnötig Nerven und wenn man sie auch noch als Nichtmuttersprachler führt, zieht man im Zweifel den Kürzeren. Anders ist etwa die deutsche Visa-Debit-Karte der Consorsbank, die leider nur das normale Visa-Logo führt, kein Offline-PIN beherrscht und von einigen Kassen in UK als „Visa Credit“ fehlerkannt wird.

Da das Konto in GBP geführt wird, bekommt man bei Bezahlungen in UK keine Dynamic Currency Conversion (Währungsumrechnung) aufgedrängt. Die Rechtslage ist zwar eindeutig (Payment Services Regulations 2009, Regulation 49): kein DCC ohne Einwilligung. Aber etwa bei Hotelbuchungen in UK, bei denen die Karte vorab belastet wird, ist die Gegenseite nicht immer ehrlich, so dass man mit der Verwendung einer GBP-Karte langwierige Reklamationen vermeiden kann.

Mit Monese kann man, wenn man öfter in Großbritannien ist, zahlen wie ein Einheimischer. Das sollte einem der geringe Aufwand der vorherigen Währungskonvertierung wert sein, da man einem erheblichen Konfliktpotential aus dem Weg geht und den Urlaub oder auch die Geschäftsreise unbeschwert genießen kann.

Monese App - Umsätze
Monese App (alte Version) – Umsätze
Genug gelesen? Ihr möchtet es selbst ausprobieren?
Ich habe noch 4 Einladungen zu Monese zu verschenken. Hierzu benötige ich lediglich euren Namen und eure E-Mail-Adresse. Ihr benötigt für die Einrichtung darüber hinaus ein Android-Smartphone, einen gültigen Reisepass und gegebenenfalls einen Nachweis einer Adresse in der EU (aus den letzten 3 Monaten, z.B. Kontoauszug eurer bisherigen Bank, Festnetztelefon-, Gas-, Wasser- oder Stromrechnung, oder Gemeindesteuerbescheid).

Screen Shot 2015-09-22 at 22.56.03Für die Eröffnung eines Girokontos im Ausland kann es viele Gründe geben. Diese sind oft sehr profan – die wenigsten wollen Schwarzgeld vor dem Fiskus verstecken, sondern haben geschäftliche oder familiäre Beziehungen, eine Ferienwohnung o.ä. im Ausland. Es gibt Institute wie die AS PrivatBank aus Lettland, die auch den deutschen Markt bedienen. Doch bei Banken in Großbritannien ist die Kontoeröffnung nur mit einer britischen Wohnadresse möglich. Ausnahmen gibt es für Begüterte als Offshore-Banking und bei einigen Spezialinstituten, die sich das jedoch teuer bezahlen lassen. Selbst britische Pensionäre im Ausland sind nicht vor dem Verlust ihres Girokontos in der alten Heimat gefeit. Das neue mobile Girokonto von Monese, einem von Norris Koppel gegründeten Londoner Unternehmen, verspricht die Lösung dieser Probleme für alle EU-Einwohner.

In diesem Beitrag möchte ich euch Monese vorstellen. Es soll kein vollständiger Testbericht oder Review sein, allerdings einen kurzen Einblick liefern, so dass ihr euch entscheiden könnt, ob das Angebot auch für eure Zwecke sinnvoll ist.

Anmeldung
Screenshot_2015-09-19-14-46-14Derzeit ist das Girokonto (current account) von Monese nur per Einladung erhältlich. Man konnte sich bereits vor sehr langer Zeit auf den Verteiler setzen und die ersten Nutzer haben nun vor wenigen Tagen ihre Einladung per E-Mail erhalten.

Erforderlich ist derzeit ein Android-Telefon. Die App „Monese Banking“ ist bei Google Play erhältlich. Eine Version für iOS wird später, voraussichtlich Anfang 2016, kommen.

Startet ihr die App das erste Mal, geht ihr auf „Sign Up“ und tragt die Mailadresse ein, unter der ihr die Einladung erhalten habt. Im Laufe der Registrierung müsst ihr eure Adresse eintragen, die in Großbritannien oder dem Rest der EU sein kann. Die App fordert euch auch auf, Bilder von der Fotoseite eures Reisepasses sowie von euch selbst zu machen. Führerscheine oder nationale Identitätskarten wie etwa deutsche Personalausweise werden nicht anstelle eines Passes anerkannt.

Screenshot_2015-09-19-14-47-15Das System prüft dann automatisch eure Identität. Schlägt dies fehl, zeigt euch die App die Nummer einer britischen Hotline an, die ihr während der üblichen Geschäftszeiten anrufen könnt. Das freundliche Personal an der anderen Leitung versteht nur Englisch. Aber wer auswandern möchte, sollte die Sprache seines Ziellandes jedenfalls in Grundzügen beherrschen!

Möglicherweise erhaltet ihr einen „Unverified account“, weil das System eure Identität nicht zweifelsfrei bestimmen konnte. In diesem Fall fordert euch die App auf, einen Nachweis der Adresse (proof of address) hochzuladen. Dies kann etwa ein Kontoauszug eurer (einheimischen) Bankverbindung, ein Steuerbescheid oder eine Versorgerrechnung (Festnetztelefon, Elektrizität) sein. Der Kundenservice überprüft dann das vorgelegte Dokument darum und in wenigen Tagen ist das Konto freigeschaltet.

Girokonto
MoneseWas kann man nun damit machen?

Ein britisches Konto hat, genauso wie es deutsche Konten vor der SEPA-Umstellung einst hatten, eine Kontonummer (Account Number) mit 8 Stellen sowie eine Bankleitzahl (Sort Code, in Irland National Sort Code genannt) mit 6 Stellen, die durch zwei Bindestriche getrennt sind.

Bisher könnt ihr mit Account Number und Sort Code einheimische Überweisungen in GBP senden und empfangen. Dies gilt sowohl für die traditionellen BACS-Überweisungen als auch für Faster Payments, nicht jedoch für das ungebräuchliche CHAPS. Es handelt sich bei Monese um ein echtes Konto mit eigener Kontonummer und nicht um ein Sammelkonto, wie man es von manchen Prepaid-Kreditkarten kennt.

Aus Account Number und Sort Code lässt sich auch die IBAN bestimmen. Sort Code 62-30-53 weist darauf hin, dass Monese als Verrechnungsbank auf die auch von britischen Hauptstraßen bekannte NatWest (National Westminster Bank) setzt. (Monese operiert, ähnlich wie Number26, die mit der Wirecard Bank zusammenarbeiten, ohne eigene Banklizenz.) Die IBAN für einen Monese Account mit der fiktiven Kontonummer 10000000 sähe also so aus: GB03NWBK62305310000000. Die dazugehörige BIC ist NWBKGB2LXXX. Bestimmen könnt ihr die zu eurem britischen Konto gehörige IBAN und BIC hier mit Angabe von Account Number und Sort Code. Jedoch werden internationale Überweisungen auf diese IBAN nicht erfolgreich sein. (Update vom 23.09.2015: Problematisch erscheint auch, dass bisher keine Lastschriften (Direct Debit) von Konten mit dem Sort Code 62-30-53 gezogen werden können.)

Ausgehender internationaler Zahlungsverkehr wird noch nicht unterstützt, soll allerdings in naher Zukunft zu fairen Konditionen kommen. Perspektivisch ist auch geplant, dass ein Nutzer verschiedene Währungen halten und zwischen ihnen tauschen kann, unter anderem EUR.
Für eingehende Überweisungen in GBP und EUR aus dem Ausland gibt es bisher ein Monese-Sammelkonto bei der AS LHV Pank in Estland, die u.a. auch mit TransferWise zusammenarbeitet. Details dazu findet ihr in den FAQs unter „Can I deposit money and accept foreign transfers to my Monese account from outside the UK?„.

Kartengestützter Zahlungsverkehr
Zu jedem Monese-Girokonto wird eine Visa-Debit-Karte mit Kontaktlosfunktion (payWave) verfügbar sein. Aufgrund des großen Kundenansturms kann es noch einige Wochen dauern, bis die Karte versendet wird. Ein detaillierter Testbericht inklusive Überprüfung der CVM-Liste kommt, wenn ich die Karte persönlich ausführlich nutzen konnte.

Kosten
Weder für Kontoeröffnung noch für Kontoauflösung werden Kosten berechnet. Ebenso gibt es keine jährliche oder monatliche Kontoführungsgebühr bei Monese. Eingehende Überweisungen sowie Kartenzahlungen im britischen Inland sind bisher auch kostenfrei.

Aber Banker leben auch nicht von Luft und Liebe. Jeden Monat gibt es für bestimmte Transaktionen fünf Freiposten („credits“). Danach kostet jede weitere der folgenden Aktionen 0,50 GBP: Überweisung ins Ausland, Kartenzahlung im Ausland, Barabhebung im Ausland, ausgehende Überweisung in UK, Barabhebung in UK, Bareinzahlung über PayPoint. Für ausländische Transaktionen kommt eine Fremdwährungsgebühr von 0,5%, aber mindestens 1 GBP hinzu. (Jedenfalls die Barabhebungen und Einzahlungen erzeugen teils deutlich höhere Fremdgebühren für die Bank. Klassische Mischkalkulation!)

Dies ist im aktuellen Preis- und Leistungsverzeichnis von Monese einsehbar.

Könnte Cashback beim Einkaufen dem Nutzer Kosten sparen? Ob dies möglich ist, hängt von Gerät und Karte ab. In Deutschland soll Cashback beim Kartentyp Visa Debit grundsätzlich bei Netto Marken-Discount und Edeka Minden-Hannover möglich sein, nicht jedoch bei Penny oder Rewe. Ein genauerer Bericht folgt, sobald ich Cashback mit der Karte testen konnte.

(Die Fremdwährungsgebühr schreckt natürlich von einem allzu freizügigen Einsatz der Karte im Ausland ab und erscheint aus deutscher Sicht happig. Viele Girokarten belasten hierzulande zwar „1%, aber mindestens 1 Euro“, aber bei den Kreditkarten ist die Fremdwährungsgebühr häufig linear 0% (Consorsbank, Number26), 1% (netbank), 1,5% (DAB Bank), 1,75% (DKB, comdirect) oder 1,99% (Barclaycard).

Doch in Großbritannien ist der Markt anders strukturiert. Viele Banken bieten grundgebührfreie Konten an und machen dann über teure Zusatzleistungen wie Fremdwährungstransaktionen oder Überziehungen ihren Profit. Bei den Girokonten der bekannten Filialbank NatWest werden laut Preis- und Leistungsverzeichnis etwa für Barabhebungen in Fremdwährung sowohl eine Fremdwährungsgebühr von 2,75% als auch eine Auslandsbargeldgebühr von 2% (mindestens 2 und maximal 5 GBP) fällig! Für jede Kartenzahlung in Fremdwährung fiele bei NatWest 2,75% (aber mindestens 1 GBP) an Fremdwährungsgebühr an. Monese ist also aus UK-Sicht durchaus wettbewerbsfähig! Beim nächsten Auslandsbesuch im Zweifel also lieber ein paar hundert Euro Bargeld abheben statt jeden Kaffee mit Karte zahlen, so weh es einem in Skandinavien auch tun mag.)

Fazit
An das Versprechen der beinahe vollständigen Gebührenfreiheit von Number26 kommt das mobile Girokonto von Monese nicht heran. Doch sind die Konditionen mehr als fair, wenn man bedenkt, dass ein bisher unerschlossener Kundenkreis hier bedient werden soll. Es ist keinesfalls mit einem Wirecard Prepaid Trio zu vergleichen, bei dem Menschen mit negativer Kredithistorie jeden Monat vergleichsweise viel Geld für Girokonto und Karte zahlen.

Als Hauptkonto für’s ganze Leben ist Monese zwar eine Option, sieht sich aber in UK scharfer Konkurrenz ausgesetzt. Die Bausparkasse Norwich & Peterborough wirbt mit einem kostenlosen Gehaltskonto, das online geführt wird und bei dem die Nutzung der Bankkarte im Ausland zusatzkostenfrei ist. Manche anderen bevorzugen, etwa für Bareinzahlungen, Sortenkauf, Schecksverkehr oder die Sofortausstellung von Karten, doch den Service einer Filiale. In Großbritannien gibt es mit Metro Bank auch eine besonders innovative Filialbank, deren Karten in der gesamten EU ohne Zusatzkosten einsetzbar sind.

Um als Erstkonto attraktiv zu sein, könnte Monese noch bei den Konditionen nachbessern. Es müsste bei regelmäßigem Gehaltseingang oder Pensionseingang eine wesentlich höhere Anzahl an Freiposten für den Auslandseinsatz (30, 60 oder sogar 100/Monat) gewährt werden, wenn man perspektivisch mit dem mehrwährungsfähigen Konto auch Nutzer im europäischen Ausland ansprechen möchte. Als Zweitkonto ist Monese aber uneingeschränkt zu empfehlen, nicht nur für gelegentliche UK-Besucher oder eBay-Privatverkäufer, die ihren britischen Kunden das Bezahlen in GBP ermöglichen wollen.

Ergebnis: 4,5 von 5 Sternen
Ein Produkt, das in eine echte Marktlücke stößt. Trotz Spezialcharakters ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Bisherige, gebührenträchtige Geschäftsmodelle könnten durch Monese verdrängt werden. Nur im internationalen Einsatz besteht noch ein gewisser Verbesserungsbedarf.

Hat euch der Artikel geholfen? Über Kommentare, Lob und Kritik freue ich mich!

Das private britische Eisenbahninfrastrukturunternehmen Railtrack plc wurde nach krisenreichen Jahren im Jahr 2003 in die staatliche Network Rail Infrastructure Ltd umgewandelt. Der Name Railtrack war dann wieder verfügbar. Ein findiger schottischer Geschäftsmann gründete daher im Mai 2003 die Railtrack Limited mit Sitz in einem Wohngebiet in Edinburgh.

Railtrack Limited – welches komplett inaktiv war und keine Geschäftstätigkeit pflegte – erhielt schon kurz darauf viele Briefe von Inkassounternehmen, Rechtsanwälten, anderen Institutionen wie auch Privatpersonen, welche offenbar bei der Recherche geschlampt haben und davon ausgingen, „mit der Bahn“ zu schreiben. Es ging unter anderem um Schadensersatzforderungen, Baugenehmigungen und Verfahren vor dem Arbeitsgericht (Employment Tribunal) sowie dem Amtsgericht (Magistrates Court).

Doch der Unternehmer hat natürlich dafür gesorgt, dass jeder seine Antwort bekommt, die ihm zusteht. Die besten Antworten wurden als eBook bei Amazon veröffentlicht. Die ersten Seiten sind kostenlos einsehbar und sehr unterhaltsam…

Ich zitiere: „PS We’ve just noticed that their letter is headed ‚Strictly Private & Confidential‘. We therefore enclose a copy in case they are trying to keep you in the dark.

Margaret Thatcher ist heute morgen verstorben. Der deutsche öffentlich-rechtliche Rundfunk scheint aber in seinen Nachrufen lieber vergangene Schlachten schlagen zu wollen.

Man vergleiche den extrem kritischen Nachruf auf sie (http://www.tagesschau.de/ausland/thatcher152.html) mit dem Nachruf auf Hugo Chávez (http://www.tagesschau.de/ausland/chavez254.html).

Thatcher werden „Politik mit harter Hand„, Kompromisslosigkeit und Gegnerschaft zur deutschen Wiedervereinigung angekreidet. Hugo Chávez wurde ganz anders gewürdigt: Dass unter seiner Regierung die Pressefreiheit extrem gelitten hat und die Kriminalität erhebliche Ausmaße angenommen hat, wird nur nebenbei am Rande erwähnt. Vielmehr wird der Putin Südamerikas als selbstloser Wohltäter und Sozialpolitiker dargestellt.

Aber die ÖR-Medien sind leider auch kein Garant für neutrale politische Bildung. Siehe auch die reißerische Amazon-Berichterstattung, die Darstellung von „Killerspielen“ oder das Hickhack um Roland Koch und Nikolaus Brender. Da ist zu viel Parteiproporz mit im Spiel.

(Eine private Diskussion hatte ich im Anschluss noch über den vermeintlichen Enthusiasmus des ehemaligen Empires im Falklandkrieg.

Auf den Inseln leben aber, anders als z.B. in Hongkong, vor allem englischsprachige Nachfahren britischer Einwanderer, die bei der argentinischen Invasion sicherlich nicht gejubelt haben. Eine kürzlich stattgefundene Abstimmung fiel auch deutlich zugunsten des Status quo aus. Als Deutscher mag man das belächeln, und weil das eigene Land keine Überseeterritorien hat, kann man sich auch nicht in die Situation versetzen. Aber für die Briten, die sich auch als Schutzmacht der Falkländer verstehen, war das schon eine ernste Sache.)

Der britische Einzelhandel ist im europäischen Vergleich einer der innovativsten. Was Kundenbindungsprogramme, Rabattaktionen, Kassensysteme, usw., aber auch Ladenkonzepte angeht, können Kontinentaleuropäer mit den Trends aus dem anglo-amerikanischen Raum nur schwerlich mithalten. Für die gestressten Stadtmenschen, die sich hauptsächlich von industriellen Convenienceprodukten ernähren, hat neulich REWE ein Marktkonzept „REWE To Go“ in Köln entwickelt – während ähnliche Modelle in Großbritannien (etwa M&S Simply Food an Bahnhöfen) bereits seit längerem etabliert sind.

So war ich mehr als nur erstaunt, heute im TK Maxx Hannover ein Kassensystem mit Aufrufanlage zu entdecken, wie es im UK-Einzelhandel schon mehr als üblich ist!

Man stellt sich da in einer großen Schlange an und nacheinander werden die Wartenden aufgerufen. Kein Ärgern, wenn es in allen anderen Schlangen schneller geht, weil ein schusseliger Kunde vor einem die PIN vergessen hat oder ähnliches.

Anstatt des britisch-englisch-gesungenen „Cashier number four please“ ertönte dort ein deutsches „Kasse Nummer 4 bitte“, gesprochen von einer seriös-tiefen Frauenstimme.

Vor rund einem Jahr fragte ich mal den Geschäftsführer einer Berliner Supermarktkette, ob sie die Einheitswarteschlange im Supermarkt auch einmal probieren würden. Sinngemäß bekam ich zur Antwort, dass es zwar schon getestet wurde, die Kunden das aber nicht verstehen würden. Zu Stoßzeiten würde es zu erheblichen Unruhen im Markt kommen, und Kunden, die etwas im vorderen Ladenbereich (wie Zeitschriften) kaufen wollen, würden nicht verstehen, warum sie sich wieder rückwärts in den Markt begeben sollen.

Schade, wirklich sehr schade.