Während es im Englischen in der Tat so heißt, taucht die Wendung „in 2013“ im Deutschen meist in der Werbesprache oder bei Managern und Politikern auf. Dies ist jedoch nicht standardsprachlich (Duden). Korrekt wäre anstelle dessen das kürzere „2013“ oder das präzisere „im Jahr(e) 2013“.

Die gegenläufige Ansicht, u.a. vom „Sprachlog“ geäußert („Auch in 2012 darf man „in 2012“ sagen„), überzeugt nicht wirklich. Denn wenn man Beispiele von vor 200 Jahren für die Bewertung heranzieht, was heute gutes Deutsch ist, müsste man auch noch Kultur mit C und Tor mit Th durchgehen lassen…

Es ist schon irgendwie ironisch, dass hier das Deutsche eigentlich kürzer und präziser ist und sich dennoch ein Anglizismus einschleicht. Ähnliche Diskussionen werden aber auch in Großbritannien, dem Mutterland der englischen Sprache, geführt. Zum Beispiel die Frage, ob das Wort „pharmacy“ ein US-Import sei, welcher das traditionellere „chemist“ verdränge, oder ob die Vermarktung des innerstädtischen Londoner Ortsteils Holborn als „Midtown“ eine Amerikanisierung ist.

Für mich rangiert „in 2013“ im Deutschen kurz vor der Verwendung von Comic Sans bei Bewerbungen.