In zwei vorangegangenen Teilen habe ich bereits die Einrichtung eines Monese-Girokontos und die grundlegenden Funktionen erläutert. Doch genug von den Trockenübungen, nun kommen wir zu einem etwas praktischeren Teil…

Mittlerweile sind die ersten Debitkarten angekommen. Sie unterstützen zwar kein NFC, eine Kontaktlosvariante ist aber per E-Mail an den Support bestellbar und wird euch zeitnah zugesendet. Die Debitkarte habe ich in einem Kurzporträt hier auf der Seite EMV-Kartentest vorgestellt.

PIN Services an Barclays-UK-Automat
PIN Services an Barclays-UK-Automat
Kontostandsabfrage und PIN Services auch für fremde Karten bieten viele Geldautomaten z.B. in Polen und Großbritannien an. Der Kontostand wird von dem Automaten immer in Landeswährung angezeigt, auch wenn das Kartenkonto in einer anderen Währung geführt sein sollte. (Das Deutsche Geldautomaten-System ist hingegen nicht nur für den Verbraucher teuer, sondern auch technisch gesehen rückständig, da für fremde Karten außer Barabhebungen keine anderen Services angeboten werden.) Liebe deutsche Leser, wenn ihr eure Monese-Karte erhalten habt, könnt ihr ja einen kleinen Abstecher in eines der schönen europäischen Nachbarländer mit einer PIN-Änderung verbinden. Britische Automaten geben für eine erfolgreiche PIN-Änderung auch eine Quittung aus. Deutsche Automaten tun das bei PIN-Änderung von Karten aus dem eigenen Hause (die manchmal geht) selbst dann nicht, wenn sie als gleichzeitige Einzahlungsautomaten Quittungen drucken können (ja, ich schaue gerade auf euch, Commerzbank).

(Insidertipp: Am Flughafen Berlin-Tegel (TXL) und sicher einigen anderen Flughäfen befinden sich Mehrwährungsautomaten von Travelex. Ich würde dort keine Fremdwährung abheben, da sie eigene wenig attraktive Wechselkurse anwenden. PIN Services wird leider nicht angeboten, sehr wohl aber die in Deutschland sonst unübliche Kontostandsabfrage für Fremdkarten!)

Kiosk im Londoner Zentrum
Kiosk im Londoner Zentrum
Die Bareinzahlung ist typisch britisch, also sehr pragmatisch und benutzerfreundlich gelöst. (Ihr wisst ja, was der Unterschied z.B. zwischen Deutschland und UK ist. In Deutschland stehen an einem Bahnhof immer vier verschiedene Mülleimer. Keiner weiß, wohin sein Müll nun genau gehört und es werfen alle ihren Müll in den falschen Eimer, was die Politiker zum Anlass für mehr Steuern und Verbote nehmen. Anders in UK, wo schlicht ein großer Sack aufgehängt wird und dazu das Schild „All waste in this bin will be sorted after collection for recycling“ – so ähnlich läuft es auch bei Dienstleistungen generell.)

Wir haben es bei diesem Londoner Zeitungskiosk im Ortsteil Holborn, Stadtbezirk Camden erfolgreich durchgeführt. Der Laden wirbt mit dem gelben PayPoint-Logo, wie es viele Kioske in Großbritannien tun. Deutsche Leser kennen wahrscheinlich Cash26 von Number26, das mit Barzahlen.de kooperiert. Das Prinzip von PayPoint ist sehr ähnlich.

PayPoint-Einzahlungsbeleg
PayPoint-Einzahlungsbeleg
Anders als bei Number26 kann bei Monese aber der Einzahlungsbetrag im Laden frei gewählt werden. Es gehen auch niedrige Beträge, wie in diesem Beispiel 20 GBP. Der Vorgang ist einfacher als bei Number26 und benötigt keine umständlichen Barcodes, die man sich in der App ziehen müsste. Man händigt die Karte einfach dem Mitarbeiter über, der sie durch sein PayPoint-Terminal zieht, übergibt ihm den einzuzahlenden Betrag, und bekommt eine Quittung. Die Wertstellung der Bareinzahlung erfolgt beinahe sofort! Wenn der Mitarbeiter zweifelt, sagt ihm einfach, es sei eine „travel money card“, die ihr gerne mit ein wenig Bargeld „top up“ möchtet. PayPoint wird in UK fürs Aufladen verschiedener Prepaidlösungen genutzt und die Händler kennen das Prinzip. Bei Cash26 in Deutschland habe ich hingegen sehr gemischte Erfahrungen gemacht, da musste mal eine Mitarbeiterin am Infoschalter des Real-Marktes Berlin-Spandau die Filialleitung anrufen und um Anleitung bitten!

Das Monese-Konto zeigt natürlich (außer als einfache Form des Devisenkontos) seine Stärken erst dann, wenn man vor Ort in Großbritannien ist. Das Bezahlen mit der Karte ist einfach und macht Spaß, mit der selbst festgelegten Wunsch-PIN noch viel mehr. In UK wird zwar noch viel bar gezahlt, Kartenzahlung ist aber sehr weit akzeptiert. Gut, der ein oder andere Kiosk berechnet einen Mindermengenzuschlag. Aber es ist inzwischen auch nicht mehr unüblich, zwei Biere im Pub oder ein Käffchen und ein Sandwich zuschlagsfrei mit Bankkarte zu zahlen.

"Chip & PIN Only" at the Hare and Tortoise, Brunswick Centre, Bloomsbury, London.
„Chip & PIN Only“ at the Hare and Tortoise, Brunswick Centre, Bloomsbury, London.
Die Visa-Debit-Karte von Monese ist in jeder Hinsicht inländisch, so dass sie an fast allen Karten als „Visa Debit“ oder (bei älteren Systemen, wie z.B. im Shop des Verkehrsmuseums London) als „Delta EFT“ erkannt wird. Und die Karte unterstützt das in Großbritannien immer noch übliche Offline-PIN! Keine Diskussionen mit Gastwirten, die an der Tür warnend aushängen, dass sie nur „Chip & PIN“-Karten akzeptieren. Das mag zwar den Regeln von Visa und MasterCard („honour all cards“) klar widersprechen, aber jede Diskussion kostet unnötig Nerven und wenn man sie auch noch als Nichtmuttersprachler führt, zieht man im Zweifel den Kürzeren. Anders ist etwa die deutsche Visa-Debit-Karte der Consorsbank, die leider nur das normale Visa-Logo führt, kein Offline-PIN beherrscht und von einigen Kassen in UK als „Visa Credit“ fehlerkannt wird.

Da das Konto in GBP geführt wird, bekommt man bei Bezahlungen in UK keine Dynamic Currency Conversion (Währungsumrechnung) aufgedrängt. Die Rechtslage ist zwar eindeutig (Payment Services Regulations 2009, Regulation 49): kein DCC ohne Einwilligung. Aber etwa bei Hotelbuchungen in UK, bei denen die Karte vorab belastet wird, ist die Gegenseite nicht immer ehrlich, so dass man mit der Verwendung einer GBP-Karte langwierige Reklamationen vermeiden kann.

Mit Monese kann man, wenn man öfter in Großbritannien ist, zahlen wie ein Einheimischer. Das sollte einem der geringe Aufwand der vorherigen Währungskonvertierung wert sein, da man einem erheblichen Konfliktpotential aus dem Weg geht und den Urlaub oder auch die Geschäftsreise unbeschwert genießen kann.

Monese App - Umsätze
Monese App (alte Version) – Umsätze
Genug gelesen? Ihr möchtet es selbst ausprobieren?
Ich habe noch 4 Einladungen zu Monese zu verschenken. Hierzu benötige ich lediglich euren Namen und eure E-Mail-Adresse. Ihr benötigt für die Einrichtung darüber hinaus ein Android-Smartphone, einen gültigen Reisepass und gegebenenfalls einen Nachweis einer Adresse in der EU (aus den letzten 3 Monaten, z.B. Kontoauszug eurer bisherigen Bank, Festnetztelefon-, Gas-, Wasser- oder Stromrechnung, oder Gemeindesteuerbescheid).

Ich habe mich vor zwei Wochen entschieden, anlässlich der großen „zahl einfach mobil“-Kampagne in Berlin das Angebot Telekom MyWallet zu testen. Ein Angebot, das aus einem Konto, einem NFC-Sticker und einer dazugehörigen Zahlkarte besteht. Technik nutze ich gern, und mit einem regelmäßigen Gehalt aus dem öffentlichen Dienst wäre ich doch eigentlich ein A-Kunde für solch ein Angebot, oder? Der Teufel steckt wie immer im Detail.

Die Online-Registierung und Bestellung der Karte erfolgte unproblematisch. Montags bestellt, die Karte und der NFC-Sticker kamen mittwochs und zwei Tage später auch die PIN. Ohne PostIdent kann lediglich von eigenen Girokonten Guthaben auf das MyWallet-Konto geladen werden. Für die Akzeptanz von sowie die Einrichtung der Aufladung per Lastschrift sollen zunächst eine Identifizierung eines Girokontos (per 1-Cent-Überweisung) und ein PostIdent erfolgen.

Das Mitte der Woche abgesendete PostIdent wurde erst am Montag der Folgewoche verarbeitet. Andere Anbieter wie Number26 waren wesentlich schneller, da war das PostIdent meiner Erinnerung nach schon am Folgetag abgearbeitet.

Die kontaktlose Kartenzahlung mit dem Sticker muss online autorisiert werden. Das Kartenterminal des Händlers braucht also, nachdem der Kontaktlos-Sticker gelesen wurde, immer relativ lange, bis die Zahlung erfolgt ist. Deutlich länger als bei kontaktlosen Kreditkarten, die meist eine schnelle Offline-Autorisierung bei geringen Beträgen unterstützen.

Screen Shot 2015-06-12 at 09.31.32 Die an einem frühen Nachmittag im Online-Banking von meinem Girokonto abgesendete Guthabensüberweisung tauchte in MyWallet erst am 2. Folgetag auf. Vergleichbare Überweisungen auf andere Bankkonten werden von der Empfängerbank in Zeiten von SEPA stets am Folgetag verbucht. Wo das Geld zwischendurch war, ob es „arbeiten“ musste, kann man natürlich nicht in Erfahrung bringen. Allerdings sind langsame Guthabenüberweisungen eine starke Einschränkung der Nutzbarkeit von MyWallet. Die Aufladung der Wallet per Kreditkarte ist nämlich kostenpflichtig, und die andere Alternative ”DirektÜberweisung“ auch nicht für jedermann (ein anderes Thema für einen anderen Tag).

Screen Shot 2015-06-12 at 09.25.38 Der angehende Power-User möchte sich also ein automatisches Aufladen per Lastschrift einrichten. Doch halt, warum funktioniert das nicht, obwohl Girokonto und Person legitimiert sind? Die Hotline verweist darauf, dass eine Bonitätsprüfung stattfinde. Man solle sich bitte an Creditreform Boniversum wenden und eine Selbstauskunft nach dem Bundesdatenschutzgesetz beantragen. Auf meine Frage nach dem Chef und einem Hinweis auf regelmäßiges Einkommen in mehr als ausreichender Höhe heißt es nur, es gäbe standardisierte Verfahren, weswegen keiner vor Ort eine Entscheidungsbefugnis habe.

Die angeforderte BDSG-Eigenauskunft bei der Auskunftei Boniversum lieferte weder harte Negativkriterien noch andere hinterlegte Geschäftsbeziehungen. Lediglich einen leicht unterdurchschnittlichen Score, für den es alle möglichen Gründe geben kann, ob „falsches“ Alter, Geschlecht oder Adresse. Sogar eine fehlende Kredithistorie wirkt sich bei vielen Auskunfteien tendenziell negativ aus. (Bei der Schufa hingegen – mit der Telekom MyWallet nicht zusammenarbeitet – liegt genug Kredithistorie über mich vor und ebenso keine Negativeinträge.)

Es wird Zeit, einen anderen Kanal zu konsultieren. Das Twitter-Team Telekom_hilft erscheint erst mal hilfreich und bittet um etwas Geduld. Die Anfrage werde an die Experten weitergeleitet. Das klingt erst mal gut. Doch das Anliegen landet nicht endlich bei jemandem mit Entscheidungsbefugnis, sondern auf dem Tisch des gleichen First-Level-Supports, und wird per E-Mail abgebügelt.

Nun werde ich Konsequenzen ziehen und die Kündigung abschicken. Zum Glück gab es ja einen Start-Bonus von 10 Euro, so dass ich wenigstens nichts für ein Produkt zahlen musste, das nicht richtig funktioniert. Kontaktlose Kartenzahlungen gibt es etwa bei der DKB, comdirect oder Consorsbank schon länger, wenn auch diese Banken auf Visa payWave setzen.

Screen Shot 2015-06-12 at 09.38.24Kontaktloses Maestro ist zwar nett und in der Tat selten in Deutschland. Aber ein so großer Mehrwert ist das nicht, wenn man davon absieht, dass Aldi bisher nur Maestro- und V-Pay-Kontaktloszahlungen akzeptiert, aber nicht Visa oder MasterCard. Letztlich ist MyWallet also eher eine nette Spielerei als eine Alternative zu einem guten Bankkonto.

Ich bin froh, dass ich kein Kunde der Deutschen Telekom bin. Wenn es schon bei so einer relativen Kleinigkeit am „Computer says no“-Prinzip scheitert, will ich nicht wissen, wie aufgeschmissen man als Kunde bei größeren Problemen ist. Bei den vielgescholtenen Banken hingegen sind gerade in solchen Fällen individuelle Lösungen möglich und es wird nicht blind auf das Urteil eines Computers verwiesen, dass man vermeintlich ein schlechter Zahler sei, nur weil einige andere in der selben Alters-, Geschlechts- oder Wohnortsgruppe es sind.

Als Kunde der Consorsbank (eigentlich BNP Paribas Zndl Deutschland, Nürnberg) habe ich zu meinem Girokonto eine kostenlose Visa-Karte bekommen. Sie wird in der Werbung als „VISA Card“ bezeichnet, ganz schüchtern taucht in einer Aufzählung der Punkt „Behalten Sie dank Debitfunktion den Überblick: Zahlungen und Abhebungen erscheinen sofort auf Ihrem Konto“ auf.

Consors VisaAuf der Karte ist (und das ist höchst nachlässig!) nur das reguläre Visa-Logo angebracht. Nicht das Logo mit dem zusätzlichen Schriftzug „DEBIT“ unter dem Visa-Logo, wie man es etwa von britischen oder US-amerikanischen Karten kennt, die dort oftmals als Hauptkarte zum Girokonto ausgestellt werden. Zwar ist die EMV-AID immer A0000000031010, egal ob die Karte nun Visa Credit oder Visa Debit ist. Aber anders als es viele Laien vermuten, gibt es dennoch einen ganz erheblichen Unterschied. So sind die Kosten für die Akzeptanz von Visa-Debit-Karten für viele ausländische Händler geringer (hier die Aufstellung der Interchange-Kosten für internationale EWR-Transaktionen, die einen Teil der Händlergebühren ausmachen).

Screen Shot 2015-01-22 at 00.02.43 (EZY Cards)Neulich wieder erlebt: Ich buche einen Flug bei easyJet. Auswahl bei Kartentyp u.a. zwischen „Visa“ und „Visa Debit“, zu meinem Erstaunen sogar in der deutschsprachigen Fassung der Seite, obwohl hier die allermeisten Nutzer unwissend sind. Ich bin natürlich sofort auf die Option „Visa Debit“ gegangen, was die Buchung gleich rund zwei Euro billiger gemacht hat (108,54 Euro statt 110,71 Euro), da dann easyJet auf Kreditkartengebühren verzichtet. Natürlich mit der Consorsbank-Visa-Karte gezahlt. Die Transaktion ging problemlos durch und wurde bestätigt. Nutzer bestimmter amerikanischer Visa-Debit-Karten beklagen in Foren, dass das easyJet-Buchungssystem ihre Karten nicht richtig erkennt, aber zumindest in dieser Hinsicht gleicht die deutsche Visa Debit der Consorsbank in ihrer Funktionalität exakt denen etwa aus Großbritannien. Das sollte sich dann auch am POS, also an der elektronischen Kasse, zeigen.

FoylesDeltaCardBeim Buchhändler in London nutzte ich die Karte natürlich ebenfalls, zumal sie mit 0% Fremdwährungsgebühr auch bei bargeldloser Zahlung, anders als etwa DKB, DAB, comdirect, ING-DiBa, netbank usw., für Weltenbummler sehr attraktiv ist. Es erschien auf dem Kassenzettel sogar die Angabe „DELTA CARD“ – die alte Bezeichnung für Visa Debit in Großbritannien, die schon seit ca. 10 Jahren nicht mehr verwendet wird – als Zahlungsmethode! (Dass die Karte im Ausland als Chip & Signature-Karte funktioniert, weil sie nur Online-PIN und kein Offline-PIN kann, und das sehr suboptimal ist, ist wiederum eine andere Baustelle…)

Auch bei PayPal habe ich die Karte (als Visa-Karte) als Zahlungsmethode eingetragen. In der Einzelansicht der Transaktionen heißt es dann immer, abgebucht wurde von „Visa Debit Card“.

Screen Shot 2015-01-25 at 23.23.00

Nur weil in Deutschland und der Kartentyp „Visa Debit“ eine untergeordnete Rolle im Zahlungsverkehr spielt und viele gar nicht wissen, was das ist – zumal hierzulande oft Visa und MasterCard mit Kreditkarten gleichgesetzt wird und man bei Debitkarte lediglich an V-Pay, Visa Electron oder Maestro denkt –, ist das im Ausland nicht automatisch der Fall. Den Unterschied und den entsprechenden Kartentyp der eigenen Karte zu kennen kann bares Geld sparen.

(Es ist also ganz einfach: Visa Debit ist eine Karte, die überall akzeptiert wird, wo Visa akzeptiert wird. Alles, was mit Kreditkarten funktioniert (z.B. Reservierung eines Betrages oder Offline-Transaktion mit Magnetstreifen im Zug), aber nicht notwendigerweise mit den „klassischen Debitkarten“ wie Visa Electron oder Maestro, funktioniert auch mit Visa Debit, Meist hat eine Visa-Debit-Karte eine hochgeprägte Kartennummer, die Abrechnungsmodalität ist die einer Debitkarte, die Akzeptanzkosten sind für internationale Händler geringer.)

Daran kann man zumindest zweifeln.

Denn auch dort hat sich die besonders bei Sparkassen und Volksbanken in der Provinz verbreitete Praxis eingebürgert, Inhabern von bestimmten Karten Barauszahlungen zu verweigern. (Die Mittelbrandenburgische Sparkasse Potsdam macht das anders – dort kann man pro VISA-Transaktion maximal 50 Euro abheben. Auch das ist eine eher merkwürdige Praxis.)

Kein BargeldEin solcher Hinweis ist an den Geldautomaten der Kreissparkasse Böblingen im Einkaufszentrum „Mercaden“ in Böblingen zu sehen. Demnach kann man mit VISA-Karten von ING-DiBa, DKB, Volkswagen Bank, Santander Bank, CC Bank, comdirect und Allbank kein Bargeld abheben. Nun bieten in der Tat einige Direktbanken kostenlose Bargeldabhebungen mit der VISA-Karte an, wie die ING-DiBa oder die DKB. Die comdirect tut dies jedoch nur im Ausland. Allbank und CC Bank gibt es gar nicht mehr. Noch kurioser: Die Santander Bank ist eine Filialbank. Geht es lediglich darum, Wettbewerbern Steine in den Weg zu legen?

Fakt ist jedenfalls, dass auch für Abhebungen mit der VISA-Karte Gebühren von der ausstellenden Bank an den Geldautomatenbetreiber gezahlt werden, es handelt sich also nicht um Schnorren o.ä. Diese bewegen sich im Bereich von knapp zwei Euro, was kostendeckend sein dürfte. Ich bezweifle auch sehr stark, dass comdirect oder DKB weniger zahlen müssten als eine fremde Filialbank, es dürfte vielmehr an der Popularität ihrer Produkte liegen. Die Privatbanken verlangen auch für die Abhebung mit der girocard, wo ein direktes Kundenentgelt anstelle eines Interbankenentgeltes berechnet wird, fast immer 1,95 Euro. Man sieht dort auch kein Problem in der Mitnutzung durch Kunden anderer Banken, da dies den Betrieb der Automatenstandorte rentabler mache. Die ING-DiBa stellt sogar selbst Automaten an Bahnhöfen und anderen Orten mit viel Laufkundschaft auf, um davon zu profitieren.

Mit solchen Praktiken, liebe Kreissparkasse Böblingen, gewinnt man jedenfalls keine neuen Kunden. Direkt neben dem Einkaufszentrum am Bahnhof befindet sich eine Postbank, wo man die Dinge etwas gelassener sieht. Und sollte der Betrieb von Geldautomaten wirklich so teuer sein, dann bewirbt doch das bargeldlose Zahlen.

Mittelfristig besteht die Gefahr, dass durch solche Aktionen die einheitlichen Zahlungssysteme fragmentiert werden und man sich nicht mehr sicher sein kann, dass überall Visa drin steckt, wo Visa drauf steht.