Die Verwertungsgesellschaft Wort ist nach eigener Beschreibung ein „Zusammenschluss von Autoren und Verlagen, der Tantiemen aus Zweitnutzungsrechten einnimmt und weitergibt“. Faktisch ein Monopolist, welcher Gebühren u.a. aus Pauschalabgaben für Drucker eintreibt. Nun mag man bereits dieses Konzept für überholt halten (persönlich halte ich es für grob unsozial). Jedoch gilt auch hier wie so oft im Leben „Don’t hate the player, hate the game“ – einen Vergütungsanspruch erwirbt jeder, der z.B. wissenschaftliche Aufsätze oder journalistische Beiträge verfasst.

Jedenfalls ist bereits seit rund zwei Jahren ein Rechtsstreit mit dem Urheberrechtler Martin Vogel über die Frage anhängig, ob den Urhebern pauschal ein Verlegeranteil von den Ausschüttungen abgezogen werden darf, aufgrund dessen die Auszahlungen 2012 und 2013 verzögert wurden. Am Umgang mit den Autoren und insbesondere den Verfahrensbeteiligten kann man die segensreichen Wirkungen eines Monopols betrachten.

Mit ihrer Kampagne „Wir geben 8 aufs Wort“ will die VG Wort sich verstärkt für die Rechte der Autoren und Verlage einsetzen.

Sie mögen 8 aufs Wort geben, auf die deutsche Sprache aber nicht unbedingt. Schaut man sich auf ihrer Seite um, entdeckte man bis vor wenigen Tagen schräge Formulierungen wie „Hauptausschüttung 2012 in 2013“ (inzwischen in „Hauptausschüttung 2013 für 2012“ bereinigt). Im T.O.M.-System (Texte online melden) geht es mit fehlenden Kommata weiter.

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Oh ja, Kultur und so.

Es gibt einen neuen Lebensmittelskandal. In Großbritannien wurde in tiefgefrorenen Supermarkt-Hamburgern undeklariertes Pferdefleisch gefunden, welches anstelle von Rindfleisch verwendet wurde. Nun sollen auch Lasagne und andere Fertiggerichte betroffen sein.

Die britische Lebensmittelaufsicht FSA ordnete umgehend die Überprüfung sämtlicher Tiefkühlprodukte an, welche offiziell Rindfleisch enthalten. Ein Zeichen dafür, dass die britische Verwaltung deutlich handlungsfähiger ist als die deutsche. Denken wir an das Jahr 2011 zurück, als ausgehend von einem Biohof(!) in Niedersachsen E. coli-verseuchte Sprossen für fast 50 Tote und mehr als 3.000 Erkrankungen sorgten, und die Behörden ratlos zuschauten.

Dem Fass die Krone aufgesetzt haben eigentlich die Kommentare, die auf „Spiegel Online“ zu dem Thema abgesetzt wurden. Nun mag man natürlich denken, dass viele Trolle mit viel Freizeit (Schüler, Studenten, Rentner) die Onlineforen frequentieren. Aber bestimmt sind es nicht nur Trolle – und letztendlich ist es auch ein interessanter Spiegel der Gesellschaft, weil man quasi anonym und frei von der Leber weg seinen Vorurteilen und seiner Polemik freien Lauf lassen kann.

Ich zitiere:

Ich kann es nicht mehr hören, wenn mir Leute erzählen, die sozial schwächeren könnten sich keine gesunden Lebensmittel leisten. Wenn Sie im Bio- Laden für 25 Euro Zutaten für einen Gemüseeintopf kaufen, bekommen Sie mindestens acht Portionen davon.

Wer Fertiggerichte aus der Tiefkühltruhe liebt, sollte sich vor allem mal die billigen Zutaten, den Schnupfen der Verpackerin, die Klohände des Kontrolleurs und die tagealten Verklebungen in den Maschinen vergegenwärtigen, Deshalb immer schön über 60° erhitzen!

In diesen Fertiggerichten wird doch nur Gammelfleisch und andere eklige Fleischabfälle aus allen möglichen Massentierhaltungstieren verarbeitet und nachhaltig mit Geschmacksverstärker und Gewürzen gestreckt.Ich esse prinzipiell keine Fertiggerichte denn die Angaben die auf der Verpackung stehen sind oft gefakt.Ich wünsche guten Appetit mit diesem Fertigmüll.

All dies lässt sich eigentlich alles mit einem Satz zusammenfassen: „Esst doch Kuchen, wenn ihr kein Brot habt“.

Wer für 8 Portionen Gemüseeintopf Bio-Produkte im Wert von 25 Euro einkauft, überschreitet den veranschlagten Hartz-4-Satz für Nahrungsmittel deutlich – hinzu kommt, dass man kaum achtmal hintereinander das selbe essen möchte. Dann spielt natürlich noch die Zeit, die man für die Zubereitung aufwendet, eine Rolle. Es führt nicht jeder eine klassische Hausfrauenehe und mancher, der Vollzeit arbeitet, kann sich eben nicht überwinden, abends noch in der Küche zu stehen. Manchen mag „Selber Kochen!!“ ja Spaß machen, für andere ist es eher lästige Pflicht, und dass der eigene Lebensstil nicht der einzig Wahre ist, fällt diesen Kommentatoren nicht auf.

Zum Thema „Fertiggerichte sind schmutzig“ sei angemerkt, dass es natürlich immer hochwertigere wie auch einfachere Produkte gibt. Industrielle Großküchen sind aber in aller Regel deutlich sauberer als der eigene Haushalt. Und die Gastronomie ist natürlich, wie allgemein bekannt, auch nicht besser.

Diese besserwisserischen Kommentare sind aus dem selben Zynismus gestrickt, der bei Thilo Sarrazins „Hartz-4-Speiseplan“ (zurecht) kritisiert wurde, nur dem Zeitgeist entsprechend mit einem leicht moralisierenden und ökologischen Anstrich. „Also ich kaufe im Bioladen und verstehe nicht, wieso sich Geringverdiener das nicht leisten“ ist die Stammtischparole 2.0.

Disclaimer: Das sage ich als ein häufiger Genießer industrieller Fertigprodukte. Sie sind besser als ihr Ruf.

Auf dem Server des Karls-Gymnasiums Stuttgart befindet sich interessanterweise die (zehn Jahre alte) Website eines Counter-Strike-Clans, designt von zwei Personen namens „-=DreCKSacK=-“ und „KingOfCampers“.

Das Design ist primitiv, Inhalte gibt es außer ein wenig möchtegern-coolem Kinderkram auch nicht wirklich. Aber wie lässt sich das mit dem Erziehungsauftrag einer Schule vereinbaren? Ich kann mir kaum vorstellen, dass „Killerspiele“ ins pädagogische Konzept dieser Schule mit Hochbegabtenzug passen. Offenbar kennen die Verantwortlichen nicht einmal den eigenen Internetauftritt.

Just in dem Moment, als Christian Wulff zurücktrat, wischte eine Taube einer Statue von ihm den Schnee von den Schultern, und auf dem Hannoveraner Maschsee stürzte eine fünfzehn Meter hohe Welle ein. Oder so ähnlich.

So würde der Rücktritt Wulffs im Fernsehen des nordkoreanischen „Bruderstaats“ dargestellt werden:

Ein ganz lieb und nett daherkommendes eBay-Angebot. Externer CD-Brenner älterer Bauart halt. Wer aber genauer hinschaut, entdeckt, dass das externe Netzteil keinen deutschen, sondern einen britischen Stecker besitzt. Dieser hat drei längliche Pfostenkontakte mit rechteckiger Grundfläche (statt zwei mit runder Grundfläche wie in Deutschland).

Mich reizt es ja irgendwie schon aus Neugier, das Ding zu kaufen… Also erst mal den Verkäufer gefragt, ob das so stimmt 🙂
In der Artikelbeschreibung stand zumindest nichts von einem britischen Stecker.

Ich bin über eMatti auf ein Tumblr gestoßen, welches Namensschilder und Geburtsanzeigen von Kindern mit unkonventionellen Namen veröffentlicht – Chantalismus.

Es ist ja schon seit längerem bekannt, dass der Vorname tatsächlich Karrierechancen beeinflussen kann. Kinder, die Kevin oder Angelina heißen, werden von Lehrern wohl in die Schublade „Leistungsschwäche und Verhaltensauffälligkeit“ gesteckt, während Alexander und Charlotte als freundlich und fleißig gelten (Quelle). Das setzt sich in einer gewissen Form auch noch im Arbeitsleben fort – dort genügt es schon, einen türkischen Namen zu haben, um spürbar schlechtere Chancen bei einer Bewerbung zu haben.

Die Namen selbst finde ich nicht wirklich schlimm, sondern eher die Vorurteile. Am schlimmsten sind aber die Familienanzeigen auf „Chantalismus“, die sich dem anderen fast bis ins letzte Detail gleichen. Erlauben die Zeitungen in Gelsenkirchen nur die selben paar Vorlagen?




Nein, „Shipped from England“ wird nicht mit „Schiff aus England“ übersetzt.

(Hintergrund: Für Computerzubehör geben eBay-Händler aus China oder Hongkong gerne Artikelstandort UK an – dauert trotzdem noch relativ lange, der Versand aus HK nach Deutschland, auch wenn sie behaupten, sie seien in London ansässig…)

Es gibt viele Dinge, die ich am britischen Alltagsleben bewundere. Das Gesundheitssystem, der berühmte NHS, gehört allerdings eher nicht dazu.

Wie der Newark Advertiser berichtete, fuhr ein Krankenhaustransportwagen bei einer 65-jährigen Witwe aus Newark (Nottinghamshire) vor, um ihren vor vier Jahren an Lungenkrebs verstorbenen Mann zu einem Arzttermin abzuholen. Sie und ihre vier Kinder sind darüber äußerst geschockt.

Der East Midlands Ambulance Service hat inzwischen eine Untersuchung angeordnet, um den Grund für diese Verwechslung aufzuklären, denn der Verstorbene war nie Patient bei der Arztpraxis, zu der er gefahren werden sollte.

Quelle: http://www.newarkadvertiser.co.uk/articles/news/Widows-fury-over-mix-up

Das erinnert mich irgendwie an einen alten DDR-Witz:
„Ihren Trabant können Sie dann morgen in 10 Jahren abholen.“
„Soll ich vormittags oder nachmittags kommen?“
„Das ist egal.“
„Vormittags wär halt schlecht, weil da der Klempner kommt.“