Mit Karte heißt mit Visa Debit. Oder Maestro!

girocard hinkt technisch hinterher
Lange hat man in Deutschland versucht, den Trend zum Bezahlen kleiner Beträge mit Karte auszusitzen, so wie das Internet oder die Emanzipation (heute noch im Saarland, wo alle Geschäfte um 20 Uhr schließen müssen, aber gleichzeitig der Anteil nicht erwerbstätiger Frauen am höchsten in Deutschland ist).

Und so führt man „girocard kontaktlos“ erst 10 Jahre ein, nachdem es die Kreditkartensysteme wie Visa und Mastercard schon hatten. 10 Jahre Leiden, Umstände, Fummelei. Und 10 Jahre, die man verpasst hat, um z.B. elektronisches Smart Ticketing im ÖPNV voranzutreiben und Barrieren für Gelegenheitsfahrer zu beseitigen. 10 Jahre Erfahrung, die Visa etwa mit Transport for London gesammelt hat.

girocard ist auch nicht sicherer
In jeder girocard (einst EC/electronic cash-Karte genannt) schlagen quasi zwei Herzen. Es gibt nämlich neben dem Verfahren mit PIN und Zahlungsgarantie auch ein sekundäres, inoffizielles Verfahren mit Unterschrift. Das ist das „elektronische Lastschriftverfahren“. Aus jeder auf dem Chip der Karte gespeicherten Kartennummer lässt sich eine Kontonummer bestimmen – Vorgabe des Bundeskartellamts. Das heißt, jeder Dieb kann mit der girocard und einer gefälschten Unterschrift einkaufen. Ironisch, da der Trend bei den Kreditkarten derzeit zu Chip & PIN statt Unterschrift geht und selbst die Sparkassen damit anfangen. Rund 15 Jahre nachdem man in Großbritannien die Schritte ging, aber immerhin ist man die Dominanz des Magnetstreifens früher losgeworden als im Nachzüglerland USA.

Besonders pikant ist das deswegen, weil kontaktlos damit nicht bloß eine abstrakte Kartennummer, sondern eine Kontonummer ermittelbar ist. „Kontaktloser Taschendiebstahl“ und so weiter, Kontonummern ändern sich oft nicht anders als Kartennummern.

ELV könnte rein theoretisch auch andere Karten betreffen (etwa einige österreichische „reine“ Maestros), je nachdem wie die Kartennummer gebildet ist. Aber dass ELV durch das Amt vorgegeben ist, hat auch mit der Dominanz eines Kartensystems zu tun.

Europarechtswidrige Diskriminierung: Bürgeramt in Berlin akzeptiert weder Bargeld noch internationale Bankkarten.
Ein Quasi-Monopol baut Mauern
Solange ein (dazu noch faktisch nationales) Zahlungssystem den Markt dominiert, werden immer wieder Akzeptanzstellen in vollkommener Gedankenlosigkeit ausländische Nutzer ausschließen.

Europarechtswidrig diskriminieren etwa bestimmte Berliner Bürgerämter ihre „Kunden“. Dort wird keine Barzahlung mehr angenommen, auch keine Kreditkartenzahlung, nur girocard. EU-Ausländer, die frisch nach Deutschland ziehen und eine „Dienstleistung“ benötigen (z.B. ein Führungszeugnis), stehen vor einem Problem. Willkommenskultur sieht anders aus, ganz abgesehen vom Diskriminierungsverbot in Art. 18 AEUV, der nicht nur unmittelbare Benachteiligungen gegen Staatsbürger eines anderen EU-Landes, sondern nach EuGH-Rechtsprechung auch indirekte Diskriminierungen eben dieser Form erfasst.

Dir werden möglicherweise Rechte vorenthalten
Die App Selection der europäischen VO 2015/751 wird mit Verspätung im deutschen Handel eingeführt. So kann man, wenn man den Knopf „Auswahl“ vor dem Einstecken der Karte drückt, oft wählen, ob man das einheimische Zahlverfahren girocard oder eines der internationalen (Maestro, V PAY, Visa Electron – je nach Karte) nutzen möchte. Nur mit den internationalen Verfahren hat man zugesicherte Chargeback-Rechte.

Vielleicht erzählt einem einer dann, „wer stellt schon für einen kalten Burger einen Antrag“? Aber erstens war man gerade bei den deutschen Filialbanken noch nie ein Freund der Bezahlung kleiner Beträge mit Karte. Man verdient schließlich zu gut durch die Fremdautomatengebühren in Deutschland und hat noch oft gruselige Preismodelle.

Da kommt ihnen ein uninformierter, dumm gehaltener Verbraucher gerade recht! Spart er ihnen doch Kosten und Aufwand.

Zweitens ist etwa bei Möbelhändlern die Akzeptanz von Kreditkarten historisch schlecht, u.a. weil sie eigene Finanzierungen verkaufen wollten. Und da kommt es durchaus vor, dass mal trotz Anzahlung nicht geliefert wird.

Wohl dem, der Maestro oder V PAY statt girocard gewählt hat und so zumindest gewisse Rechte behalten hat.

Anwendungsauswahl (App Selection) bei Kombikarte Fidor SmartCard.
Die Alternativen sind inzwischen mehr als gut genug
Ja, man muss die Nerven haben, ein „politischer Verbraucher“ zu sein und sich dem Mainstream zu widersetzen. Und gerade kleinere Händler oder Gastwirte nehmen manchmal nur girocard oder gar keine Karten. Inzwischen ist die Akzeptanz der Kreditkarten Visa und Mastercard aber so gut, dass man selbst in Deutschland im Alltag keine girocard mehr braucht – beim Tanken, im Supermarkt, auch bei vielen (nicht nur gehobenen) Gaststätten.

Wo Kreditkarten nicht gehen (z.B. im Berliner ÖPNV), funktioniert oft eine internationale Maestro-Karte. Eine solche gibt es jahresgebührenfrei etwa bei N26 oder in einer geringfügig schlechter akzeptierten Kombi-Variante als Fidor SmartCard. Wer eine dezente flachgeprägte Karte will, die sich vom Aussehen her an typische deutsche Kontokarten anlehnt, findet sie bei Barclaycard als Maestro-Zusatzkarte.

Es gibt auch Visa- und Mastercard-Debitkarten, die direkt und täglich vom dazugehörigen Bankkonto abbuchen. Man behält die Übersicht und hat keine böse Überraschung am Monatsende, sie funktionieren genauso wie „EC“-Karten. Auch hier sind Fidor und N26 für Mastercard, sowie Consorsbank und ING-DiBa für Visa empfehlenswert – alles Konten ohne Grundgebühr und auch mit Inklusiv-Barabhebungen, wenn man doch mal Scheine braucht.

Komfort ist kein Problem mehr. Das umständliche Unterschreiben wird immer mehr durch Chip & PIN ersetzt. Die allermeisten Kreditkarten haben inzwischen eine bequeme Kontaktlosfunktion, die man bei den großen Handelsketten wie Saturn und Media Markt, Kaufhof und Karstadt, Aldi, Lidl, Kaufland und Rewe nutzen kann, und auch bei einigen darüber hinaus.

Lasst euch zu allerletzt auch nicht von der schrägen „Priceless“-Werbung von Mastercard abschrecken. Nicht nur in Polen oder England, sondern immer mehr auch in Deutschland sind Visa und Mastercard alltagstaugliche Zahlungsmittel, die bei Lidl genauso wie bei Lufthansa und bei Kaufland genauso wie im KaDeWe akzeptiert werden. Die Plastikkarte ist kein dekadentes Spielzeug.


In Großbritannien wurden Visa-Debit-Karten unter der Marke „Visa Delta“ schon Anfang der 1990er eingeführt.

Veröffentlicht unter EFT.

Keine Kartenzahlung – Gastronomie Messe Berlin
Kurz: Sie sagen das Eine und machen das Andere. Es macht den Markt nicht attraktiver, wenn Banken behaupten, „wir warten nur auf Apple“, aber die alten Geschäftsmodelle mit aller Macht fortführen wollen.

Verbraucherinteresse

Viel wurde darüber diskutiert, warum Deutschland noch kein Apple Pay hat. Während es Großbritannien schon seit mehreren Jahren hat, die Schweiz, Frankreich und Irland nun auch mit an Bord sind und auch schon über einen polnischen Start gesprochen wird.

Sicher ist ein gewisses Verbraucherinteresse da. Man muss aber realistisch sein: Von Luft und Liebe lebt kein Unternehmen. Die Technik muss genutzt werden und auch etwas abwerfen. Sie darf den Nutzer nicht zu sehr frustrieren oder auf die Probe stellen.

Schlechte Akzeptanz

Deutschland ist kein großes Kartenland. Über zwei Drittel der Transaktionen im Präsenz-Einzelhandel werden immer noch in bar beglichen – so viel wie in Großbritannien vor etwa zwölf Jahren.

Das in Deutschland dominierende, nationale Zahlungssystem, girocard, hat derzeit etwa 800.000 aktive Terminals. Deutlich mehr Akzeptanzstellen pro Einwohner hatte das damals in Großbritannien dominierende Switch/Maestro schon vor über 10 Jahren (Ende 2005: 960.000 Händler). Auch Österreich hat eine rund doppelt so hohe Terminaldichte wie Deutschland (Angaben von SIX).

Natürlich sind solche Vergleiche immer mit etwas Vorsicht zu genießen. Deutschland ist eher ein Lastschrift-Land, während andere europäische Staaten wie Malta diese bis zur Einführung von SEPA nicht wirklich kannten. In Großbritannien ist hingegen auch die Kartenzahlung im Fernabsatz aus historischen Gründen verbreiteter. Es deutet aber darauf hin, dass es im Hochtechnologieland Deutschland ein Problem mit der Akzeptanz gibt.

Klar, Aldi, Lidl, Media Markt oder Amazon nehmen auch in Deutschland Kreditkarte. Doch es gibt in Deutschland mehr als in den Niederlanden, Polen oder England zwei Welten der Akzeptanz. Schon ein Taxi mit Kartenakzeptanz kann schwer zu finden sein. In Berliner Straßenbahnen oder im Hamburger ÖPNV geht nur passendes Hartgeld, obwohl Münzlogistik keineswegs einfach ist. Und bei Kneipen oder Imbissen ist es reines Glücksspiel, mit Karte zahlen zu wollen. Vielen Acquirern ist das egal: „Messe ist nur fünf Mal im Jahr, da lohnt für die Imbissbuden hier die Terminalmiete nicht“ – flexible Vertragsgestaltung ist offenbar jenseits ihrer Fähigkeiten.

Schlechte Akzeptanz bei kleinen Beträgen

Apple Pay basiert auf der allgemeinen kontaktlosen Kartenzahlungstechnologie.
Doch wie oft hört man gerade bei kleinen Händlern oder Gastwirten noch „Karte erst ab 10 Euro“? Oft sind diese Mindestumsätze sogar überhaupt nicht angeschrieben. Dabei sind geheim gehaltene Mindestumsätze wettbewerbswidrig. Stattdessen klebt an der Tür zum Tankstellenshop ein „zahl-einfach-mobil.de“-Aufkleber, so dass man als Kartenfreund eigentlich sicheres Territorium vermuten müsste.

Viele deutsche Händler arbeiten bewusst mit dieser „bait-and-switch“-Taktik, die genauso gesellschaftlich akzeptiert ist, wie es rauchende Kinder in den 1990ern noch waren. Wie oft frisst man den Ärger in sich hinein, um des lieben Friedens willen, und kramt notgedrungen Münzen heraus, statt auf seinem (durch den Aufkleber an der Tür zugesicherten) Recht zu bestehen oder den Einkauf stehen zu lassen? Apple Pay sollte kein Produkt sein, welches der Kunde einmal probiert, schon gleich unhöflich vom „Kassendrachen“ zurechtgewiesen wird. Der Kunde mag König sein, der Händler ist aber Kaiser.

Aus den Niederlanden: Infografik „De voordelen van contactloos betalen“.
Schon bei unseren westlichen Nachbarn, den Niederländern, sind „Pinnen ja graag“– und „Klein bedrag pinnen mag“-Aufkleber verbreitet. Sogar „Voor uw en onze veiligheid graag pinnen“ – „für Ihre und unsere Sicherheit gerne mit Karte bezahlen“ – liest man dort.

Doch warum sind die Unterschiede so groß?

Fehlendes Interesse der Banken

In den sozialen Medien heißt es immer von Seiten der Institute, „wir warten nur darauf, dass Apple sich meldet“. Vermutlich wartet Apple aber auch. Dies liegt wohl auch daran, dass trotz aller Lippenbekenntnisse der Bankenverbände zu modernem Bezahlen die Realität anders aussieht.

Lange haben viele Filialbanken kontaktlose Kreditkarten nicht eingeführt. Direktbanken taten es bereits vor mehr als fünf Jahren, und die Giganten der Volksbanken und Sparkassen beginnen erst knapp 10 Jahre nach der Premiere damit. Bei allem Respekt vor „girocard kontaktlos“ – der Alltag in der Provinz sind eher Aussperrungen von Direktbankkunden an Geldautomaten. Der Alltag sind Geschäftskontomodelle, bei denen jeder Buchungsposten 10 bis 30 Cent kostet, jede Bareinzahlung aber nur einen geringen Fixbetrag von 1-2 Euro. Hinzu kommen auch noch bei den girocard-Netzbetreibern, die auch Kreditkartenumsätze weiterleiten, Transaktionsentgelte von 5 bis 12 Cent pro Einkauf oder Kassenschnitt. Das Modell der Edekabank mit Transaktionsentgelt 1,2 Cent und Postenentgelt 1 Cent ist wesentlich realistischer, auf dem deutschen Markt leider die absolute Ausnahme für KMUs und für Nicht-EDEKA-Händler keine Option.

Wenn eine Bild-Zeitung 90 Cent kostet, der Kioskbesitzer für jede Bezahlung aber 40 Cent Transaktionsgebühr entrichten muss, macht er womöglich Verlust. Anders ist es in UK oder Irland, wo man bei neuen Kontomodellen dazu tendiert, Buchungsposten günstig oder kostenlos zu machen und dafür Bareinzahlungen prozentual (zwischen 0,5 und 2 Prozent) zu bepreisen – was gerade bei der aufwändigen Münzlogistik durchaus verursachergerecht ist.

Es hilft nicht, wenn auf girocard.eu behauptet wird, es gäbe keinen Anstandsbetrag und man solle kleine Einkäufe mit Karte bezahlen, weil sich die Gebühr für den Händler ausschließlich prozentual errechne. Das sind „alternative Fakten“. Es ist egal, dass die Interbankenentgelte bei Kartenzahlung durch politische Intervention gesenkt wurden, wenn die Ersparnis entlang der Wertschöpfungskette aufgefressen wird. Die Banken subventionieren das ineffizientere Bargeld für den Händlerwie man es auch in Irland vor einigen Jahren diagnostizierte – und bürden die Kosten dem elektronischen Bezahlen auf. Schlau ist das, Filialbanken können so ihre Existenz in der Fläche wirklich rechtfertigen.

Daneben leidet aber auch der Verbraucher. Barabhebungen an deutschen Fremdautomaten sind im internationalen Vergleich überteuert, wenn man nicht Direktbankkunde ist. Die größte Stärke und Schwäche des Deutschen zugleich ist, sich mit schwierigen Situationen abzufinden. „Was stellst du dich so an, man hat doch immer etwas Cash dabei / warum musst du am Sonntag einkaufen wollen / wir haben es auch überlebt, als man auf einen Trabi 10 Jahre warten musste“. Man kennt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung, fair enough. Aber Fremdautomatengebühren sind genauso wie ewiggestrige bayerische Ladenschlussgesetze menschengemacht, keine Naturkatastrophe. Es bleiben Ineffizienzen erhalten, die in anderen Nationen früh ausgemerzt wurden.

Ungünstiges technisches Umfeld

girocard auf Apple Pay ist unwahrscheinlich wegen des politisch gewollten, unsicheren „ELV kontaktlos“. Dazu irgendwann mal mehr, aber das Stichwort sollte Kennern reichen.

Fehlendes politisches Engagement

Tesco Extra in der 400.000-Einwohner-Stadt Szczecin (PL): geöffnet 24/7
In Polen (2008) und Irland (2013) gab es nationale Zahlungsentwicklungspläne, die alle Beteiligten – von Stadtverwaltungen über Banken bis hin zu Händlern – an einen Tisch brachten mit dem Ziel, die Akzeptanz zu verbessern. Die Politik wollte da sogar eine Vorreiterrolle übernehmen.

Das Handeln der Politik in Deutschland hingegen kann man nur als unglücklich bezeichnen. Hat man in Berlin zwar beschlossen, dass Taxifahrer Karten akzeptieren sollen, so ist die Umsetzung nur sehr lückenhaft. Auch ist ein happiger Pauschalaufschlag von 1,50 Euro (für alles – von Debitkarte über Kreditkarte bis hin zum Scheck) vorgesehen, der eigentlich mit der EU-Verbraucherrechterichtlinie nicht konform ist. Europarechtswidrig nehmen Berliner Bürgerämter teilweise nur girocard und kein Maestro oder gar Kreditkarten an – Barzahlung wird auch nicht mehr überall angenommen. Man hätte mit einer Fiskalkassenpflicht sicher auch etwas für die Steuerehrlichkeit von Gastwirten tun können – doch die lässt auf sich warten.

Es zeigt sich, dass Deutschland für Apple Pay ein schwieriger Markt sein wird. Dass man sich dann erst mal auf Polen oder Irland – die vor einigen Jahren auch noch große Bargeld- und Schecknutzer waren – konzentriert, ist verständlich.

Das britische Bahn- und Busunternehmen National Express kommunizierte einmal in einem Geschäftsbericht durch die Blume, man freue sich auf Aktivitäten in Deutschland und zwar in denjenigen Regionen, die „pro-competition“ seien, also in denen man politisch erwünscht sei. So ähnlich ist es mit Apple. Wo man nur unnütze Begleitmusik sein soll, mit der man sich schmücken kann, und dennoch hohe Kosten für die Markteinführung trägt, da geht man halt nicht hin. Die Banken mögen auf Apple warten, doch Apple wartet vor allem auf die Banken.

UK wurde auch kein Fintech-Hub durch Blockieren, Hinauszögern und Konservieren alter Geschäftsmodelle. Und so habe ich auch gewisse Zweifel, ob beim Brexit nicht bloß die Krümel für Deutschland abfallen werden.

Frozen yogurt paid contactlessly. London Transport Festival, 2016.
Frozen yogurt paid contactlessly. London Transport Festival, 2016.
Freunde des bargeldlosen Lebensstils haben es in Deutschland leider nach wie vor schwer. Oftmals werden nur einheimische Karten akzeptiert, oder ein unverhältnismäßig hoher Mindestumsatz gefordert (bis zu 50 Euro). Gerade in der Schnellgastronomie werden jenseits von McDonald’s und Starbucks manchmal überhaupt keine Karten akzeptiert. Hingegen ist es in Polen oder Großbritannien keine Kunst mehr, einen kleinen Frozen Yogurt auf einem Straßenfest mit Visa zu bezahlen.

Doch das Meckern in kleiner Runde bringt wenig. Einige Handlungsempfehlungen:

1) Händler direkt ansprechen
Dies sollte immer der erste Schritt sein. Gerne auch diskret per E-Mail, wenn der Kellner oder die Verkäuferin auf den Chef verweist, der leider, leider gerade nicht im Haus ist. Vielleicht weiß der Händler gar nicht, dass sich Kunden bargeldloses Bezahlen wünschen. Oder das Wissen des Chefs ist veraltet.

Kartenzahlung ist heutzutage
weder langsam (siehe kontaktloses Bezahlen mit Visa payWave und Mastercard PayPass),
noch teuer (girocard ab 0,5% Disagio, Mastercard und Visa ab 1% Disagio – Wechseln des Acquirers nach Preisvergleich kann sich gelegentlich lohnen – die beliebten „Menüschecks“ der großen Anbieter kosten hingegen bis zu 4,95% Abschlag – und wenn „keine Grundgebühr und keine lange Vertragsbindung“ Priorität hat, kann man erst mal mit einem iZettle anfangen),
noch unüblich (bei 100 Millionen girocards wird fast jeder Deutsche eine mit sich führen, viele ausländische Touristen führen vor allem Kreditkarten mit sich, und gerade bei jüngeren und weitgereisten Menschen ist der Verzicht auf bargeldloses Zahlen oftmals eher ein Problem der schwachen Akzeptanz und nicht so sehr eine Lifestyle-Wahl).

Manche Gastwirte beobachten sogar, dass sie mehr Kartenumsätze haben als branchenüblich, wenn sie in einer Gegend sind, in der nur wenige Lokale mit Kartenakzeptanz werben.

Es gibt natürlich den ein oder anderen starrsinnigen Chef, der sagt „ich bin jetzt 63 und in zwei Jahren mach ich den Laden sowieso zu“ oder „gegenüber ist die Sparkasse“ und überhaupt, „der Laden läuft doch ganz okay“ – dann kann man immer noch zu Schritt 2 übergehen.

2) Händler schlecht bewerten
Beispielsweise auf Yelp, Facebook, Foursquare oder Google kann man Bewertungen hinterlassen und auch schlechten Service von Geschäften, Gaststätten usw. kritisieren. Das wird außen stärker wahrgenommen als diskrete Mails.

3) Dem örtlichen Bundestagsabgeordneten schreiben
Den örtlichen Bundestagsabgeordneten findet man hier: https://www.bundestag.de/abgeordnete18/wahlkreise/

Schreibe dem Abgeordneten etwa, dass eine Fiskalkassenpflicht weniger „Schwarzumsätze“ bedeutet. Oder dass manche Gastwirte stöhnen, weil ihnen die Bürokraten im Finanzamt unterstellen, sie würden beim Barumsatz bescheißen, wenn sie mal mehr als 10% Kartenumsätze haben. Dass mancher Ladeninhaber eigentlich lieber „EC“ als Barzahlung sähe, weil sie auch schon mal ausgeraubt wurden, oder nicht jeden Abend kleine Münzen rollen möchten. Denn auch das Einzahlen von Bargeld ist für Geschäftskontoinhaber gebührenpflichtig und viele Bankfilialen haben keine Münzzählmaschinen.

Wenn mehr Zeit vorhanden ist: Anrufen ist noch besser als schreiben! Am besten den Mitarbeiter im lokalen Wahlkreisbüro. Oder in die Wählersprechstunde gehen.

Taxi im polnischen Szczecin (Stettin). Trotz historisch relativ hoher Interchange-Gebühren ist die Kartenzahlung in Polen sehr verbreitet.
Taxi im polnischen Szczecin (Stettin). Trotz historisch relativ hoher Interchange-Gebühren ist die Kartenzahlung in Polen sehr verbreitet.
4) Dem örtlichen Landtagsabgeordneten oder Kommunalpolitiker schreiben
Wurde eure Karte im Taxi abgewiesen? Oder nimmt der Automat für U-Bahn-Fahrkarten keine Kreditkarte? Nahverkehr wird durch die Länder, Kreise oder Kommunen bestellt. Ihr solltet bei diesen Aspekten also dem örtlichen Landtagsabgeordneten oder den Kommunalpolitikern vor Ort schreiben.

5) Der örtlichen Tourismus- oder Wirtschaftsförderungsgesellschaft schreiben
Schreibe der Tourismus- oder Wirtschaftsförderung deine Erfahrungen. In Berlin sind dies beispielsweise visitBerlin und Berlin Partner.

Vielleicht bist du weit gereist und hast Erfahrungen in den USA, England, Schweden, Finnland, Polen oder Tschechien gemacht. Was machen sie dort anders und was ist komfortabler?

Du kannst ihnen erklären, dass die vermeintliche „splendid isolation“ im Bereich Payment – in der Gastronomie, im ÖPNV, und so weiter – den Wirtschaftsstandort Deutschland als rückständig erscheinen lässt. Dass „Berlin ist billig und toll für einen Sauf-Urlaub“ kein dauerhaftes Geschäftsmodell ist, und auch sparsame Besucher nicht immer anspruchslos sind. Dass finanzstarke Investoren oder potenzielle Käufer deutscher Technik aus dem Ausland abgeschreckt werden, wenn sie „Nur-Hartgeld“-Automaten in Straßenbahnen nutzen müssen, teurere Cash-only-Gaststätten erleben, oder der Taxifahrer Kreditkarten nur widerwillig annimmt und dafür einen hohen Aufschlag berechnet.

6) Verbraucherverbänden schreiben
Ist noch ein wenig Energie übrig?

Schreibt eurer regionalen Verbraucherzentrale, wenn ihr erlebt, dass Händler Mindestumsätze oder Aufschläge für die Kartenzahlung verlangen, die überraschend kommen und nicht ausgeschildert sind. Dies könnte möglicherweise rechtswidrig sein.

Macht sie auf Probleme aufmerksam, die ihr im Alltag als Kunden erlebt. Verbraucherzentralen sammeln solche Informationen, um sie in ihrer politischen Arbeit zu verwerten und Handlungsbedarf aufzuzeigen.

Schlusswort

Es gibt viele Orte, bei denen man sich Gehör verschaffen kann. Natürlich ist Politik das Bohren dicker Bretter und es wird Rückschläge geben, in Form von nicht oder nur mit am Thema vorbeischrammenden Textbausteinen reagierender Lokalpolitiker. Aber es ist eine gemeinsame Anstrengung aller Akteure erforderlich, um Deutschland wettbewerbsfähig zu machen und von einem Transformationsland zu einem Wirtschaftsstandort auf Weltniveau im Herzen Europas zu entwickeln. Verbraucher, Banken, Händler und Politik müssen zusammenarbeiten.

Es geht hier keinem um die Abschaffung des Bargeldes. Aber der Verbraucher sollte eine Wahl haben. Wenn die Kartenzahlung bestimmten Verbrauchern mehr Komfort bietet, ist es legitim, als zahlender Kunde den Wunsch danach zu äußern.

Nochmals: Meckern in kleiner Runde zählt nicht! Dieser Beitrag soll als erste Inspiration dienen, um die nächsten Schritte anzugehen und gehört zu werden. Gemeinsam können wir stark sein.

Das Paar des Jahres 2004, jedenfalls im britischen Werbefernsehen, war die Hochzeit von Frau Switch und Herrn Maestro. Das Pinguinpaar nahm den gemeinsamen Ehenamen Maestro an. Begleitet wurde die Eingehung des Bundes fürs Leben mit verschiedensten medialen Kampagnen, unter anderem einer feierlichen Bankkartenübergabe im Londoner Zoo und Barprämien für Händler, die ihre Aufkleber rechtzeitig gewechselt haben.

Den Eheleuten war trotzdem kein langes Leben vergönnt. Einige Jahre, nachdem das nationale britische Zahlkartensystem Switch in das internationale Maestro von MasterCard überging, setzte sich Visa Debit großflächig durch und verbannte Maestro von MasterCard in eine Zuschauerrolle.

Akzeptanz Bankkarten in Deutschland (2015/16)
Akzeptanz Bankkarten in Deutschland (2015/16)
Nur, was hat das mit dem deutschsprachigen Raum im Jahr 2016 zu tun? Mehr als man denken mag. Mehr noch als Österreich oder die Schweiz ist Deutschland immer noch ein vornehmliches Barzahlerland, in dem es in Sachen Payment zwei Welten gibt. Die eine Welt mit Karstadt, Kaufhof, McDonald’s, Aldi, Lidl, Rewe, Rossmann und gewissen Tankstellen, wo fast alles auch kontaktlos akzeptiert wird. Die andere Welt hinkt 15 Jahre hinterher, das sind die unabhängigen Gastwirte, Dienstleister und kleinen Händler, wo neben Bargeld teilweise die nationale girocard und bestenfalls noch Maestro, dafür aber nur sehr selten Kreditkarten genommen werden. Viele Gründe werden diskutiert, ob mangelnde Steuerehrlichkeit, unkritische Kundschaft oder ein ausgeprägter gesellschaftlicher Konservatismus. An hohen Kosten oder einer Langsamkeit der Kartenzahlung kann es in der heutigen Zeit eigentlich nicht mehr liegen.

EC-Karte Stammbaum
EC-Karten-Stammbaum
Die girocard, Produkt des Verbandes Deutsche Kreditwirtschaft, wird im Volksmund immer noch oft EC-Karte genannt. Doch „EC-Karten“ entstanden Ende der 1970er als ausschließliche Scheckgarantiekarten für den sogenannten Eurocheque. Das blau-rote EC-Logo trugen auch Karten in den Niederlanden, Großbritannien, der Schweiz und anderen europäischen Staaten. Die Banken in anderen Staaten führten für ihre elektronischen Kartenzahlverfahren eigene Marken ein, so eben Switch und Solo in Großbritannien, PIN in den Niederlanden oder Bancomat in Luxemburg. Sie gingen in den 2000ern im Zuge der SEPA-Migration in Maestro und geringerem Umfang in V PAY auf.

Der Banksektor in Deutschland hingegen behielt lange das EC-Logo bei und änderte lediglich die Bedeutung von Eurocheque in „Electronic Cash“. Wohlgemerkt war und ist die Marke Eurocheque eine Marke von Europay Belgien, das eben von Mastercard übernommen wurde. Das ging solange gut, bis man neben dem Mastercard-Produkt Maestro auch andere Zahlungssysteme wie V PAY oder JCB als Kombination zu „electronic cash“ zulassen wollte. Vor knapp neun Jahren wurde daher das Logo girocard eingeführt.

Wenn der Händler sagt, „es geht nur EC-Karte“, meint er im Regelfall „es geht nur girocard“. In einigen wenigen Fällen mag auch eine internationale Maestro-Karte gehen, aber Kreditkarten (oder das, was für eine Kreditkarte gehalten wird – also auch Visa Debit, Debit Mastercard oder Amex Debit) werden vom Gerät nicht angenommen werden.

Produktwebsite zu Debit Mastercard (Screenshot)
Produktwebsite zu Debit Mastercard (Screenshot)
Nun versucht Mastercard derzeit, das Produkt „Debit Mastercard“ – eine Debit-Variante der Kredit-Mastercard und in ihrer Abrechnung den traditionellen EC-Karten eben nicht unähnlich – auch dem deutschen Markt schmackhaft zu machen. Und zwar mit einer Guerillataktik. Die „Debit Mastercard“ kann das EC-Logo führen. Denn EC steht ja für Eurocheque und die Rechte daran gehören Mastercard.

Ich finde den Ansatz zwar amüsant, aber äußerst gewagt. Offenbar soll durch eine Zermürbungstaktik dafür gesorgt werden, dass Händler einknicken. Man nimmt dafür Frust bei Kunden in Kauf, die eventuell wieder zur Barzahlung übergehen, weil man ja den Karten allgemein nicht vertrauen kann. Die geistige Verbindung von „EC-Karte“ und „girocard“ soll quasi mit Gewalt durchbrochen werden. Statt einer Pinguin-Hochzeit in England gibt es heute einen Rosenkrieg in Deutschland. Seit Maestro nicht mehr exklusiver Co-Badging-Partner von electronic cash/girocard ist, muss man nicht mehr so viel Rücksicht aufeinander nehmen.

Welche Bank wird als erste bei diesem supportintensiven Projekt mitziehen? Derzeit listet Mastercard als Anbieter von Debit Mastercard in Deutschland nur die Fidor Bank AG (ein Münchener Fintech-Institut, das vor kurzem von den französischen Sparkassen, BPCE, aufgekauft wurde) sowie die KT Bank AG (ein Institut mit kuweitisch-türkischer Beteiligung, das sich auf Islamic Banking spezialisiert hat) auf. Vielleicht wäre noch N26 zu nennen.

Ob diese relativen Nischeninstitute alleine solch ein Projekt stemmen wollen? Die großen Geschäftsbanken stehen nach wie vor hinter der girocard, die einerseits das Zubrot teurer Automatengebühren noch gewährleistet und für welche andererseits offenbar niedrigere Lizenzgebühren anfallen als für Maestro oder Visa Debit.

Doch wenn langfristig durch den Streit darum, wer legitimer Erbe des EC-Karten-Konzepts ist, auch die Akzeptanz internationaler Karten in Deutschland gestärkt wird, ist das Vorhaben von Mastercard insgesamt zu begrüßen.

Auf Kartenzahlungsbelegen aus Deutschland (Kundenbeleg, Händlerbeleg) stehen so einige interessante Angaben, die zur Fehlerbehebung dienen können. Heute erhaltet ihr eine Erklärung des sogenannten AS-Proc-Code.

Der AS-Proc-Code (Authorisation System Procedure Code) ist eine siebenstellige Rückmeldung des Autorisierungssystems und taucht in der Blockform „nn nnn nn“ auf den aus dem Terminal kommenden Kreditkarten- oder Debitkarten-Zahlungsbelegen auf.

Auf einem Beleg aus einem Restaurant steht womöglich „00 054 73“. Ein Beleg aus einem Supermarkt, bei dem man es zuerst erfolglos mit einer Chip-Zahlung versuchte und dann den Magnetstreifen durchzog, weist „00 803 00“ auf. Ein Barabhebungsbeleg von einem Schalter der ReiseBank weist „01 053 00“ auf. Und auf vielen Belegen aus Reisezentren der Deutschen Bahn stand bis vor kurzem „00 902 00“. Doch was bedeuten diese Ziffern?

Der erste Block beschreibt den Typ der Transaktion.

00: General purchase and pre-authorisation
01: Cash
02: Update
09: Authorisation with Cashback
20: Refund
31: Reconciliation: Request totals
36: Reconciliation: Request totals and change processing day
37: Reconciliation: Request totals of the last processing day

Die ersten beiden Stellen des zweiten Blocks beschreiben die Art, wie die Kartendaten durch das Terminal erfasst wurden.

00: Entry Mode – Unspecified
01: Entry Mode – Manual
02: Entry Mode – Magnetic stripe read
03: Entry Mode – Bar code
04: Entry Mode – OCR
05: Entry Mode – Integrated circuit card
07: Entry Mode – Proximity payment using ICC data
80: Entry Mode – ICC fallback to magnetic stripe
81: Entry Mode – PAN entered via Electronic Commerce
90: Entry Mode – Complete contents of magnetic stripe’s track 2 have been read and checked
91: Entry Mode – Proximity payment using magnetic stripe data

Die dritte Stelle des zweiten Blocks beschreibt die verfügbaren Funktionen des Terminals für das verwendete Zahlungssystem. Es heißt nicht notwendigerweise, dass diese Funktion auch eingesetzt wurde, d.h. ein AS-Proc-Code „00 053 00“ kann durchaus auch für eine Chip-&-Signature-Zahlung gelten, allerdings steht „00 054 00“ eindeutig für eine durch das Gerät erzwungene Unterschriftenzahlung.

0: Unknown
1: PIN entry capability
2: No PIN entry capability
3: EMV & PIN entry capability
4: EMV capability
5: ?
8: Terminal has PIN Entry Capability but PIN Pad is down
9: PIN Verified by Terminal Device

Der letzte Block beinhaltet Zusatzinformationen zur Transaktion.

00: indicates normal presentation – interactive
01: indicates customer not present – interactive
03: indicates tippable transaction – interactive
06: indicates pre-authorisation – interactive
08: indicates mail-order – interactive
09: indicates pre-authorisation with MOTO – interactive
51: Network diagnostic because of a POS Terminal time-out
52: Network diagnostic because of answer code 06, 97, 98 or 99 in the response message
of the authorisation centre computer / sequence generation number synchronisation without transaction information data.
54: Network diagnostic because of a MAC error in a reversal answer message
55: Network diagnostic because of a format error or invalid field contents in the auto-reverse answer message.
56: Network diagnostic with Sequence generation number synchronisation and transaction information data, because of answer code 06 and functionality (with transaction information data) is initialised.

6x indicates non-interactive batch upload messages, where x can take the values 0, 1, 3, 4, 5, 6, 8, 9.
60: indicates normal presentation – non interactive – batch upload
61: indicates customer not present – non interactive – batch upload
63: indicates purchase update, tip – non interactive – batch upload
65: offline authorisation – non-interactive – batch upload
68: indicates mail-order – non-interactive – batch upload

7x indicates interactive authorisation and capture notifications, where x can take the values 0, 1, 3, 4, 6, 8, 9.
70: indicates normal presentation – interactive
71: indicates customer not present – interactive
73: indicates tip-related – interactive
74: indicates merchant’s risk related – interactive
76: indicates pre-authorisation – interactive
78: indicates mail-order – interactive
79: indicates capture of pre-authorisation with MOTO
80: indicates purchase previous pre-authorisation – interactive
81: indicates unattended terminals, fixed amount, interactive (for instance, automated dispensing machines)

Kommen wir nun zu unserem Beleg aus dem Restaurant mit dem AS-Proc-Code „00 054 73“ zurück. Eingesetzt wurde eine echte Chip-&-PIN-MasterCard britischer Herkunft. Wir waren erstaunt, dennoch unterschreiben zu müssen.
Das deckt sich jedoch mit dem AS-Proc-Code 00 wie Zahlung, 05 wie Chip, 4 wie EMV ohne PIN, und 73 wie Beleg mit Trinkgeldfeld (in der Gastronomie üblich).

Beim nächsten Besuch wurde eine Maestro-International-Karte gezückt. Es erschien dann das übliche „00 053 00“ auf dem Beleg. Ein Terminal kann durchaus so eingestellt sein, dass die PIN für bestimmte Zahlungssysteme umgangen wird und für andere – etwa Maestro, welches PIN-Unterstützung vorschreibt – dennoch abgefragt wird.

Natürlich ist das Ganze extrem kompliziert und für den Laien kaum durchschaubar. Ein britischer oder polnischer Kassenzettel begnügt sich mit plumpen Angaben wie „ICC“, „SWIPED“ und „PIN Verified“ / „Kod PIN zgodny“, „Signature“ / „Podpis“ oder sogar einem „Podpis niewymagany“. Aber Overengineering ist schließlich auch eine deutsche Tugend.

Die Quelle der Definitionen ist das in Deutschland Anwendung findende „General ISO-8583 Credit Card (GICC) Protocol for POS Authorization“. Die Stichwörter für die drei Blöcke des AS-Proc-Code sind „Processing Code“, „POS Entry Mode“ und „POS Condition Code“.

Veröffentlicht unter EFT.

In zwei vorangegangenen Teilen habe ich bereits die Einrichtung eines Monese-Girokontos und die grundlegenden Funktionen erläutert. Doch genug von den Trockenübungen, nun kommen wir zu einem etwas praktischeren Teil…

Mittlerweile sind die ersten Debitkarten angekommen. Sie unterstützen zwar kein NFC, eine Kontaktlosvariante ist aber per E-Mail an den Support bestellbar und wird euch zeitnah zugesendet. Die Debitkarte habe ich in einem Kurzporträt hier auf der Seite EMV-Kartentest vorgestellt.

PIN Services an Barclays-UK-Automat
PIN Services an Barclays-UK-Automat
Kontostandsabfrage und PIN Services auch für fremde Karten bieten viele Geldautomaten z.B. in Polen und Großbritannien an. Der Kontostand wird von dem Automaten immer in Landeswährung angezeigt, auch wenn das Kartenkonto in einer anderen Währung geführt sein sollte. (Das Deutsche Geldautomaten-System ist hingegen nicht nur für den Verbraucher teuer, sondern auch technisch gesehen rückständig, da für fremde Karten außer Barabhebungen keine anderen Services angeboten werden.) Liebe deutsche Leser, wenn ihr eure Monese-Karte erhalten habt, könnt ihr ja einen kleinen Abstecher in eines der schönen europäischen Nachbarländer mit einer PIN-Änderung verbinden. Britische Automaten geben für eine erfolgreiche PIN-Änderung auch eine Quittung aus. Deutsche Automaten tun das bei PIN-Änderung von Karten aus dem eigenen Hause (die manchmal geht) selbst dann nicht, wenn sie als gleichzeitige Einzahlungsautomaten Quittungen drucken können (ja, ich schaue gerade auf euch, Commerzbank).

(Insidertipp: Am Flughafen Berlin-Tegel (TXL) und sicher einigen anderen Flughäfen befinden sich Mehrwährungsautomaten von Travelex. Ich würde dort keine Fremdwährung abheben, da sie eigene wenig attraktive Wechselkurse anwenden. PIN Services wird leider nicht angeboten, sehr wohl aber die in Deutschland sonst unübliche Kontostandsabfrage für Fremdkarten!)

Kiosk im Londoner Zentrum
Kiosk im Londoner Zentrum
Die Bareinzahlung ist typisch britisch, also sehr pragmatisch und benutzerfreundlich gelöst. (Ihr wisst ja, was der Unterschied z.B. zwischen Deutschland und UK ist. In Deutschland stehen an einem Bahnhof immer vier verschiedene Mülleimer. Keiner weiß, wohin sein Müll nun genau gehört und es werfen alle ihren Müll in den falschen Eimer, was die Politiker zum Anlass für mehr Steuern und Verbote nehmen. Anders in UK, wo schlicht ein großer Sack aufgehängt wird und dazu das Schild „All waste in this bin will be sorted after collection for recycling“ – so ähnlich läuft es auch bei Dienstleistungen generell.)

Wir haben es bei diesem Londoner Zeitungskiosk im Ortsteil Holborn, Stadtbezirk Camden erfolgreich durchgeführt. Der Laden wirbt mit dem gelben PayPoint-Logo, wie es viele Kioske in Großbritannien tun. Deutsche Leser kennen wahrscheinlich Cash26 von Number26, das mit Barzahlen.de kooperiert. Das Prinzip von PayPoint ist sehr ähnlich.

PayPoint-Einzahlungsbeleg
PayPoint-Einzahlungsbeleg
Anders als bei Number26 kann bei Monese aber der Einzahlungsbetrag im Laden frei gewählt werden. Es gehen auch niedrige Beträge, wie in diesem Beispiel 20 GBP. Der Vorgang ist einfacher als bei Number26 und benötigt keine umständlichen Barcodes, die man sich in der App ziehen müsste. Man händigt die Karte einfach dem Mitarbeiter über, der sie durch sein PayPoint-Terminal zieht, übergibt ihm den einzuzahlenden Betrag, und bekommt eine Quittung. Die Wertstellung der Bareinzahlung erfolgt beinahe sofort! Wenn der Mitarbeiter zweifelt, sagt ihm einfach, es sei eine „travel money card“, die ihr gerne mit ein wenig Bargeld „top up“ möchtet. PayPoint wird in UK fürs Aufladen verschiedener Prepaidlösungen genutzt und die Händler kennen das Prinzip. Bei Cash26 in Deutschland habe ich hingegen sehr gemischte Erfahrungen gemacht, da musste mal eine Mitarbeiterin am Infoschalter des Real-Marktes Berlin-Spandau die Filialleitung anrufen und um Anleitung bitten!

Das Monese-Konto zeigt natürlich (außer als einfache Form des Devisenkontos) seine Stärken erst dann, wenn man vor Ort in Großbritannien ist. Das Bezahlen mit der Karte ist einfach und macht Spaß, mit der selbst festgelegten Wunsch-PIN noch viel mehr. In UK wird zwar noch viel bar gezahlt, Kartenzahlung ist aber sehr weit akzeptiert. Gut, der ein oder andere Kiosk berechnet einen Mindermengenzuschlag. Aber es ist inzwischen auch nicht mehr unüblich, zwei Biere im Pub oder ein Käffchen und ein Sandwich zuschlagsfrei mit Bankkarte zu zahlen.

"Chip & PIN Only" at the Hare and Tortoise, Brunswick Centre, Bloomsbury, London.
„Chip & PIN Only“ at the Hare and Tortoise, Brunswick Centre, Bloomsbury, London.
Die Visa-Debit-Karte von Monese ist in jeder Hinsicht inländisch, so dass sie an fast allen Karten als „Visa Debit“ oder (bei älteren Systemen, wie z.B. im Shop des Verkehrsmuseums London) als „Delta EFT“ erkannt wird. Und die Karte unterstützt das in Großbritannien immer noch übliche Offline-PIN! Keine Diskussionen mit Gastwirten, die an der Tür warnend aushängen, dass sie nur „Chip & PIN“-Karten akzeptieren. Das mag zwar den Regeln von Visa und MasterCard („honour all cards“) klar widersprechen, aber jede Diskussion kostet unnötig Nerven und wenn man sie auch noch als Nichtmuttersprachler führt, zieht man im Zweifel den Kürzeren. Anders ist etwa die deutsche Visa-Debit-Karte der Consorsbank, die leider nur das normale Visa-Logo führt, kein Offline-PIN beherrscht und von einigen Kassen in UK als „Visa Credit“ fehlerkannt wird.

Da das Konto in GBP geführt wird, bekommt man bei Bezahlungen in UK keine Dynamic Currency Conversion (Währungsumrechnung) aufgedrängt. Die Rechtslage ist zwar eindeutig (Payment Services Regulations 2009, Regulation 49): kein DCC ohne Einwilligung. Aber etwa bei Hotelbuchungen in UK, bei denen die Karte vorab belastet wird, ist die Gegenseite nicht immer ehrlich, so dass man mit der Verwendung einer GBP-Karte langwierige Reklamationen vermeiden kann.

Mit Monese kann man, wenn man öfter in Großbritannien ist, zahlen wie ein Einheimischer. Das sollte einem der geringe Aufwand der vorherigen Währungskonvertierung wert sein, da man einem erheblichen Konfliktpotential aus dem Weg geht und den Urlaub oder auch die Geschäftsreise unbeschwert genießen kann.

Monese App - Umsätze
Monese App (alte Version) – Umsätze
Genug gelesen? Ihr möchtet es selbst ausprobieren?
Ich habe noch 4 Einladungen zu Monese zu verschenken. Hierzu benötige ich lediglich euren Namen und eure E-Mail-Adresse. Ihr benötigt für die Einrichtung darüber hinaus ein Android-Smartphone, einen gültigen Reisepass und gegebenenfalls einen Nachweis einer Adresse in der EU (aus den letzten 3 Monaten, z.B. Kontoauszug eurer bisherigen Bank, Festnetztelefon-, Gas-, Wasser- oder Stromrechnung, oder Gemeindesteuerbescheid).

Als jemand, der nicht nur privat mit Payment im weitesten Sinne zu tun hat, bekommt man im Alltag so einiges zu hören, etwa dass Kartenzahlung für kleine Beträge „affig“, „langsam“ und „umständlich“ sei, schnurstracks in die Privatinsolvenz führe oder die NSA erfahre, was man beim Lieblingsitaliener bestelle.

Taxi im polnischen Szczecin (Stettin). Trotz früher relativ hoher Interchange-Gebühren ist die Kartenzahlung in Polen sehr verbreitet.
Taxi im polnischen Szczecin (Stettin). Trotz historisch relativ hoher Interchange-Gebühren ist die Kartenzahlung in Polen sehr verbreitet.
In der Zeitschrift „Landes- und Kommunalverwaltung“ (LKV), Ausgabe 8/2015, befindet sich ab Seite 352 der Beitrag „Berliner Taxirecht zur bargeldlosen Entgeltzahlung rechtswidrig?“ des Offenbacher Rechtsanwalts Dirk Wüstenberg, der der Diskussion die Krone aufsetzt. (Abonnenten der juristischen Datenbank Beck-Online können ihn hier aufrufen.)
Eigentlich habe ich die Lektüre schon längst verdrängt, doch da Transport for London gerade angekündigt hat, dass die Akzeptanz von Bankkarten in den Taxen der britischen Hauptstadt ab Oktober 2016 verpflichtend wird, wie es in Berlin (nur) theoretisch schon seit Mai diesen Jahres der Fall ist, muss ich doch ein paar Anmerkungen loswerden.

Relativ weit am Anfang der Abhandlung von Wüstenberg steht der folgende Satz (Hervorhebung durch mich): „Die Kartenzahlung gefährdet, wenn sie zu oft in Anspruch genommen wird, de facto die Sicherheit des Taxibetriebs sowie die Sicherheit des Verkehrs.

Der Autor argumentiert damit, dass Kartenzahlung aufgrund eines Forderungsausfallsrisikos weniger Umsätze bedeute. Im Gegensatz zu üblichen Kreditkarten (der Autor nennt „Eurocard, Visa, MasterCard und American Express„) sei bei üblichen Debitkarten (der Autor: „übliche Debitkarten sind jedenfalls EC-Karte und girocard„) die ausstellende Bank nur verpflichtet, wenn das Konto des Kunden gedeckt ist. Die angestaubte Terminologie von „Eurocard“ und „EC-Karte“ ist hier nicht mal der größte Beanstandungspunkt, jedoch werden hier vermutlich das „wilde“ elektronische Lastschriftverfahren (ELV) und die garantierte Zahlung mit girocard, welche dank Mobilfunkabdeckung heutzutage von fast jedem Pizzaservice angeboten wird, durcheinandergebracht.

Der Autor behauptet, dass für die Zeit des Bezahlens und Aussteigens bei Kartenzahlung rund fünf Minuten zu veranschlagen seien, da der Taxifahrer Unterschriften usw. kontrollieren und der Lesevorgang durch das Gerät gelegentlich wegen technischer Probleme wiederholt werden müsse. Dies würde einen Zeitverlust und damit eine Reduzierung von Einnahmechancen im schnellen Taxiverkehr bedeuten, welcher klassischerweise so aussähe: „Der Fahrgast winkt, steigt ein, wird befördert, zahlt in bar und steigt aus.

Aus den Niederlanden: Infografik De voordelen van contactloos betalen.
Aus den Niederlanden: Infografik De voordelen van contactloos betalen
Die Kontaktloszahlung, wie sie in London kommen wird, wird im Aufsatz von Wüstenberg leider nicht diskutiert. Dabei hat man z.B. in den Niederlanden festgestellt, dass spätestens seit der Einführung von NFC das Vorurteil der langsamen Kartenzahlung nicht mehr aktuell ist. Eine Kontaktloszahlung an einer Supermarktkasse dauert rund 12 Sekunden. Das ist 6 Sekunden schneller als eine Barzahlung und immerhin 5 Sekunden schneller als eine traditionelle Zahlung mit PIN.

(Nun ist es auch nicht unbedingt volkswirtschaftlich sinnvoll, wenn ein Taxifahrer seine Beförderungsfälle gegen Ende der Fahrt zu einem Automaten einer Fremdbank fährt, damit sie teuer Bargeld abheben können – lesenswert ist dazu etwa diese Diskussion auf taxiforum.de. Daran stört sich aber offenbar keiner, weil die Rollen von „Gut“ (der einsame deutsche Taxiunternehmer, der alle Bareinnahmen brav versteuert) und „Böse“ (Uber, Amazon, Banken…) fest verteilt sind. Und wo keiner klagt, geht das Geschäft halt weiter wie bisher.)

Der Autor geht nicht auf Vorwürfe ein, dass die fixen Kartenzahlungsgebühren – wie 1,50 Euro nach dem Berliner kommunalen Taxitarif – rechtswidrig sind, da sie gegen die höherrangigen Vorschriften § 312a BGB bzw. Art. 19 der RL 2011/83/EU verstoßen, die Zahlungsmittelentgelte verbieten, welche die tatsächlich anfallenden Kosten übersteigen. Eine Girokartenzahlung mit SumUp oder iZettle kostet ein knappes Prozent vom Umsatz, und auch mit Hardwarekosten wird die durchschnittliche Fahrt – wohl kaum über 100 Euro – für den Taxifahrer kein Verlustgeschäft sein. Diese Vorschriften hat er vielleicht übersehen und stattdessen auf die Linie abgestellt, dass „die Höhe des Zuschlags zu niedrig, weil nicht kostendeckend“ sein könnte. Dass Bargeld auch nicht problemfrei ist – Stichworte Falschgeld, Raubüberfälle… –, ist dabei noch gar nicht einkalkuliert.

Stattdessen heißt es im Text von Wüstenberg, dass nur rund 10% der Fahrgäste, fast nur Geschäftsleute, im Taxi mit Karte zahlen wollen würden. Leider findet sich keine Quellenangabe und die Zahl ist schwer nachvollziehbar, zumal eine öffentliche Konsultation in London 86% Zustimmung zu Kartenzahlungsakzeptanz in Taxen gab. Selbst im eher konservativen Deutschland dürften es mehr als 10% der Verbraucher sein, die die Vorzüge der Kartenzahlung erkannt haben, etwa weil sie aufs Geld achten müssen und ihr Ausgabeverhalten so besser nachvollziehen können.

Und was können wir daraus lernen?

Was die Unternehmen des ÖPNV gerade erst begriffen haben, müssen auch Banken und Zahlungssysteme lernen. Es ist nett, wenn Visa und MasterCard Fußball-Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele als Sponsor begleiten, doch viel besser angelegt ist das Geld in der politischen Kommunikation. Gleichzeitig darf man Karten und mobiles Payment nicht als dekadentes Lifestyleprodukt oder Spielerei für Nerds vermarkten, sondern als bequeme Alternative zur Barzahlung für jedermann. Die Niederlande mit ihrer „Pinnen ja graag“-Kampagne zeigen, wie es geht.

Solange Banken die öffentliche Meinung kaum aktiv mitprägen, wird immer nur die Gegenseite gehört, auch wenn ihre Argumente vielleicht bei objektiver Betrachtung sehr schwach sind. Die Verbände des Einzelhandels und der Dienstleister nehmen einem die Butter vom Brot weg, aber auch der Verbraucher verliert seine Wahlfreiheit. Es ist Unwissen, nicht aktive Boshaftigkeit, die zu vielen politischen Fehlentscheidungen führt, und dies gilt es zu bekämpfen.

…hat etymologisch die selben Wurzeln wie die griechische Speise Gyros. Es dreht sich.

Und genauso wie ein zu lange gegrilltes Gyros ist auch ein Girokonto ohne Guthaben eine eher trockene Angelegenheit. Dies gilt auch für das britische Girokonto von Monese, das ich euch in einem vorherigen Post vorgestellt habe. Insbesondere weil Monese keine Überziehungsmöglichkeit (overdraft) anbietet. Ein Dispokredit hätte jedoch erheblich strengere Vergabekriterien erfordert und wäre gerade für Neuankömmlinge in Europa nicht ohne Weiteres denkbar.

Screenshot_2015-09-24-10-04-19Nun wollte ich möglichst kostengünstig zum „inländischen Tarif“ Guthaben auf mein neues Konto überweisen. Für Kleinbeträge lohnt sich TransferWise mit dem Sockelbetrag kaum. Ich habe mir also von meinem Revolut-Prepaid-Kartenkonto (auch ein hervorragendes Produkt – mit geringfügig schlechteren Kursen, aber keinem Sockelbetrag, und einer Prepaid MasterCard dazu) zum Test am Sonntagabend 1 GBP auf das Monese-Konto überwiesen.

Da Revolut für ausgehende Überweisungen das langsame BACS-System verwendet und nicht Faster Payments, dauerte es bis zum vierten Arbeitstag, also Donnerstagmorgen, bis die Überweisung von 1 GBP auf dem Monese-Konto in der App erschien. Und kaum ist der erste Umsatz getätigt, wirkt die App gar nicht mehr so karg wie am Anfang, wenn da nur das schnöde „£0.00“ und „Welcome to your Monese account!“ oben steht. In der App erscheinen derzeit nur Absendername und Betrag, nicht jedoch Referenz oder Kontonummer des Absenders.

MakePaymentToEinen Penny habe ich dann sogleich von Monese auf das Revolut-Konto zurücküberwiesen. Ich konnte Account number und Sort code eingeben, und auch eine Referenz eingeben, was für Überweisungen an Sammelkonten von Prepaidkarten wie bei Revolut unerlässlich ist. (Vielleicht kommen irgendwann auch SEPA Purpose Codes? Die sind ja gerade in Deutschland sehr beliebt, in anderen Ländern eher von untergeordneter Bedeutung weniger.)

Jedenfalls – mal schauen, wann diese Überweisung ankommt. Die Monese-App erklärte jedenfalls stolz, als ich die Überweisung um 10:16 Uhr abgab, „Your payment should arrive by 10:16 tomorrow“ – es sollte also eine Faster-Payments- und keine BACS-Transaktion sein.

Ausgehende Überweisungen sind nicht nur in GBP an britische Kontonummern, sondern auch schon im SEPA-Raum in EUR aus eurem bestehenden GBP-Guthaben möglich. Letzteres ist kostenpflichtig, da eine Währungsumwandlung stattfindet.

Screen Shot 2015-09-25 at 01.48.05Nach Absendung in der App erhielt ich eine E-Mail, dass erstmalig eine Überweisung an diese Kontonummer stattfindet. Sollte sie nicht von mir beauftragt sein, solle ich sofort bei Monese anrufen. Dies ist ein hervorragender, innovativer Missbrauchsschutz!

Denn Monese hat kein klassisches PIN-TAN-Verfahren mit Papierlisten, TAN-Generatoren, SMS oder anderen Kanälen, wie man es von den traditionellen Banken kennt, sondern die Überweisung wird im Vorschaumodus mit einem Wisch freigegeben. Bei der App selbst meldet man sich mit einem fünfstelligen Zifferncode an. Auf einem neuen Gerät muss man zunächst seine Mailadresse angeben, bekommt einen Freischaltlink, und erst dann ist das Gerät mit dem Konto so verbunden, dass man sich mit dem fünfstelligen Code anmelden kann.

Screenshot_2015-09-24-11-26-36Einige Stunden später, als die ausgehende Überweisung nicht mehr als „pending“ erschien, sondern mit Zeitstempel, erschien in der App aber ein Mystery-Umsatz, angeblich vom 3. Januar datiert, Betrag wiederum 0,01 GBP. Eine kurze Mail an den Support abgeschickt und ein wenig herumge“emo“t, dass es einem nicht um den Penny geht und man das Produkt schön findet, aber das nicht gerade für die Zuverlässigkeit spricht. Rund eine Stunde später war die Mystery-Transaktion wieder weg. Der Support hat zwar (noch) nicht geantwortet, er reagiert aber sehr schnell.

(Solche Dinge kommen aber durchaus mal vor. Number26 hat sich bei mir mal etwas Ähnliches geleistet mit einem Kontostand, der um einen in dem Fall tatsächlich gemachten Umsatz reduziert wurde, doch der Umsatz tauchte nicht bzw. erst nach Beschwerde beim Service in der Umsatzliste auf. Aber dafür ist ja das Testen gut. Man kann erst mal mit ein wenig Guthaben und wenigen Transaktionen herumspielen und entdeckt solche Ungereimtheiten, bevor es Ärger gibt, weil dieses Problem im Alltagseinsatz auftaucht und man dort diesen detaillierten Überblick im Kopf gar nicht mehr hat.)

Nach Angaben auf den sozialen Medien wird die iOS-Version der App „Monese Banking“ Anfang 2016 erscheinen, eine Web-Oberfläche erst Ende 2016.

In rund vier bis sechs Wochen soll die Mehrwährungsfähigkeit eingeführt werden, zunächst können Guthaben neben GBP auch in EUR gehalten werden.

Und in Kürze soll auch der Export von Kontoauszügen über die App möglich sein. Ich erinnere mich noch gut, wie ich noch während der Produktkonzeption die Anregung gab, doch „a proper bank statement“ anzubieten, weil „filing tax returns“ ein Volkssport in Deutschland ist 😉

Veröffentlicht unter EFT.

Leider hat die Consorsbank (BNP Paribas Deutschland) angekündigt, dass ab 5. Dezember 2015 Fremdwährungsumsätze mit Visa-Karte mit 1,75% Fremdwährungsgebühr belastet werden. Die gebührenfreie Party wird dort somit leider bald vorbei sein. (Wobei gebührenfrei relativ ist – bei größeren Summen kann eine Überweisung z.B. über TransferWise auf ein britisches Konto unter bestimmten Konstellationen günstiger kommen, als zum Visa-Europe-Kurs einen GBP-Umsatz in EUR umrechnen zu lassen. Die Visa- und MasterCard-Kurse sehen einen gewissen Spread vor, auch wenn er kleiner ist als bei Banken und Wechselstuben!)

Als Alternativen für deutsche Vielreisende mit 0% Fremdwährungsgebühr und ohne Jahresgebühr bieten sich aber unter anderem folgende Kreditkarten und Debitkarten an:

Fidor SmartCard, zum Fidor Smart Girokonto
Funktioniert faktisch als Debitkarte. Deutsche Einlagensicherung. 2 Barabhebungen pro Monat einseitig kostenfrei, bei Verzicht Bonus möglich. Schufafreies Girokonto, Fidor arbeitet jedoch mit Boniversum zusammen. Inklusive NFC/PayPass. Hohes Sicherheitsniveau und gute Akzeptanz durch Chip & Offline PIN. Uneingeschränkt offlinefähig.

Revolut Prepaid MasterCard
Prepaidkarte aus Großbritannien. Aufladbar per Überweisung in EUR, GBP oder USD. Kartenkonto hält drei Währungen, Umtausch ineinander möglich, auch Einsatz in anderen Währungen möglich. Einseitig kostenfreie Barabhebungen. Im ersten Jahr kostenfrei. Gebühren für später stehen noch nicht fest. Verwendet nicht die MasterCard-Kurse, sondern eigene Kurse. Hohes Sicherheitsniveau und gute Akzeptanz durch Chip & Offline PIN. Nicht offlinefähig, Zahlung z.B. im Bordrestaurant der DB über Magnetstreifen schlägt fehl.

Santander 1plus Visa Card
Anders als die anderen Angebote eine echte Kreditkarte mit Verfügungsrahmen und monatlicher Abrechnung (zum 10./12. eines jeden Monats, Lastschrift 10 Tage später). Ohne Jahresgebühr nur, wenn gleichzeitig bei der Santander Consumer Bank in Deutschland ein Gehaltskonto geführt wird, ansonsten 19 Euro pro Jahr. Zweiseitig kostenfreie Barabhebungen mit Erstattung direkter Kundenentgelte (analog DKB/comdirect). Tankrabatt 1% weltweit. Ich fand den Kundenservice bei den vorigen beiden Anbietern aber besser. Unterstützt nach den mir vorliegenden Informationen leider nur Chip & Signature/Online PIN; aktuelle Informationen bitte bei Santander erfragen.

Number26 Prepaid MasterCard
Funktioniert faktisch als Debitkarte. Deutsche Einlagensicherung. Number26 hat selbst keine Banklizenz, Karte kommt daher mit einem vollwertigen Girokonto der Wirecard Bank. Einseitig kostenfreie Barabhebungen. Inklusive NFC/PayPass. Unterstützt nach den mir vorliegenden Informationen leider nur Chip & Signature/Online PIN. Eingeschränkt offlinefähig, Zahlung z.B. im Bordrestaurant der DB über Magnetstreifen funktioniert.

Sparda-Bank Südwest icreditcard
Kreditkarte mit Verfügungsrahmen und monatlicher Abrechnung. Kostenlose einseitige Barabhebungen an Automaten nur im Ausland. NFC/PayPass. Bevorzugte CVM unbekannt. Sehr niedriger Sollzinssatz.
Um diese Karte ist es leider recht still geworden, ggf. ist das Angebot für Neukunden geschlossen worden.
Ich bin vor einiger Zeit an der Beantragung gescheitert, da mein Wohnsitz außerhalb des Geschäftsgebiets liegt und Genossenschaftsbanken meist nur Kunden annehmen, die in ihrem Geschäftsgebiet wohnen oder arbeiten. Wenn Sie ein High Net Worth Individual sind, probieren Sie es trotzdem und teilen Sie mit uns Ihre Erfahrung 😉

Advanzia Bank Gold MasterCard (Gebuhrenfrei)
Bekannte Kreditkarte mit Verfügungsrahmen und monatlicher Abrechnung. Sie müssen rechtzeitig selbst überweisen, um keine hohen Sollzinsen anfallen zu lassen. Nicht für Bargeldabhebung zu empfehlen, da Zinsen sofort anfallen und nicht erst ab der Abrechnung. Verfügungsrahmen kann durch Einsatz „trainiert“ werden. Kein NFC/PayPass. Chip & Signature.

???
Weitere Angebote gibt es von einzelnen Spezialinstituten, werden jedoch aus geschäftspolitischen Gründen von den jeweiligen Banken nicht beworben. Erkundigen Sie sich selbst bei den Instituten in Ihrer Region.

Veröffentlicht unter EFT.

Screen Shot 2015-09-22 at 22.56.03Für die Eröffnung eines Girokontos im Ausland kann es viele Gründe geben. Diese sind oft sehr profan – die wenigsten wollen Schwarzgeld vor dem Fiskus verstecken, sondern haben geschäftliche oder familiäre Beziehungen, eine Ferienwohnung o.ä. im Ausland. Es gibt Institute wie die AS PrivatBank aus Lettland, die auch den deutschen Markt bedienen. Doch bei Banken in Großbritannien ist die Kontoeröffnung nur mit einer britischen Wohnadresse möglich. Ausnahmen gibt es für Begüterte als Offshore-Banking und bei einigen Spezialinstituten, die sich das jedoch teuer bezahlen lassen. Selbst britische Pensionäre im Ausland sind nicht vor dem Verlust ihres Girokontos in der alten Heimat gefeit. Das neue mobile Girokonto von Monese, einem von Norris Koppel gegründeten Londoner Unternehmen, verspricht die Lösung dieser Probleme für alle EU-Einwohner.

In diesem Beitrag möchte ich euch Monese vorstellen. Es soll kein vollständiger Testbericht oder Review sein, allerdings einen kurzen Einblick liefern, so dass ihr euch entscheiden könnt, ob das Angebot auch für eure Zwecke sinnvoll ist.

Anmeldung
Screenshot_2015-09-19-14-46-14Derzeit ist das Girokonto (current account) von Monese nur per Einladung erhältlich. Man konnte sich bereits vor sehr langer Zeit auf den Verteiler setzen und die ersten Nutzer haben nun vor wenigen Tagen ihre Einladung per E-Mail erhalten.

Erforderlich ist derzeit ein Android-Telefon. Die App „Monese Banking“ ist bei Google Play erhältlich. Eine Version für iOS wird später, voraussichtlich Anfang 2016, kommen.

Startet ihr die App das erste Mal, geht ihr auf „Sign Up“ und tragt die Mailadresse ein, unter der ihr die Einladung erhalten habt. Im Laufe der Registrierung müsst ihr eure Adresse eintragen, die in Großbritannien oder dem Rest der EU sein kann. Die App fordert euch auch auf, Bilder von der Fotoseite eures Reisepasses sowie von euch selbst zu machen. Führerscheine oder nationale Identitätskarten wie etwa deutsche Personalausweise werden nicht anstelle eines Passes anerkannt.

Screenshot_2015-09-19-14-47-15Das System prüft dann automatisch eure Identität. Schlägt dies fehl, zeigt euch die App die Nummer einer britischen Hotline an, die ihr während der üblichen Geschäftszeiten anrufen könnt. Das freundliche Personal an der anderen Leitung versteht nur Englisch. Aber wer auswandern möchte, sollte die Sprache seines Ziellandes jedenfalls in Grundzügen beherrschen!

Möglicherweise erhaltet ihr einen „Unverified account“, weil das System eure Identität nicht zweifelsfrei bestimmen konnte. In diesem Fall fordert euch die App auf, einen Nachweis der Adresse (proof of address) hochzuladen. Dies kann etwa ein Kontoauszug eurer (einheimischen) Bankverbindung, ein Steuerbescheid oder eine Versorgerrechnung (Festnetztelefon, Elektrizität) sein. Der Kundenservice überprüft dann das vorgelegte Dokument darum und in wenigen Tagen ist das Konto freigeschaltet.

Girokonto
MoneseWas kann man nun damit machen?

Ein britisches Konto hat, genauso wie es deutsche Konten vor der SEPA-Umstellung einst hatten, eine Kontonummer (Account Number) mit 8 Stellen sowie eine Bankleitzahl (Sort Code, in Irland National Sort Code genannt) mit 6 Stellen, die durch zwei Bindestriche getrennt sind.

Bisher könnt ihr mit Account Number und Sort Code einheimische Überweisungen in GBP senden und empfangen. Dies gilt sowohl für die traditionellen BACS-Überweisungen als auch für Faster Payments, nicht jedoch für das ungebräuchliche CHAPS. Es handelt sich bei Monese um ein echtes Konto mit eigener Kontonummer und nicht um ein Sammelkonto, wie man es von manchen Prepaid-Kreditkarten kennt.

Aus Account Number und Sort Code lässt sich auch die IBAN bestimmen. Sort Code 62-30-53 weist darauf hin, dass Monese als Verrechnungsbank auf die auch von britischen Hauptstraßen bekannte NatWest (National Westminster Bank) setzt. (Monese operiert, ähnlich wie Number26, die mit der Wirecard Bank zusammenarbeiten, ohne eigene Banklizenz.) Die IBAN für einen Monese Account mit der fiktiven Kontonummer 10000000 sähe also so aus: GB03NWBK62305310000000. Die dazugehörige BIC ist NWBKGB2LXXX. Bestimmen könnt ihr die zu eurem britischen Konto gehörige IBAN und BIC hier mit Angabe von Account Number und Sort Code. Jedoch werden internationale Überweisungen auf diese IBAN nicht erfolgreich sein. (Update vom 23.09.2015: Problematisch erscheint auch, dass bisher keine Lastschriften (Direct Debit) von Konten mit dem Sort Code 62-30-53 gezogen werden können.)

Ausgehender internationaler Zahlungsverkehr wird noch nicht unterstützt, soll allerdings in naher Zukunft zu fairen Konditionen kommen. Perspektivisch ist auch geplant, dass ein Nutzer verschiedene Währungen halten und zwischen ihnen tauschen kann, unter anderem EUR.
Für eingehende Überweisungen in GBP und EUR aus dem Ausland gibt es bisher ein Monese-Sammelkonto bei der AS LHV Pank in Estland, die u.a. auch mit TransferWise zusammenarbeitet. Details dazu findet ihr in den FAQs unter „Can I deposit money and accept foreign transfers to my Monese account from outside the UK?„.

Kartengestützter Zahlungsverkehr
Zu jedem Monese-Girokonto wird eine Visa-Debit-Karte mit Kontaktlosfunktion (payWave) verfügbar sein. Aufgrund des großen Kundenansturms kann es noch einige Wochen dauern, bis die Karte versendet wird. Ein detaillierter Testbericht inklusive Überprüfung der CVM-Liste kommt, wenn ich die Karte persönlich ausführlich nutzen konnte.

Kosten
Weder für Kontoeröffnung noch für Kontoauflösung werden Kosten berechnet. Ebenso gibt es keine jährliche oder monatliche Kontoführungsgebühr bei Monese. Eingehende Überweisungen sowie Kartenzahlungen im britischen Inland sind bisher auch kostenfrei.

Aber Banker leben auch nicht von Luft und Liebe. Jeden Monat gibt es für bestimmte Transaktionen fünf Freiposten („credits“). Danach kostet jede weitere der folgenden Aktionen 0,50 GBP: Überweisung ins Ausland, Kartenzahlung im Ausland, Barabhebung im Ausland, ausgehende Überweisung in UK, Barabhebung in UK, Bareinzahlung über PayPoint. Für ausländische Transaktionen kommt eine Fremdwährungsgebühr von 0,5%, aber mindestens 1 GBP hinzu. (Jedenfalls die Barabhebungen und Einzahlungen erzeugen teils deutlich höhere Fremdgebühren für die Bank. Klassische Mischkalkulation!)

Dies ist im aktuellen Preis- und Leistungsverzeichnis von Monese einsehbar.

Könnte Cashback beim Einkaufen dem Nutzer Kosten sparen? Ob dies möglich ist, hängt von Gerät und Karte ab. In Deutschland soll Cashback beim Kartentyp Visa Debit grundsätzlich bei Netto Marken-Discount und Edeka Minden-Hannover möglich sein, nicht jedoch bei Penny oder Rewe. Ein genauerer Bericht folgt, sobald ich Cashback mit der Karte testen konnte.

(Die Fremdwährungsgebühr schreckt natürlich von einem allzu freizügigen Einsatz der Karte im Ausland ab und erscheint aus deutscher Sicht happig. Viele Girokarten belasten hierzulande zwar „1%, aber mindestens 1 Euro“, aber bei den Kreditkarten ist die Fremdwährungsgebühr häufig linear 0% (Consorsbank, Number26), 1% (netbank), 1,5% (DAB Bank), 1,75% (DKB, comdirect) oder 1,99% (Barclaycard).

Doch in Großbritannien ist der Markt anders strukturiert. Viele Banken bieten grundgebührfreie Konten an und machen dann über teure Zusatzleistungen wie Fremdwährungstransaktionen oder Überziehungen ihren Profit. Bei den Girokonten der bekannten Filialbank NatWest werden laut Preis- und Leistungsverzeichnis etwa für Barabhebungen in Fremdwährung sowohl eine Fremdwährungsgebühr von 2,75% als auch eine Auslandsbargeldgebühr von 2% (mindestens 2 und maximal 5 GBP) fällig! Für jede Kartenzahlung in Fremdwährung fiele bei NatWest 2,75% (aber mindestens 1 GBP) an Fremdwährungsgebühr an. Monese ist also aus UK-Sicht durchaus wettbewerbsfähig! Beim nächsten Auslandsbesuch im Zweifel also lieber ein paar hundert Euro Bargeld abheben statt jeden Kaffee mit Karte zahlen, so weh es einem in Skandinavien auch tun mag.)

Fazit
An das Versprechen der beinahe vollständigen Gebührenfreiheit von Number26 kommt das mobile Girokonto von Monese nicht heran. Doch sind die Konditionen mehr als fair, wenn man bedenkt, dass ein bisher unerschlossener Kundenkreis hier bedient werden soll. Es ist keinesfalls mit einem Wirecard Prepaid Trio zu vergleichen, bei dem Menschen mit negativer Kredithistorie jeden Monat vergleichsweise viel Geld für Girokonto und Karte zahlen.

Als Hauptkonto für’s ganze Leben ist Monese zwar eine Option, sieht sich aber in UK scharfer Konkurrenz ausgesetzt. Die Bausparkasse Norwich & Peterborough wirbt mit einem kostenlosen Gehaltskonto, das online geführt wird und bei dem die Nutzung der Bankkarte im Ausland zusatzkostenfrei ist. Manche anderen bevorzugen, etwa für Bareinzahlungen, Sortenkauf, Schecksverkehr oder die Sofortausstellung von Karten, doch den Service einer Filiale. In Großbritannien gibt es mit Metro Bank auch eine besonders innovative Filialbank, deren Karten in der gesamten EU ohne Zusatzkosten einsetzbar sind.

Um als Erstkonto attraktiv zu sein, könnte Monese noch bei den Konditionen nachbessern. Es müsste bei regelmäßigem Gehaltseingang oder Pensionseingang eine wesentlich höhere Anzahl an Freiposten für den Auslandseinsatz (30, 60 oder sogar 100/Monat) gewährt werden, wenn man perspektivisch mit dem mehrwährungsfähigen Konto auch Nutzer im europäischen Ausland ansprechen möchte. Als Zweitkonto ist Monese aber uneingeschränkt zu empfehlen, nicht nur für gelegentliche UK-Besucher oder eBay-Privatverkäufer, die ihren britischen Kunden das Bezahlen in GBP ermöglichen wollen.

Ergebnis: 4,5 von 5 Sternen
Ein Produkt, das in eine echte Marktlücke stößt. Trotz Spezialcharakters ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Bisherige, gebührenträchtige Geschäftsmodelle könnten durch Monese verdrängt werden. Nur im internationalen Einsatz besteht noch ein gewisser Verbesserungsbedarf.

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