6. März: Alles abgeschickt inkl. (nicht beglaubigter) Kopien von 2 proofs of identity (Reisepass und Personalausweis) und 2 proofs of address (britischer Kontoauszug und fremdsprachige Stromrechnung)

25. März: Willkommensbrief im Briefkasten mit Kontonummer und Hinweis, dass weitere (Bankkarte, PIN, Online-Banking-Daten) in Kürze folgen

28. März: PIN kommt. Die Karte sollte ja dann in zwei bis drei weiteren Tagen folgen laut Willkommensbrief.

4. April: Karte ist da. Mit Android Pay eingerichtet (Verifikation durch SMS).

8. April: Bisher keine Anmeldedaten für Online Banking. Über „Benutzername verloren“ konnte der Benutzername ermittelt werden. Aktivierungscode selber generieren klappte aber weder über App (-> Systemfehler, Helpdesk kontaktieren) noch über die Website (angeblich stimmen die Antworten auf die Sicherheitsfragen nicht). Angerufen, aber leider sei Freitag nachmittags keine Person mit der entsprechenden Entscheidungsmacht mehr im Haus.

9. April: Kein weiterer Anruf. Einrichtung von Mobile Banking über App – neuen Aktivierungscode generieren – und danach auch Online Banking (Digital Token) gelungen.

Mit Karte heißt mit Visa Debit. Oder Maestro!

girocard hinkt technisch hinterher
Lange hat man in Deutschland versucht, den Trend zum Bezahlen kleiner Beträge mit Karte auszusitzen, so wie das Internet oder die Emanzipation (heute noch im Saarland, wo alle Geschäfte um 20 Uhr schließen müssen, aber gleichzeitig der Anteil nicht erwerbstätiger Frauen am höchsten in Deutschland ist).

Und so führt man „girocard kontaktlos“ erst 10 Jahre ein, nachdem es die Kreditkartensysteme wie Visa und Mastercard schon hatten. 10 Jahre Leiden, Umstände, Fummelei. Und 10 Jahre, die man verpasst hat, um z.B. elektronisches Smart Ticketing im ÖPNV voranzutreiben und Barrieren für Gelegenheitsfahrer zu beseitigen. 10 Jahre Erfahrung, die Visa etwa mit Transport for London gesammelt hat.

girocard ist auch nicht sicherer
In jeder girocard (einst EC/electronic cash-Karte genannt) schlagen quasi zwei Herzen. Es gibt nämlich neben dem Verfahren mit PIN und Zahlungsgarantie auch ein sekundäres, inoffizielles Verfahren mit Unterschrift. Das ist das „elektronische Lastschriftverfahren“. Aus jeder auf dem Chip der Karte gespeicherten Kartennummer lässt sich eine Kontonummer bestimmen – Vorgabe des Bundeskartellamts. Das heißt, jeder Dieb kann mit der girocard und einer gefälschten Unterschrift einkaufen. Ironisch, da der Trend bei den Kreditkarten derzeit zu Chip & PIN statt Unterschrift geht und selbst die Sparkassen damit anfangen. Rund 15 Jahre nachdem man in Großbritannien die Schritte ging, aber immerhin ist man die Dominanz des Magnetstreifens früher losgeworden als im Nachzüglerland USA.

Besonders pikant ist das deswegen, weil kontaktlos damit nicht bloß eine abstrakte Kartennummer, sondern eine Kontonummer ermittelbar ist. „Kontaktloser Taschendiebstahl“ und so weiter, Kontonummern ändern sich oft nicht anders als Kartennummern.

ELV könnte rein theoretisch auch andere Karten betreffen (etwa einige österreichische „reine“ Maestros), je nachdem wie die Kartennummer gebildet ist. Aber dass ELV durch das Amt vorgegeben ist, hat auch mit der Dominanz eines Kartensystems zu tun.

Europarechtswidrige Diskriminierung: Bürgeramt in Berlin akzeptiert weder Bargeld noch internationale Bankkarten.
Ein Quasi-Monopol baut Mauern
Solange ein (dazu noch faktisch nationales) Zahlungssystem den Markt dominiert, werden immer wieder Akzeptanzstellen in vollkommener Gedankenlosigkeit ausländische Nutzer ausschließen.

Europarechtswidrig diskriminieren etwa bestimmte Berliner Bürgerämter ihre „Kunden“. Dort wird keine Barzahlung mehr angenommen, auch keine Kreditkartenzahlung, nur girocard. EU-Ausländer, die frisch nach Deutschland ziehen und eine „Dienstleistung“ benötigen (z.B. ein Führungszeugnis), stehen vor einem Problem. Willkommenskultur sieht anders aus, ganz abgesehen vom Diskriminierungsverbot in Art. 18 AEUV, der nicht nur unmittelbare Benachteiligungen gegen Staatsbürger eines anderen EU-Landes, sondern nach EuGH-Rechtsprechung auch indirekte Diskriminierungen eben dieser Form erfasst.

Dir werden möglicherweise Rechte vorenthalten
Die App Selection der europäischen VO 2015/751 wird mit Verspätung im deutschen Handel eingeführt. So kann man, wenn man den Knopf „Auswahl“ vor dem Einstecken der Karte drückt, oft wählen, ob man das einheimische Zahlverfahren girocard oder eines der internationalen (Maestro, V PAY, Visa Electron – je nach Karte) nutzen möchte. Nur mit den internationalen Verfahren hat man zugesicherte Chargeback-Rechte.

Vielleicht erzählt einem einer dann, „wer stellt schon für einen kalten Burger einen Antrag“? Aber erstens war man gerade bei den deutschen Filialbanken noch nie ein Freund der Bezahlung kleiner Beträge mit Karte. Man verdient schließlich zu gut durch die Fremdautomatengebühren in Deutschland und hat noch oft gruselige Preismodelle.

Da kommt ihnen ein uninformierter, dumm gehaltener Verbraucher gerade recht! Spart er ihnen doch Kosten und Aufwand.

Zweitens ist etwa bei Möbelhändlern die Akzeptanz von Kreditkarten historisch schlecht, u.a. weil sie eigene Finanzierungen verkaufen wollten. Und da kommt es durchaus vor, dass mal trotz Anzahlung nicht geliefert wird.

Wohl dem, der Maestro oder V PAY statt girocard gewählt hat und so zumindest gewisse Rechte behalten hat.

Anwendungsauswahl (App Selection) bei Kombikarte Fidor SmartCard.
Die Alternativen sind inzwischen mehr als gut genug
Ja, man muss die Nerven haben, ein „politischer Verbraucher“ zu sein und sich dem Mainstream zu widersetzen. Und gerade kleinere Händler oder Gastwirte nehmen manchmal nur girocard oder gar keine Karten. Inzwischen ist die Akzeptanz der Kreditkarten Visa und Mastercard aber so gut, dass man selbst in Deutschland im Alltag keine girocard mehr braucht – beim Tanken, im Supermarkt, auch bei vielen (nicht nur gehobenen) Gaststätten.

Wo Kreditkarten nicht gehen (z.B. im Berliner ÖPNV), funktioniert oft eine internationale Maestro-Karte. Eine solche gibt es jahresgebührenfrei etwa bei N26 oder in einer geringfügig schlechter akzeptierten Kombi-Variante als Fidor SmartCard. Wer eine dezente flachgeprägte Karte will, die sich vom Aussehen her an typische deutsche Kontokarten anlehnt, findet sie bei Barclaycard als Maestro-Zusatzkarte.

Es gibt auch Visa- und Mastercard-Debitkarten, die direkt und täglich vom dazugehörigen Bankkonto abbuchen. Man behält die Übersicht und hat keine böse Überraschung am Monatsende, sie funktionieren genauso wie „EC“-Karten. Auch hier sind Fidor und N26 für Mastercard, sowie Consorsbank und ING-DiBa für Visa empfehlenswert – alles Konten ohne Grundgebühr und auch mit Inklusiv-Barabhebungen, wenn man doch mal Scheine braucht.

Komfort ist kein Problem mehr. Das umständliche Unterschreiben wird immer mehr durch Chip & PIN ersetzt. Die allermeisten Kreditkarten haben inzwischen eine bequeme Kontaktlosfunktion, die man bei den großen Handelsketten wie Saturn und Media Markt, Kaufhof und Karstadt, Aldi, Lidl, Kaufland und Rewe nutzen kann, und auch bei einigen darüber hinaus.

Lasst euch zu allerletzt auch nicht von der schrägen „Priceless“-Werbung von Mastercard abschrecken. Nicht nur in Polen oder England, sondern immer mehr auch in Deutschland sind Visa und Mastercard alltagstaugliche Zahlungsmittel, die bei Lidl genauso wie bei Lufthansa und bei Kaufland genauso wie im KaDeWe akzeptiert werden. Die Plastikkarte ist kein dekadentes Spielzeug.


In Großbritannien wurden Visa-Debit-Karten unter der Marke „Visa Delta“ schon Anfang der 1990er eingeführt.

Veröffentlicht unter EFT.

Keine Kartenzahlung – Gastronomie Messe Berlin
Kurz: Sie sagen das Eine und machen das Andere. Es macht den Markt nicht attraktiver, wenn Banken behaupten, „wir warten nur auf Apple“, aber die alten Geschäftsmodelle mit aller Macht fortführen wollen.

Verbraucherinteresse

Viel wurde darüber diskutiert, warum Deutschland noch kein Apple Pay hat. Während es Großbritannien schon seit mehreren Jahren hat, die Schweiz, Frankreich und Irland nun auch mit an Bord sind und auch schon über einen polnischen Start gesprochen wird.

Sicher ist ein gewisses Verbraucherinteresse da. Man muss aber realistisch sein: Von Luft und Liebe lebt kein Unternehmen. Die Technik muss genutzt werden und auch etwas abwerfen. Sie darf den Nutzer nicht zu sehr frustrieren oder auf die Probe stellen.

Schlechte Akzeptanz

Deutschland ist kein großes Kartenland. Über zwei Drittel der Transaktionen im Präsenz-Einzelhandel werden immer noch in bar beglichen – so viel wie in Großbritannien vor etwa zwölf Jahren.

Das in Deutschland dominierende, nationale Zahlungssystem, girocard, hat derzeit etwa 800.000 aktive Terminals. Deutlich mehr Akzeptanzstellen pro Einwohner hatte das damals in Großbritannien dominierende Switch/Maestro schon vor über 10 Jahren (Ende 2005: 960.000 Händler). Auch Österreich hat eine rund doppelt so hohe Terminaldichte wie Deutschland (Angaben von SIX).

Natürlich sind solche Vergleiche immer mit etwas Vorsicht zu genießen. Deutschland ist eher ein Lastschrift-Land, während andere europäische Staaten wie Malta diese bis zur Einführung von SEPA nicht wirklich kannten. In Großbritannien ist hingegen auch die Kartenzahlung im Fernabsatz aus historischen Gründen verbreiteter. Es deutet aber darauf hin, dass es im Hochtechnologieland Deutschland ein Problem mit der Akzeptanz gibt.

Klar, Aldi, Lidl, Media Markt oder Amazon nehmen auch in Deutschland Kreditkarte. Doch es gibt in Deutschland mehr als in den Niederlanden, Polen oder England zwei Welten der Akzeptanz. Schon ein Taxi mit Kartenakzeptanz kann schwer zu finden sein. In Berliner Straßenbahnen oder im Hamburger ÖPNV geht nur passendes Hartgeld, obwohl Münzlogistik keineswegs einfach ist. Und bei Kneipen oder Imbissen ist es reines Glücksspiel, mit Karte zahlen zu wollen. Vielen Acquirern ist das egal: „Messe ist nur fünf Mal im Jahr, da lohnt für die Imbissbuden hier die Terminalmiete nicht“ – flexible Vertragsgestaltung ist offenbar jenseits ihrer Fähigkeiten.

Schlechte Akzeptanz bei kleinen Beträgen

Apple Pay basiert auf der allgemeinen kontaktlosen Kartenzahlungstechnologie.
Doch wie oft hört man gerade bei kleinen Händlern oder Gastwirten noch „Karte erst ab 10 Euro“? Oft sind diese Mindestumsätze sogar überhaupt nicht angeschrieben. Dabei sind geheim gehaltene Mindestumsätze wettbewerbswidrig. Stattdessen klebt an der Tür zum Tankstellenshop ein „zahl-einfach-mobil.de“-Aufkleber, so dass man als Kartenfreund eigentlich sicheres Territorium vermuten müsste.

Viele deutsche Händler arbeiten bewusst mit dieser „bait-and-switch“-Taktik, die genauso gesellschaftlich akzeptiert ist, wie es rauchende Kinder in den 1990ern noch waren. Wie oft frisst man den Ärger in sich hinein, um des lieben Friedens willen, und kramt notgedrungen Münzen heraus, statt auf seinem (durch den Aufkleber an der Tür zugesicherten) Recht zu bestehen oder den Einkauf stehen zu lassen? Apple Pay sollte kein Produkt sein, welches der Kunde einmal probiert, schon gleich unhöflich vom „Kassendrachen“ zurechtgewiesen wird. Der Kunde mag König sein, der Händler ist aber Kaiser.

Aus den Niederlanden: Infografik „De voordelen van contactloos betalen“.
Schon bei unseren westlichen Nachbarn, den Niederländern, sind „Pinnen ja graag“– und „Klein bedrag pinnen mag“-Aufkleber verbreitet. Sogar „Voor uw en onze veiligheid graag pinnen“ – „für Ihre und unsere Sicherheit gerne mit Karte bezahlen“ – liest man dort.

Doch warum sind die Unterschiede so groß?

Fehlendes Interesse der Banken

In den sozialen Medien heißt es immer von Seiten der Institute, „wir warten nur darauf, dass Apple sich meldet“. Vermutlich wartet Apple aber auch. Dies liegt wohl auch daran, dass trotz aller Lippenbekenntnisse der Bankenverbände zu modernem Bezahlen die Realität anders aussieht.

Lange haben viele Filialbanken kontaktlose Kreditkarten nicht eingeführt. Direktbanken taten es bereits vor mehr als fünf Jahren, und die Giganten der Volksbanken und Sparkassen beginnen erst knapp 10 Jahre nach der Premiere damit. Bei allem Respekt vor „girocard kontaktlos“ – der Alltag in der Provinz sind eher Aussperrungen von Direktbankkunden an Geldautomaten. Der Alltag sind Geschäftskontomodelle, bei denen jeder Buchungsposten 10 bis 30 Cent kostet, jede Bareinzahlung aber nur einen geringen Fixbetrag von 1-2 Euro. Hinzu kommen auch noch bei den girocard-Netzbetreibern, die auch Kreditkartenumsätze weiterleiten, Transaktionsentgelte von 5 bis 12 Cent pro Einkauf oder Kassenschnitt. Das Modell der Edekabank mit Transaktionsentgelt 1,2 Cent und Postenentgelt 1 Cent ist wesentlich realistischer, auf dem deutschen Markt leider die absolute Ausnahme für KMUs und für Nicht-EDEKA-Händler keine Option.

Wenn eine Bild-Zeitung 90 Cent kostet, der Kioskbesitzer für jede Bezahlung aber 40 Cent Transaktionsgebühr entrichten muss, macht er womöglich Verlust. Anders ist es in UK oder Irland, wo man bei neuen Kontomodellen dazu tendiert, Buchungsposten günstig oder kostenlos zu machen und dafür Bareinzahlungen prozentual (zwischen 0,5 und 2 Prozent) zu bepreisen – was gerade bei der aufwändigen Münzlogistik durchaus verursachergerecht ist.

Es hilft nicht, wenn auf girocard.eu behauptet wird, es gäbe keinen Anstandsbetrag und man solle kleine Einkäufe mit Karte bezahlen, weil sich die Gebühr für den Händler ausschließlich prozentual errechne. Das sind „alternative Fakten“. Es ist egal, dass die Interbankenentgelte bei Kartenzahlung durch politische Intervention gesenkt wurden, wenn die Ersparnis entlang der Wertschöpfungskette aufgefressen wird. Die Banken subventionieren das ineffizientere Bargeld für den Händlerwie man es auch in Irland vor einigen Jahren diagnostizierte – und bürden die Kosten dem elektronischen Bezahlen auf. Schlau ist das, Filialbanken können so ihre Existenz in der Fläche wirklich rechtfertigen.

Daneben leidet aber auch der Verbraucher. Barabhebungen an deutschen Fremdautomaten sind im internationalen Vergleich überteuert, wenn man nicht Direktbankkunde ist. Die größte Stärke und Schwäche des Deutschen zugleich ist, sich mit schwierigen Situationen abzufinden. „Was stellst du dich so an, man hat doch immer etwas Cash dabei / warum musst du am Sonntag einkaufen wollen / wir haben es auch überlebt, als man auf einen Trabi 10 Jahre warten musste“. Man kennt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung, fair enough. Aber Fremdautomatengebühren sind genauso wie ewiggestrige bayerische Ladenschlussgesetze menschengemacht, keine Naturkatastrophe. Es bleiben Ineffizienzen erhalten, die in anderen Nationen früh ausgemerzt wurden.

Ungünstiges technisches Umfeld

girocard auf Apple Pay ist unwahrscheinlich wegen des politisch gewollten, unsicheren „ELV kontaktlos“. Dazu irgendwann mal mehr, aber das Stichwort sollte Kennern reichen.

Fehlendes politisches Engagement

Tesco Extra in der 400.000-Einwohner-Stadt Szczecin (PL): geöffnet 24/7
In Polen (2008) und Irland (2013) gab es nationale Zahlungsentwicklungspläne, die alle Beteiligten – von Stadtverwaltungen über Banken bis hin zu Händlern – an einen Tisch brachten mit dem Ziel, die Akzeptanz zu verbessern. Die Politik wollte da sogar eine Vorreiterrolle übernehmen.

Das Handeln der Politik in Deutschland hingegen kann man nur als unglücklich bezeichnen. Hat man in Berlin zwar beschlossen, dass Taxifahrer Karten akzeptieren sollen, so ist die Umsetzung nur sehr lückenhaft. Auch ist ein happiger Pauschalaufschlag von 1,50 Euro (für alles – von Debitkarte über Kreditkarte bis hin zum Scheck) vorgesehen, der eigentlich mit der EU-Verbraucherrechterichtlinie nicht konform ist. Europarechtswidrig nehmen Berliner Bürgerämter teilweise nur girocard und kein Maestro oder gar Kreditkarten an – Barzahlung wird auch nicht mehr überall angenommen. Man hätte mit einer Fiskalkassenpflicht sicher auch etwas für die Steuerehrlichkeit von Gastwirten tun können – doch die lässt auf sich warten.

Es zeigt sich, dass Deutschland für Apple Pay ein schwieriger Markt sein wird. Dass man sich dann erst mal auf Polen oder Irland – die vor einigen Jahren auch noch große Bargeld- und Schecknutzer waren – konzentriert, ist verständlich.

Das britische Bahn- und Busunternehmen National Express kommunizierte einmal in einem Geschäftsbericht durch die Blume, man freue sich auf Aktivitäten in Deutschland und zwar in denjenigen Regionen, die „pro-competition“ seien, also in denen man politisch erwünscht sei. So ähnlich ist es mit Apple. Wo man nur unnütze Begleitmusik sein soll, mit der man sich schmücken kann, und dennoch hohe Kosten für die Markteinführung trägt, da geht man halt nicht hin. Die Banken mögen auf Apple warten, doch Apple wartet vor allem auf die Banken.

UK wurde auch kein Fintech-Hub durch Blockieren, Hinauszögern und Konservieren alter Geschäftsmodelle. Und so habe ich auch gewisse Zweifel, ob beim Brexit nicht bloß die Krümel für Deutschland abfallen werden.