…hat etymologisch die selben Wurzeln wie die griechische Speise Gyros. Es dreht sich.

Und genauso wie ein zu lange gegrilltes Gyros ist auch ein Girokonto ohne Guthaben eine eher trockene Angelegenheit. Dies gilt auch für das britische Girokonto von Monese, das ich euch in einem vorherigen Post vorgestellt habe. Insbesondere weil Monese keine Überziehungsmöglichkeit (overdraft) anbietet. Ein Dispokredit hätte jedoch erheblich strengere Vergabekriterien erfordert und wäre gerade für Neuankömmlinge in Europa nicht ohne Weiteres denkbar.

Screenshot_2015-09-24-10-04-19Nun wollte ich möglichst kostengünstig zum „inländischen Tarif“ Guthaben auf mein neues Konto überweisen. Für Kleinbeträge lohnt sich TransferWise mit dem Sockelbetrag kaum. Ich habe mir also von meinem Revolut-Prepaid-Kartenkonto (auch ein hervorragendes Produkt – mit geringfügig schlechteren Kursen, aber keinem Sockelbetrag, und einer Prepaid MasterCard dazu) zum Test am Sonntagabend 1 GBP auf das Monese-Konto überwiesen.

Da Revolut für ausgehende Überweisungen das langsame BACS-System verwendet und nicht Faster Payments, dauerte es bis zum vierten Arbeitstag, also Donnerstagmorgen, bis die Überweisung von 1 GBP auf dem Monese-Konto in der App erschien. Und kaum ist der erste Umsatz getätigt, wirkt die App gar nicht mehr so karg wie am Anfang, wenn da nur das schnöde „£0.00“ und „Welcome to your Monese account!“ oben steht. In der App erscheinen derzeit nur Absendername und Betrag, nicht jedoch Referenz oder Kontonummer des Absenders.

MakePaymentToEinen Penny habe ich dann sogleich von Monese auf das Revolut-Konto zurücküberwiesen. Ich konnte Account number und Sort code eingeben, und auch eine Referenz eingeben, was für Überweisungen an Sammelkonten von Prepaidkarten wie bei Revolut unerlässlich ist. (Vielleicht kommen irgendwann auch SEPA Purpose Codes? Die sind ja gerade in Deutschland sehr beliebt, in anderen Ländern eher von untergeordneter Bedeutung weniger.)

Jedenfalls – mal schauen, wann diese Überweisung ankommt. Die Monese-App erklärte jedenfalls stolz, als ich die Überweisung um 10:16 Uhr abgab, „Your payment should arrive by 10:16 tomorrow“ – es sollte also eine Faster-Payments- und keine BACS-Transaktion sein.

Ausgehende Überweisungen sind nicht nur in GBP an britische Kontonummern, sondern auch schon im SEPA-Raum in EUR aus eurem bestehenden GBP-Guthaben möglich. Letzteres ist kostenpflichtig, da eine Währungsumwandlung stattfindet.

Screen Shot 2015-09-25 at 01.48.05Nach Absendung in der App erhielt ich eine E-Mail, dass erstmalig eine Überweisung an diese Kontonummer stattfindet. Sollte sie nicht von mir beauftragt sein, solle ich sofort bei Monese anrufen. Dies ist ein hervorragender, innovativer Missbrauchsschutz!

Denn Monese hat kein klassisches PIN-TAN-Verfahren mit Papierlisten, TAN-Generatoren, SMS oder anderen Kanälen, wie man es von den traditionellen Banken kennt, sondern die Überweisung wird im Vorschaumodus mit einem Wisch freigegeben. Bei der App selbst meldet man sich mit einem fünfstelligen Zifferncode an. Auf einem neuen Gerät muss man zunächst seine Mailadresse angeben, bekommt einen Freischaltlink, und erst dann ist das Gerät mit dem Konto so verbunden, dass man sich mit dem fünfstelligen Code anmelden kann.

Screenshot_2015-09-24-11-26-36Einige Stunden später, als die ausgehende Überweisung nicht mehr als „pending“ erschien, sondern mit Zeitstempel, erschien in der App aber ein Mystery-Umsatz, angeblich vom 3. Januar datiert, Betrag wiederum 0,01 GBP. Eine kurze Mail an den Support abgeschickt und ein wenig herumge“emo“t, dass es einem nicht um den Penny geht und man das Produkt schön findet, aber das nicht gerade für die Zuverlässigkeit spricht. Rund eine Stunde später war die Mystery-Transaktion wieder weg. Der Support hat zwar (noch) nicht geantwortet, er reagiert aber sehr schnell.

(Solche Dinge kommen aber durchaus mal vor. Number26 hat sich bei mir mal etwas Ähnliches geleistet mit einem Kontostand, der um einen in dem Fall tatsächlich gemachten Umsatz reduziert wurde, doch der Umsatz tauchte nicht bzw. erst nach Beschwerde beim Service in der Umsatzliste auf. Aber dafür ist ja das Testen gut. Man kann erst mal mit ein wenig Guthaben und wenigen Transaktionen herumspielen und entdeckt solche Ungereimtheiten, bevor es Ärger gibt, weil dieses Problem im Alltagseinsatz auftaucht und man dort diesen detaillierten Überblick im Kopf gar nicht mehr hat.)

Nach Angaben auf den sozialen Medien wird die iOS-Version der App „Monese Banking“ Anfang 2016 erscheinen, eine Web-Oberfläche erst Ende 2016.

In rund vier bis sechs Wochen soll die Mehrwährungsfähigkeit eingeführt werden, zunächst können Guthaben neben GBP auch in EUR gehalten werden.

Und in Kürze soll auch der Export von Kontoauszügen über die App möglich sein. Ich erinnere mich noch gut, wie ich noch während der Produktkonzeption die Anregung gab, doch „a proper bank statement“ anzubieten, weil „filing tax returns“ ein Volkssport in Deutschland ist 😉

Veröffentlicht unter EFT.

Ein Gedanke zu „Monese (Teil 2): Das Giro in Girokonto…

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