Da schaut man auf Spiegel Online, nichts Böses ahnend, und einem springt folgender, skandalisierende Bericht ins Auge: „Fassbrause: Biergeschmack ohne Alterskontrolle„.

Letztlich geht es darum, dass seit einigen Jahren westdeutsche Brauereien wie Gaffel, Krombacher oder Veltlins alkoholfreie Radler-Varianten unter dem Namen „Fassbrause“ auf den Markt gebracht haben. Angeblich ginge von ihnen eine Gefahr aus, da sich so Kinder an den Biergeschmack gewöhnen würden.

Als Berliner bedauere ich diese Entwicklung außerordentlich. Das Wissen um die traditionelle Fassbrause geht mehr und mehr verloren. Auch das knallbunte Getränk aus Torgau entspricht nicht der historischen „Sportmolle“, wie sie schon seit mehr als hundert Jahren in Berlin und seinem Umland genossen wird. Die Berliner Fassbrause ist ein Getränk auf Apfel-Malz-Basis mit goldener bis hellbrauner Farbe, welches keine typische Brause ist, sondern eher einer Limonade entspricht. Die größten Marken sind Rixdorfer, Spreequell (beide von Mineralquellen Bad Liebenwerda) und Brandenburger Quell. Sogar über den großen Teich soll es das Getränk als „Apple Beer“ geschafft haben.

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Berliner Fassbrause – Bild (C) Achim Raschka @ Wikipedia

Es wird daher Zeit, die Berliner Fassbrause als geschützte geografische Angabe zu führen. Was Dresdner Stollen, Schwarzwälder Schinken und Nürnberger Würstchen schon seit längerem genießen, sollte auch der Berliner Fassbrause zuteil werden. Damit sie von den vielen Fassbrause-Imitaten aus dem Rest Deutschlands geschützt wird.

Gemäß Art. 5 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 510/2006 kann ein Antrag auf Eintragung nur von einer Vereinigung gestellt werden. Gibt es einen Verband Berlin-Brandenburgischer Getränkehersteller o.ä., der das übernehmen könnte?

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