Margaret Thatcher ist heute morgen verstorben. Der deutsche öffentlich-rechtliche Rundfunk scheint aber in seinen Nachrufen lieber vergangene Schlachten schlagen zu wollen.

Man vergleiche den extrem kritischen Nachruf auf sie (http://www.tagesschau.de/ausland/thatcher152.html) mit dem Nachruf auf Hugo Chávez (http://www.tagesschau.de/ausland/chavez254.html).

Thatcher werden „Politik mit harter Hand„, Kompromisslosigkeit und Gegnerschaft zur deutschen Wiedervereinigung angekreidet. Hugo Chávez wurde ganz anders gewürdigt: Dass unter seiner Regierung die Pressefreiheit extrem gelitten hat und die Kriminalität erhebliche Ausmaße angenommen hat, wird nur nebenbei am Rande erwähnt. Vielmehr wird der Putin Südamerikas als selbstloser Wohltäter und Sozialpolitiker dargestellt.

Aber die ÖR-Medien sind leider auch kein Garant für neutrale politische Bildung. Siehe auch die reißerische Amazon-Berichterstattung, die Darstellung von „Killerspielen“ oder das Hickhack um Roland Koch und Nikolaus Brender. Da ist zu viel Parteiproporz mit im Spiel.

(Eine private Diskussion hatte ich im Anschluss noch über den vermeintlichen Enthusiasmus des ehemaligen Empires im Falklandkrieg.

Auf den Inseln leben aber, anders als z.B. in Hongkong, vor allem englischsprachige Nachfahren britischer Einwanderer, die bei der argentinischen Invasion sicherlich nicht gejubelt haben. Eine kürzlich stattgefundene Abstimmung fiel auch deutlich zugunsten des Status quo aus. Als Deutscher mag man das belächeln, und weil das eigene Land keine Überseeterritorien hat, kann man sich auch nicht in die Situation versetzen. Aber für die Briten, die sich auch als Schutzmacht der Falkländer verstehen, war das schon eine ernste Sache.)

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