Der britische Einzelhandel ist im europäischen Vergleich einer der innovativsten. Was Kundenbindungsprogramme, Rabattaktionen, Kassensysteme, usw., aber auch Ladenkonzepte angeht, können Kontinentaleuropäer mit den Trends aus dem anglo-amerikanischen Raum nur schwerlich mithalten. Für die gestressten Stadtmenschen, die sich hauptsächlich von industriellen Convenienceprodukten ernähren, hat neulich REWE ein Marktkonzept „REWE To Go“ in Köln entwickelt – während ähnliche Modelle in Großbritannien (etwa M&S Simply Food an Bahnhöfen) bereits seit längerem etabliert sind.

So war ich mehr als nur erstaunt, heute im TK Maxx Hannover ein Kassensystem mit Aufrufanlage zu entdecken, wie es im UK-Einzelhandel schon mehr als üblich ist!

Man stellt sich da in einer großen Schlange an und nacheinander werden die Wartenden aufgerufen. Kein Ärgern, wenn es in allen anderen Schlangen schneller geht, weil ein schusseliger Kunde vor einem die PIN vergessen hat oder ähnliches.

Anstatt des britisch-englisch-gesungenen „Cashier number four please“ ertönte dort ein deutsches „Kasse Nummer 4 bitte“, gesprochen von einer seriös-tiefen Frauenstimme.

Vor rund einem Jahr fragte ich mal den Geschäftsführer einer Berliner Supermarktkette, ob sie die Einheitswarteschlange im Supermarkt auch einmal probieren würden. Sinngemäß bekam ich zur Antwort, dass es zwar schon getestet wurde, die Kunden das aber nicht verstehen würden. Zu Stoßzeiten würde es zu erheblichen Unruhen im Markt kommen, und Kunden, die etwas im vorderen Ladenbereich (wie Zeitschriften) kaufen wollen, würden nicht verstehen, warum sie sich wieder rückwärts in den Markt begeben sollen.

Schade, wirklich sehr schade.

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