Es kursieren im Internet teils widersprüchliche Angaben darüber, ob es möglich ist, als blau.de-Kunde das Guthaben mit einer E-Plus-Guthabenkarte aufzuladen. Denn obwohl blau.de bei vielen Tankstellen und Kiosken angeboten wird, haben so manche Einzelhändler nur E-Plus/BASE-„Cash Cards“.

Die Antwort lautet wie so oft: Im Prinzip ja, aber…

Auf der Karte steht, dass eine kostenlose Servicenummer „1155“ anzurufen sei und die Option 4 (Aufladen) gewählt werden müsse. Eine solche Option gibt es aber nicht bei blau.de.
Stattdessen muss per Code aufgeladen werden, indem folgende Nummer gewählt wird: „*104*<Aufladenummer>#“.

Update (Oktober 2015): Es funktioniert nach wie vor, etwa mit E-Plus-Guthaben, das an den Fahrkartenautomaten der Berliner Verkehrsbetriebe erworben wurde.

E-Plus; blau.de; top up; pay as you go; voucher

Der britische Einzelhandel ist im europäischen Vergleich einer der innovativsten. Was Kundenbindungsprogramme, Rabattaktionen, Kassensysteme, usw., aber auch Ladenkonzepte angeht, können Kontinentaleuropäer mit den Trends aus dem anglo-amerikanischen Raum nur schwerlich mithalten. Für die gestressten Stadtmenschen, die sich hauptsächlich von industriellen Convenienceprodukten ernähren, hat neulich REWE ein Marktkonzept „REWE To Go“ in Köln entwickelt – während ähnliche Modelle in Großbritannien (etwa M&S Simply Food an Bahnhöfen) bereits seit längerem etabliert sind.

So war ich mehr als nur erstaunt, heute im TK Maxx Hannover ein Kassensystem mit Aufrufanlage zu entdecken, wie es im UK-Einzelhandel schon mehr als üblich ist!

Man stellt sich da in einer großen Schlange an und nacheinander werden die Wartenden aufgerufen. Kein Ärgern, wenn es in allen anderen Schlangen schneller geht, weil ein schusseliger Kunde vor einem die PIN vergessen hat oder ähnliches.

Anstatt des britisch-englisch-gesungenen „Cashier number four please“ ertönte dort ein deutsches „Kasse Nummer 4 bitte“, gesprochen von einer seriös-tiefen Frauenstimme.

Vor rund einem Jahr fragte ich mal den Geschäftsführer einer Berliner Supermarktkette, ob sie die Einheitswarteschlange im Supermarkt auch einmal probieren würden. Sinngemäß bekam ich zur Antwort, dass es zwar schon getestet wurde, die Kunden das aber nicht verstehen würden. Zu Stoßzeiten würde es zu erheblichen Unruhen im Markt kommen, und Kunden, die etwas im vorderen Ladenbereich (wie Zeitschriften) kaufen wollen, würden nicht verstehen, warum sie sich wieder rückwärts in den Markt begeben sollen.

Schade, wirklich sehr schade.

Gelegentlich geistert noch in Bezug auf das Urteil BGH NJW 1996, 57 die Ansicht herum, dass ein Widerruf des Verbrauchers nach §§ 355, 357 BGB unter „Anspruch entstanden“ als rechtshindernde Einwendung zu prüfen sei.

Inzwischen ist die Antwort eindeutig: Der Widerruf im deutschen Recht ist, genauso wie etwa Anfechtung, Erfüllung und Rücktritt, eine rechtsvernichtende Einwendung und wird folgerichtig im Gutachten unter „Anspruch erloschen“ geprüft.

Zum Zeitpunkt des BGH-Urteils lautete der § 1 Abs. 1 HWiG (Haustürwiderrufsgesetz; seit der Schuldrechtsmodernisierung §§ 312 ff. BGB) noch: „Eine auf den Abschluß eines Vertrags über eine entgeltliche Leistung gerichtete Willenserklärung, zu der der Erklärende (Kunde) [Haustürsituation …] bestimmt worden ist, wird erst wirksam, wenn der Kunde sie nicht binnen einer Frist von einer Woche schriftlich widerruft.

Seitdem das Widerrufsrecht in § 361a BGB (seit 30. Juni 2000) bzw. nun § 355 BGB (seit der Schuldrechtsmodernisierung) geregelt ist, sind widerrufliche Verträge (z.B. ein Haustür- oder Fernabsatzvertrag) sofort wirksam, wenn auch eben widerruflich. Das genannte Urteil ist seit 30. Juni 2000 bereits kein „good law“ mehr.

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