Auf dem Server des Karls-Gymnasiums Stuttgart befindet sich interessanterweise die (zehn Jahre alte) Website eines Counter-Strike-Clans, designt von zwei Personen namens „-=DreCKSacK=-“ und „KingOfCampers“.

Das Design ist primitiv, Inhalte gibt es außer ein wenig möchtegern-coolem Kinderkram auch nicht wirklich. Aber wie lässt sich das mit dem Erziehungsauftrag einer Schule vereinbaren? Ich kann mir kaum vorstellen, dass „Killerspiele“ ins pädagogische Konzept dieser Schule mit Hochbegabtenzug passen. Offenbar kennen die Verantwortlichen nicht einmal den eigenen Internetauftritt.

In Berlin ist ein Teil der U-Bahn-Linie U6 gesperrt, da ein neuer Kreuzungsbahnhof an der Kreuzung Unter den Linden/Friedrichstraße (mit der neuen U5) errichtet wird. Deswegen wurde auch ein Pendelverkehr mit dem Bus 147 eingerichtet.

Die Ansage in der der U2 kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof Mohrenstraße wurde daher etwas verlängert:

… zwischen Französische Straße und Friedrichstraße unterbrochen. Fahrgäste nach Friedrichstraße nutzen bitte ab Mohrenstraße den Bus Linie hundertsiebenundvierzig. Attention! Due to construction work, the U6 between Französische Straße and Friedrichstraße is interrupted. Passengers travelling to Friedrichstraße take the bus onehundredfortyseven departing from Mohrenstraße.

Komplizierter ging es wohl wirklich nicht, zumal kein Brite den Bus 147 als „onehundredfortyseven“ aussprechen würde. Warum nicht ein viel eleganteres „Due to engineering works, the U6 line is interrupted between Französische Straße and Friedrichstraße. Passengers for Friedrichstraße should alight here for bus number one-four-seven.“ (für Stadtmitte: „…alight here and continue their journey at street level.„)

Die BVG-Ansagen, insbesondere die auf Englisch, sind ja für Kürze und Informationsgehalt nicht gerade bekannt. An Verkehrsknotenpunkten wie Alex oder Zoo wird immer angesagt, wie man aus der Region rauskommt („S-Bahn service to Hauptbahnhof„, „to Tegel Airport„).

„Übergang zum Regional- und Fernverkehr“ wird hingegen nur auf Deutsch, nicht auf Englisch angesagt. Dabei wäre ein „Change here for main line InterCity and suburban rail services“ nun auch nicht so schwer. Warum erklärt man den nicht-deutschsprachigen Touristen nur, wie man aus der Stadt rauskommt? Will man sie hier nicht haben oder ist es bloß Nachlässigkeit?
Immerhin verkaufen die Berliner Verkehrsbetriebe ein Fachbuch „Englisch in Bus und Bahn„…

Update (24. Oktober 2012): Die BVG hat ihre Ansage der U7 am Bahnhof Rathaus Spandau (vermutlich auch auf meine Anregung hin) inzwischen erweitert. Nun heißt es „Change here for main line railways“ – gut, aber „rail services“ wäre besser! Denn mich interessiert nicht die Strecke (railway), sondern die Fahrt (rail service).

Veröffentlicht unter Berlin.

Am 29. Juni verabschiedete der Bundestag eine Änderung des Melderechtsrahmengesetzes. Diese Änderung war schon länger in Arbeit, und ursprünglich war ein datenschutzfreundlicher Opt-In für die Nutzung der Meldedaten für Zwecke der Werbung oder des Adresshandels geplant.

Nun ist daraus nicht nur ein reiner Opt-Out (Widerspruch) geworden. Es heißt jetzt auch in § 44 Abs. 4 n.F., „Es ist verboten, Daten aus einer Melderegisterauskunft zu Zwecken der Werbung oder des Adresshandels zu verwenden, (…) wenn die betroffene Person gegen die Übermittlung für jeweils diesen Zweck Widerspruch eingelegt hat. Dies gilt nicht, wenn die Daten ausschließlich zur Bestätigung oder Berichtigung bereits vorhandener Daten verwendet werden.

Auf gut Deutsch: Jeder Widerspruch ist ab dem 1. November 2014 zwecklos. Hat eine Firma irgendwann Daten von Ihnen erfasst, und seien es nur Name und Adresse, bekommt für ein kleines Entgelt vom Einwohnermeldeamt frei Haus frühere Namen, Geburtsdatum, Geburtsort, Familienstand, aktuelle und vorherige Anschriften geliefert.

Quelle: http://www.chip.de/news/Adressauskunft-Widerspruchsrecht-abgeschafft_56540821.html

Meiner Ansicht nach ist genau das ein nicht gerechtfertigter Eingriff in die informationelle Selbstbestimmung. Es kann sich nur um eine Frage der Zeit handeln, bis jemand deswegen nach Karlsruhe geht, und eventuell mache ich das auch. Gemäß § 93 Abs. 3 BVerfGG ist die Verfassungsbeschwerde gegen ein Gesetz übrigens (nur) bis zu einem Jahr nach Inkrafttreten zulässig.