Die Eidgenossen haben heute in einer Volksabstimmung die Wiedereinführung der Buchpreisbindung abgelehnt. Das Schweizer Fernsehen SF berichtet von einem „tiefen Röstigraben“: In der französischsprachigen Westschweiz stimmte eine Mehrheit dafür, insgesamt betrug die Anzahl der Neinstimmen aber 56,1%.

Quelle: Wikimedia Commons (http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Divide-and-conquer.jpg)

Wozu die Buchpreisbindung führt, habe ich bereits vor einiger Zeit analysiert. Findige Kunden bestellen ihre deutschsprachigen Bücher aus dem EU-Ausland, etwa bei Amazon.co.uk. Ihre Kaufkraft und die Steuern fließen eben nach Großbritannien und verbleiben nicht in Deutschland. Andere Verbraucher werden über Gebühr zur Kasse gebeten.

Trotz Buchpreisbindung haben sich auch in Deutschland Buchhandelsketten wie Hugendubel, Thalia und Weltbild etabliert und den „kleinen Händler um die Ecke“ genauso verdrängt wie in anderen Ländern auch. Durch den fehlenden Wettbewerb benachteiligt werden Verbraucher, insbesondere Studenten und Wissenschaftler, sowie zu einem gewissen Maße auch öffentliche Bibliotheken.

Der Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband vergießt natürlich darüber Krokodilstränen, dass ihnen die staatliche Protektion demokratisch versagt wurde.

Vor dem Hintergrund der Diskussionen über die Hochpreisinsel Schweiz und weil die vollen Konsequenzen der 2007 abgeschafften Buchpreisbindung erst in den kommenden Jahren deutlich sichtbar werden, konnte keine Mehrheit von den positiven Wirkungen des Gesetzes überzeugt werden.

Kommentar: Es sind fünf Jahre vergangen. Bisher haben die Verbraucher nur profitiert. Am besten also irgendeine diffuse Gefahr beschwören, von der niemand weiß, wie sie genau aussehen soll.

In der Romandie, wo die negativen Folgen einer seit bald 20 Jahren fehlenden Preisbindung offensichtlich sind, ist die Notwendigkeit der Buchpreisbindung erkannt worden.

Die Welschschweizer wissen nicht, welche Schäden in Bildung und Kultur ein Preismonopol anrichten würde. Daher haben sie sich leichter von den Versprechungen der Lobbyisten einlullen lassen.

Dani Landolf, Geschäftsführer SBVV: «Das Nein zur Buchpreisbindung ist ein Nein zu einfachen und guten Rahmenbedingungen für die Schweizer Buchbranche, die in einem riesigen Strukturwandel steckt.

Genauso wie die Musikindustrie mit antiquierten Geschäftsmodellen weiterarbeiten. Diese lässt sich mit Abmahnungen schützen. Kohlepfennig für alle!

«Die Preisbindung hätte die Steuerzahler keinen Franken gekostet, alle Alternativen schon.

Den Steuerzahler hätte es womöglich keinen Franken gekostet. Die Verbraucher hätte es dafür aber viele, viele Franken gekostet.

Viele Unternehmen haben sich 0180-Premiumnummern schalten lassen, bei denen sie an den anfallenden Telefongebühren beteiligt werden und somit ihre Kosten wieder einholen. 0180.info ist ein besonderes Telefonbuch, ein Angebot der Website teltarif.de, bei welchem alternative Rufnummern gesucht werden können.

Doch offenbar zensiert Facebook diese nützliche Seite. Zumindest konnte ich anderen im Chat keinen Link auf die Seite geben. Warum, weiß ich nicht.

Zwar bin ich eifriger Facebook-Benutzer, aber es ist wichtig, trotz des ganzen Social Networkings nicht das dezentrale Web, die Blogs und Websites, zu vergessen. Denn Facebook ist genauso wie Xing, LinkedIn, Myspace & Co. ein privates Angebot. Da hat der Betreiber das „virtuelle Hausrecht“ und kann nach Belieben zensieren und sperren, wie es ihm gefällt – und das natürlich ganz legal. Nur auf einer eigenen Website sind wir wirklich Herr im Haus über die Informationen.