Es gibt viele Dinge, die ich am britischen Alltagsleben bewundere. Das Gesundheitssystem, der berühmte NHS, gehört allerdings eher nicht dazu.

Wie der Newark Advertiser berichtete, fuhr ein Krankenhaustransportwagen bei einer 65-jährigen Witwe aus Newark (Nottinghamshire) vor, um ihren vor vier Jahren an Lungenkrebs verstorbenen Mann zu einem Arzttermin abzuholen. Sie und ihre vier Kinder sind darüber äußerst geschockt.

Der East Midlands Ambulance Service hat inzwischen eine Untersuchung angeordnet, um den Grund für diese Verwechslung aufzuklären, denn der Verstorbene war nie Patient bei der Arztpraxis, zu der er gefahren werden sollte.

Quelle: http://www.newarkadvertiser.co.uk/articles/news/Widows-fury-over-mix-up

Das erinnert mich irgendwie an einen alten DDR-Witz:
„Ihren Trabant können Sie dann morgen in 10 Jahren abholen.“
„Soll ich vormittags oder nachmittags kommen?“
„Das ist egal.“
„Vormittags wär halt schlecht, weil da der Klempner kommt.“

SPIEGEL-Autorin Marie-Luise Scherer über Tod und Leben in einem Kreuzberger Wohnquartier

Wenn Pitt Müller, der heute 32 Jahre alt ist und als ambulanter Altenpfleger in Moabit und Wedding arbeitet, das Geschehen noch mal rückwärts abspielt, dann würde er dieses junge Mädchen Ingrid Rogge damals nicht mit nach Berlin genommen haben. Er hatte sie am Abend des Ostersonntag 1979 im Saulgauer „Bohnenstengel“ kennengelernt, einem Lokal, in das der unruhige Teil der ansässigen Jugend den Sesselmassen seiner Elternhäusern entflieht, um dort, im eigenen Plüsch, das Entrinnen aus Schwaben zu besprechen, das Wegmachen nach Berlin.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13523883.html

Das war Westdeutschland in den 1980ern! Eine gefühlvolle und spannende Beschreibung des Lebensgefühls von „damals“, geschildert anhand des grausamen Schicksals einer aus der westdeutschen Provinz zugezogenen Neu-Berlinerin. Sehr gut geschrieben und interessant zu lesen, auch wenn einem das ziemlich nahe gehen kann.