Tesco Cookies in S-Market, Ivalo, Lapland, Finland. Making this place technically the most northerly Tesco on Earth.
1) „You go first“ & „say sorry“ when bumped into. Proper queuing manners. Service provided with a smile. Finnish people have a high level of trust for each other, just like the British do (or even more so, as the Brits heavily rely on CCTV etc., which is slightly less of a thing in Finland).

2) TV channels. The four principal TV channels of the UK are BBC One, BBC Two, ITV and Channel 4. The four principal channels of Finland are YLE1, YLE2, MTV3 and Nelonen (= Four). ITV has Coronation Street, MTV3 has Salutat Elämät (Secret Lives). ITV has Good Morning Britain, MTV3 has Huomenta Suomi. MTV3 also broadcasts Emmerdale which is an ITV production.

3) The love for good food in general. Finland even has Tesco products. („Tesco Finest“ and „Free From“ are available in S-Markets, so the S-Market in Ivalo would technically be world’s most northerly Tesco – however the Tesco Clubcard won’t help me there as the S-Etukortti reigns supreme.) Marks & Spencer in Finland unfortunately doesn’t do food anymore though.

4) UK has an independent chippy culture. Finland has a Grillikioski culture. Both countries traditionally like hearty and heavy meals keeping one warm in winter, but have embraced newish innovations like the sushi burrito.

Even the Food Hygiene Rating of a Helsinki ice cream parlor is bilingual.
5) Bilingualism. Helsinki with its bilingual Finnish/Swedish signs almost feels like a (wealthier) Cardiff in Wales!

6) A clean and modern railway fleet. The British have somewhat declined in quality with #southernfail, but VR is still excellent. Similarly, the Brits and the Finns both keep their transportation premises in great condition, well-lit, with good accessibility.

7) A structural dominance of a Conservative political ideology. The most powerful Finnish party, Kesk (Centre), is associated with ALDE but its platform would be considered Conservative in most neighbouring countries.

8) Both are also „nations of shopkeepers“. Finnish consumers aren’t big online shoppers. The independent shop is still fairly alive and well.

9) UK has Manchester. Finland has Tampere, the „Manchester of the North“.

10) The love for contactless payments. Its immediate neighbours like Norway and Sweden lag behind in the adoption.

11) This one is for the fintech girls and guys: Both countries are „offline pin“ countries.

If you have tried to eat out in Germany without carrying cash on you, you can probably sympathise with what I’m trying to say here…

Das Café Rizz in Berlin-Kreuzberg bewirbt Kartenzahlung auch für Kleinbeträge.
Wer heute im Jahr 2017 in Deutschland essen geht, fühlt sich oft in die 1980er Jahre zurückversetzt.

Na gut, clean eating, asiatische Burger und was auch immer, all das hat man auch an Rhein, Elbe, Spree und Isar für sich entdeckt. Nur der Umgang mit dem Kunden scheint bei vielen deutschen Gastwirten tief in den 1980ern stecken geblieben zu sein. Ob alteingesessen oder neu – selbst bei den kürzlich aus dem Ausland zugezogenen Wirten.

Klar tue ich mit dieser Aussage denjenigen deutschen Gastronomen Unrecht, die alles in allem einen guten Job machen (wie das Café Rizz, die in Kreuzberg die Karten-Fahne hoch halten – Daumen hoch).

Dennoch habe ich schon viel zu viel gesehen. Das Bezahlen ist ja sowieso nicht der angenehmste Teil des Essengehens. Dann sollte man dem zahlenden Kunden nicht unnötig Steine in den Weg legen, etwa durch eine Regression der Kartenakzeptanz.

Beispielhaft steht Moe’s Roadhouse in Heidelberg, das auf Yelp vor kurzem noch als Akzeptanzstelle für Kreditkarten dargestellt wurde, mich jedoch mit einem „Derzeit keine Karten“-Schild begrüßte. Auf die Frage, wann denn wieder Kartenakzeptanz aktiv sein werde, antwortete eine Kellnerin, das Gerät sei kaputt und es werde erst mal kein neues beschafft. Die unausgesprochene Aussage, wie ich sie also zwangsläufig verstehen muss, ist: „Mit dem doofen deutschen Kunden kann man es ja machen. Die freuen sich, wenn sie überhaupt was zwischen die Zähne kriegen.

Ein japanisches Restaurant, das seine Anfänge in London in der Gegend um Old Street hatte und dort natürlich laut Yelp auch Credit Cards nahm, nimmt an seiner vor kurzem eröffneten Berlin-Neuköllner Dependance ebenfalls keine Karten, obwohl das Menü nicht gerade im Billigsegment angesiedelt ist. Gleiches gilt für viele Imbisswagen, deren Betreiber oft selbst erst vor kurzem nach Deutschland zugezogen sind und dies in ihrem Herkunftsland wohl kaum machen würden.

In einem anderen Sushi-Lokal im Stadtzentrum von Berlin hörte ich offen vom Juniorchef auf die Frage, ob man sich denn einen Kartenleser anzuschaffen gedenke, „ich will Ruhe vorm Finanzamt“. Unterstützenswert finde ich das nicht unbedingt, und ich frage mich, ob die Hygiene und Qualität stimmen können, wenn man sich auch anderswo wenig um Ehrlichkeit schert?

Japanisches Curry in Düsseldorf – Essen gut, aber Service unterirdisch!
Mich verfolgt eine Episode aus Düsseldorf bis heute, bei der ich doch tatsächlich an der geistigen Gesundheit der Geschäftsführung zweifeln muss. Das Lokal auf der Immermannstraße zeigte stolz an der Tür alle möglichen Logos (EC, Maestro, Mastercard, Visa) und das Curry war schmackhaft, genauso wie das Getränk dazu. Bis es zum Bezahlen kam.

12,70 Euro sollte die Rechnung betragen und ich wollte mit Maestro-Karte zahlen. Kellnerin wies dies ab – „Erst ab 15 Euro“ – doch nirgendwo war der Mindestumsatz angeschrieben. Was nicht geschrieben ist, gilt auch nicht. Ich lehnte ihr lächerliches „Angebot“ ab, 15 Euro statt 12,70 Euro zu zahlen, und ließ also ihre Vorgesetzte kommen. Die Geschäftsführerin wollte mich doch tatsächlich zum Geldautomaten schicken. Letztlich konnte ich nach einigem Hin und Her doch, wie beworben, mit Karte zahlen. Da die Qualität des Essens an sich gut war, empfinde ich das als eine vertane Chance, einen Kunden zu binden. Stattdessen hat man mich vergrault. Ich werde also in Zukunft mein Geld woanders ausgeben, wenn ich wie so oft durch Nordrhein-Westfalen reise und in Düsseldorf Station mache.

Ein anderer schwäbischer Imbiss in Berlin verweigerte sich auch der Digitalisierung. Die Kellnerin erklärte mir, sie zahle lieber bar, da man merke, was man ausgebe. Das hat schon was von dekadenter Saturiertheit – quasi „wir verdienen schon genug Geld“. Dummerweise gehe ich auswärts essen, um mein Geld dazulassen, nicht um Hauswirtschaft zu lernen.

Die Schwarzwaldstuben in Berlin sind auch so ein Kuriosum. Auf Deutsch hieß es in der Speisekarte zeitweilig, „nur EC-Karte“, und auf der englischen Karte aber, keine Karten, man wolle nicht, dass die Banken profitieren, stattdessen wolle man hochwertige Küche anbieten. Allerdings sind auch ausländische Besucher nicht blind. Durch so einen Unfug entstehen wohl urbane Legenden der Sorte „Deutsche sind paranoid, ich als ausländischer Tourist durfte nicht mit Karte zahlen, aber die Einheimischen schon“ und beschädigen indirekt das Ansehen einer Branche und eines ganzen Landes.

Der Konkurrenzdruck ist keinesfalls klein, und bei der nächsten Rezession wird es den ein oder anderen Gastronomen wieder wegfegen. Ich bedauere es, wenn inhabergeführte Geschäfte immer mehr einem Einheitsbrei von McDonald’s, Starbucks & Co. weichen. Aber die Ware verkauft sich nicht von selbst, wie gut sie an sich auch sein mag. Man isst auswärts, um etwas zu feiern, nicht um sich über schlechten Service zu ärgern. Der Kunde ist kein sozialistischer Versorgungsfall. Er hat die Wahl, ob er das Lokal erneut frequentiert oder nicht.

Messe Berlin: Keine Kartenzahlung, zur Frustration potentieller ausländischer Kunden deutscher Unternehmen
Selbst Blogger und Journalisten wie die Autoren der „Berliner Zunge“ sind am elektronischen Bezahlen oft erstaunlich desinteressiert. (Ein positives Gegenbeispiel ist Frau Krubeck von Bonngehtessen – dort gibt es eine Kategorie „EC-Karte“.)

Wer hingegen andere Autoren fragt, bekommt ein typisch deutsches naiv-resignativesist das nicht in der Berliner Szene-Gastro normal“ oder „warum hebst du nicht einfach Geld ab“ als Gegenfrage. Aber gerade wenn jemand auch geschäftlich essen geht, will er nicht unbedingt mit mehreren Hundert Euro in bar herumlaufen. Da ist die Akzeptanz von girocard absolutes Minimum. Und der moderne Wirt, der auch Laufkundschaft (z.B. aus dem Ausland) bezirzen will, nimmt natürlich auch Kreditkarten.

Über das Bullshit-Bingo von Händlern hat schon ein anderer Autor gesprochen, und so stellt man fest, dass das Problem nicht die Gebühren sind, sondern fehlende Kundenorientierung. Ja, eine gewisse Arroganz und Geheimniskrämerei kann als Marketingstrategie manchmal aufgehen (siehe Apple). Aber es geht auch ohne. Mit dem Alter wird man als Kunde auch entspannter und benötigt nicht mehr die ständige Betonung, wie exklusiv etwas ist.

Klar ist Kartenakzeptanz kein Allheilmittel. Wenn man aber Laufkundschaft und auch Businesskunden werben möchte – also Leute, die eh für spontane oder größere Umsätze gut sind – kann man sich immer noch vom Feld absetzen.

Ich jedenfalls werde weiterhin die Lokale aufsuchen, die sich nicht als Kulisse eines Freiluftmuseums im Herzen Europas begreifen. Ich sehe es nicht ein, ein Cash-Only-Lokal zu besuchen, wenn es genug kundenfreundliche und moderne Alternativen in der Nähe gibt. Yelp, Google Maps, Foursquare, der PayPass Locator von Mastercard oder auch Amex Vicinity helfen mir dabei, plastikfreundliche Händler zu finden.

And if you’re an expat trying to make it here, I wish you all the best. Try to combine the strengths brought from home with the strengths of your adopted country and make a positive change. Don’t be like this: „East Europeans work harder then become lazy like the British“

Unleashing my inner emo with Jimmy Eat World. Note the POS devices covered in blue weatherproof plastic bags.
Do you find it frustrating when you want a tasty snack from a food stall, but then find you have no cash on you and they don’t have a card reader? So do I!

Mastercard have sponsored 2017’s Hurricane Festival in Scheessel, Northern Germany, to improve the acceptance of cashless payments in a country that is still struggling to make a full transition into the information age and catch up with its European neighbours. Mastercard is strongly interested in sponsoring similar events in the future as a music festival involves a genuine „customer journey“ from booking tickets and accommodation online to purchasing drinks on the premises.

I have attended the festival to produce a short survey on cashless payments. Marc-Oliver, in the meantime, is on his way to the upcoming Open’er in Gdynia, Poland, where electronic payments have been actively used for more than five years, and will report on the situation on his very own blog.

The three major topics we’d like to discuss are: Payment options; Access to cash; Variety and pricing of food and drink.

False advertising: Ear plug vendors‘ equipment featured Visa and Mastercard logos but with no mPOS, unable to accept cards.
Issue 1: Payment on the festival premises
A variety of cards (girocard, Maestro, Visa, Mastercard – but not Amex) was only accepted by drink booths on the festival premises proper that displayed Mastercard signage and were centrally operated by FKP Event Services, Hamburg. Mobile beer vendors and mobile earplug vendors did not accept cards. Food trucks as well as bars in the surrounding camping areas – all independent vendors – also refused cards.

Some merchandise stalls accepted cards, but were not included in the sponsorship programme. These vendors usually brought their own mobile terminals. I’ve seen iZettle or SumUp, but also more traditional mobile devices like the Atos Yoximo. Some merchants only accepted first generation debit cards (girocard, Maestro, and I’ve also seen a Belgian Bancontact sign) as opposed to all major card brands. Trying to buy an official festival merch t-shirt, my International Maestro card was rejected („Authorisation failed“) after waiting several minutes for the terminal to connect to the mobile network. As this vendor refused to take a credit card, I resorted to a local girocard debit card. The latter was accepted in an offline emergency processing mode. I was not made aware of any minimum spend by any merchant accepting cards.

Contactless payments were accepted through Maestro PayPass, Mastercard PayPass and Visa payWave. No CVM was not practiced on chip and signature cards, also CVM was required for contactless payments above €25. Girocard (the domestic card scheme) was natively accepted. VOB-ZVD acted as acquirer for girocard transactions whereas Wirecard was involved for international card acceptance and provided terminal services.

Customer signing receipt for a contactless low value payment.
DCC was not provided by the „official“ drink stalls and I haven’t observed it anywhere else either. However a UK-based merchandise seller used a terminal that debited in British pounds only to collect payments, even though pricing was in Euros. Apparently he used a currency app on his phone to determine the exchange rate. A practice that is discouraged as it means that customers can well unwittingly be stung by foreign transaction fees!

Official drink stalls participating in the Mastercard promotion used Verifone H5000 card terminals, of which about 80 didn’t survive a thunderstorm on Thursday and had to be replaced on very short notice. In fact, rugged card terminals are still a niche that hasn’t seen much attention from manufacturers. Terminals were usually facing the customer. Proprietary prepaid cards were used in the past (2012 and 2015), caused major issues and have not been popular with the revellers. Infrastructure to accept these proprietary cards is still in place and connected to the POS devices but only used as a customer facing display, potentially confusing customers interested in paying by contactless card.

Cash was accepted by any vendor.

Cashiers were not always well trained. I witnessed a cashier asking a customer in front of me to sign the receipt even though he paid with a contactless card.

Hurricane 2017: Price list for drinks.
Nevertheless cash/card ratio for drinks was 70/30. This is a very promising figure considering that Mastercard is not as present in the German market as Maestro and Visa are, about 70% of all payments in German physical stores are still in cash, and some visitors misunderstood the prominent Mastercard branding. It was not an exclusive sponsorship deal of the Visa/London 2012 kind where other card brands would be rejected!

€2 deposit for the cup could be paid by card but would always be returned in coins, not by unreferenced refund on a card.

Issue 2: Access to cash on the festival premises
ATMs were not available on the festival premises proper but only in the “playground” which was located on the other side of the main street, outside the security area, next to the Penny supermarket that provided debit card cashback through the domestic girocard scheme only.

Therefore, I was unable to assess surcharging, DCC, use of ATMs, mobile phone top-up or additional services (unlocking PIN, balance enquiry, charitable donations, receipts). Although a fully functioned (foreign) ATM with PIN unlock functionality could be a life saver for international travellers.

Use a Mastercard for €1 discount on drinks.
Issue 3: Food, Drink & Pricing
Cost of drinks – Coca-Cola: €4 (-€1 Mastercard discount, €2 deposit return for cups). Beer and water were similarly priced. Average cost of food was in the area of €3-4 for a smaller item (currywurst, fries etc), €5-10 for a main (€7.50 for a fish kebab, €8 for currywurst and fries).

A large selection of mostly traditional event food including grilled sausages, burgers and fries with various toppings, but also more exotic options such as Latin American empanadas, Swedish elk products or fish kebabs. Consumers seemed to prefer traditional, rich options over the healthier or more modern choices. According to a spokesman for FKP Concerts, the most popular food options were “Handbrot” (stuffed bread) and Thai fried noodles.

The queuing experience generally was acceptable, with a reasonable queuing time (save for a few drunk and unruly people you have everywhere). As food stalls were cash only, payment was not as efficient as expected.

Conclusion

Video instructions on accepting card payments as shown in waiting tent for bar staff.
This was a very promising first attempt at open loop systems. However, we would like to see more cashless options next year. I understand that food stall operators are not keen to adopt card payments for taxation reasons. But future contracts and tendering processes should reflect the desire to make such events safer and more efficient. Cash does come with storage and transport costs and it is not too safe to carry hundreds of Euros with you on a campsite.

I and many others at the Mastercard lounge were approached many a time by visitors asking us for the way to the next ATM or even for a cash advance on their Mastercard, and particularly foreign visitors may indeed be surprised by the payment issues. We’ve had ample opportunity to discover potential issues (including spotty mobile coverage) so these can be weeded out by 2018, and we might see wired kebab shops by then.

No cash! No problem? We’re not quite there yet. I had to shell out my emergency tenner for a currywurst and fries, but fingers crossed for next year!

Disclosure: Admission to the festival was sponsored by an agency on behalf of Mastercard.

6. März: Alles abgeschickt inkl. (nicht beglaubigter) Kopien von 2 proofs of identity (Reisepass und Personalausweis) und 2 proofs of address (britischer Kontoauszug und fremdsprachige Stromrechnung)

25. März: Willkommensbrief im Briefkasten mit Kontonummer und Hinweis, dass weitere (Bankkarte, PIN, Online-Banking-Daten) in Kürze folgen

28. März: PIN kommt. Die Karte sollte ja dann in zwei bis drei weiteren Tagen folgen laut Willkommensbrief.

4. April: Karte ist da. Mit Android Pay eingerichtet (Verifikation durch SMS).

8. April: Bisher keine Anmeldedaten für Online Banking. Über „Benutzername verloren“ konnte der Benutzername ermittelt werden. Aktivierungscode selber generieren klappte aber weder über App (-> Systemfehler, Helpdesk kontaktieren) noch über die Website (angeblich stimmen die Antworten auf die Sicherheitsfragen nicht). Angerufen, aber leider sei Freitag nachmittags keine Person mit der entsprechenden Entscheidungsmacht mehr im Haus.

9. April: Kein weiterer Anruf. Einrichtung von Mobile Banking über App – neuen Aktivierungscode generieren – und danach auch Online Banking (Digital Token) gelungen.

Mit Karte heißt mit Visa Debit. Oder Maestro!

girocard hinkt technisch hinterher
Lange hat man in Deutschland versucht, den Trend zum Bezahlen kleiner Beträge mit Karte auszusitzen, so wie das Internet oder die Emanzipation (heute noch im Saarland, wo alle Geschäfte um 20 Uhr schließen müssen, aber gleichzeitig der Anteil nicht erwerbstätiger Frauen am höchsten in Deutschland ist).

Und so führt man „girocard kontaktlos“ erst 10 Jahre ein, nachdem es die Kreditkartensysteme wie Visa und Mastercard schon hatten. 10 Jahre Leiden, Umstände, Fummelei. Und 10 Jahre, die man verpasst hat, um z.B. elektronisches Smart Ticketing im ÖPNV voranzutreiben und Barrieren für Gelegenheitsfahrer zu beseitigen. 10 Jahre Erfahrung, die Visa etwa mit Transport for London gesammelt hat.

girocard ist auch nicht sicherer
In jeder girocard (einst EC/electronic cash-Karte genannt) schlagen quasi zwei Herzen. Es gibt nämlich neben dem Verfahren mit PIN und Zahlungsgarantie auch ein sekundäres, inoffizielles Verfahren mit Unterschrift. Das ist das „elektronische Lastschriftverfahren“. Aus jeder auf dem Chip der Karte gespeicherten Kartennummer lässt sich eine Kontonummer bestimmen – Vorgabe des Bundeskartellamts. Das heißt, jeder Dieb kann mit der girocard und einer gefälschten Unterschrift einkaufen. Ironisch, da der Trend bei den Kreditkarten derzeit zu Chip & PIN statt Unterschrift geht und selbst die Sparkassen damit anfangen. Rund 15 Jahre nachdem man in Großbritannien die Schritte ging, aber immerhin ist man die Dominanz des Magnetstreifens früher losgeworden als im Nachzüglerland USA.

Besonders pikant ist das deswegen, weil kontaktlos damit nicht bloß eine abstrakte Kartennummer, sondern eine Kontonummer ermittelbar ist. „Kontaktloser Taschendiebstahl“ und so weiter, Kontonummern ändern sich oft nicht anders als Kartennummern.

ELV könnte rein theoretisch auch andere Karten betreffen (etwa einige österreichische „reine“ Maestros), je nachdem wie die Kartennummer gebildet ist. Aber dass ELV durch das Amt vorgegeben ist, hat auch mit der Dominanz eines Kartensystems zu tun.

Europarechtswidrige Diskriminierung: Bürgeramt in Berlin akzeptiert weder Bargeld noch internationale Bankkarten.
Ein Quasi-Monopol baut Mauern
Solange ein (dazu noch faktisch nationales) Zahlungssystem den Markt dominiert, werden immer wieder Akzeptanzstellen in vollkommener Gedankenlosigkeit ausländische Nutzer ausschließen.

Europarechtswidrig diskriminieren etwa bestimmte Berliner Bürgerämter ihre „Kunden“. Dort wird keine Barzahlung mehr angenommen, auch keine Kreditkartenzahlung, nur girocard. EU-Ausländer, die frisch nach Deutschland ziehen und eine „Dienstleistung“ benötigen (z.B. ein Führungszeugnis), stehen vor einem Problem. Willkommenskultur sieht anders aus, ganz abgesehen vom Diskriminierungsverbot in Art. 18 AEUV, der nicht nur unmittelbare Benachteiligungen gegen Staatsbürger eines anderen EU-Landes, sondern nach EuGH-Rechtsprechung auch indirekte Diskriminierungen eben dieser Form erfasst.

Dir werden möglicherweise Rechte vorenthalten
Die App Selection der europäischen VO 2015/751 wird mit Verspätung im deutschen Handel eingeführt. So kann man, wenn man den Knopf „Auswahl“ vor dem Einstecken der Karte drückt, oft wählen, ob man das einheimische Zahlverfahren girocard oder eines der internationalen (Maestro, V PAY, Visa Electron – je nach Karte) nutzen möchte. Nur mit den internationalen Verfahren hat man zugesicherte Chargeback-Rechte.

Vielleicht erzählt einem einer dann, „wer stellt schon für einen kalten Burger einen Antrag“? Aber erstens war man gerade bei den deutschen Filialbanken noch nie ein Freund der Bezahlung kleiner Beträge mit Karte. Man verdient schließlich zu gut durch die Fremdautomatengebühren in Deutschland und hat noch oft gruselige Preismodelle.

Da kommt ihnen ein uninformierter, dumm gehaltener Verbraucher gerade recht! Spart er ihnen doch Kosten und Aufwand.

Zweitens ist etwa bei Möbelhändlern die Akzeptanz von Kreditkarten historisch schlecht, u.a. weil sie eigene Finanzierungen verkaufen wollten. Und da kommt es durchaus vor, dass mal trotz Anzahlung nicht geliefert wird.

Wohl dem, der Maestro oder V PAY statt girocard gewählt hat und so zumindest gewisse Rechte behalten hat.

Anwendungsauswahl (App Selection) bei Kombikarte Fidor SmartCard.
Die Alternativen sind inzwischen mehr als gut genug
Ja, man muss die Nerven haben, ein „politischer Verbraucher“ zu sein und sich dem Mainstream zu widersetzen. Und gerade kleinere Händler oder Gastwirte nehmen manchmal nur girocard oder gar keine Karten. Inzwischen ist die Akzeptanz der Kreditkarten Visa und Mastercard aber so gut, dass man selbst in Deutschland im Alltag keine girocard mehr braucht – beim Tanken, im Supermarkt, auch bei vielen (nicht nur gehobenen) Gaststätten.

Wo Kreditkarten nicht gehen (z.B. im Berliner ÖPNV), funktioniert oft eine internationale Maestro-Karte. Eine solche gibt es jahresgebührenfrei etwa bei N26 oder in einer geringfügig schlechter akzeptierten Kombi-Variante als Fidor SmartCard. Wer eine dezente flachgeprägte Karte will, die sich vom Aussehen her an typische deutsche Kontokarten anlehnt, findet sie bei Barclaycard als Maestro-Zusatzkarte.

Es gibt auch Visa- und Mastercard-Debitkarten, die direkt und täglich vom dazugehörigen Bankkonto abbuchen. Man behält die Übersicht und hat keine böse Überraschung am Monatsende, sie funktionieren genauso wie „EC“-Karten. Auch hier sind Fidor und N26 für Mastercard, sowie Consorsbank und ING-DiBa für Visa empfehlenswert – alles Konten ohne Grundgebühr und auch mit Inklusiv-Barabhebungen, wenn man doch mal Scheine braucht.

Komfort ist kein Problem mehr. Das umständliche Unterschreiben wird immer mehr durch Chip & PIN ersetzt. Die allermeisten Kreditkarten haben inzwischen eine bequeme Kontaktlosfunktion, die man bei den großen Handelsketten wie Saturn und Media Markt, Kaufhof und Karstadt, Aldi, Lidl, Kaufland und Rewe nutzen kann, und auch bei einigen darüber hinaus.

Lasst euch zu allerletzt auch nicht von der schrägen „Priceless“-Werbung von Mastercard abschrecken. Nicht nur in Polen oder England, sondern immer mehr auch in Deutschland sind Visa und Mastercard alltagstaugliche Zahlungsmittel, die bei Lidl genauso wie bei Lufthansa und bei Kaufland genauso wie im KaDeWe akzeptiert werden. Die Plastikkarte ist kein dekadentes Spielzeug.


In Großbritannien wurden Visa-Debit-Karten unter der Marke „Visa Delta“ schon Anfang der 1990er eingeführt.

Veröffentlicht unter EFT.

Keine Kartenzahlung – Gastronomie Messe Berlin
Kurz: Sie sagen das Eine und machen das Andere. Es macht den Markt nicht attraktiver, wenn Banken behaupten, „wir warten nur auf Apple“, aber die alten Geschäftsmodelle mit aller Macht fortführen wollen.

Verbraucherinteresse

Viel wurde darüber diskutiert, warum Deutschland noch kein Apple Pay hat. Während es Großbritannien schon seit mehreren Jahren hat, die Schweiz, Frankreich und Irland nun auch mit an Bord sind und auch schon über einen polnischen Start gesprochen wird.

Sicher ist ein gewisses Verbraucherinteresse da. Man muss aber realistisch sein: Von Luft und Liebe lebt kein Unternehmen. Die Technik muss genutzt werden und auch etwas abwerfen. Sie darf den Nutzer nicht zu sehr frustrieren oder auf die Probe stellen.

Schlechte Akzeptanz

Deutschland ist kein großes Kartenland. Über zwei Drittel der Transaktionen im Präsenz-Einzelhandel werden immer noch in bar beglichen – so viel wie in Großbritannien vor etwa zwölf Jahren.

Das in Deutschland dominierende, nationale Zahlungssystem, girocard, hat derzeit etwa 800.000 aktive Terminals. Deutlich mehr Akzeptanzstellen pro Einwohner hatte das damals in Großbritannien dominierende Switch/Maestro schon vor über 10 Jahren (Ende 2005: 960.000 Händler). Auch Österreich hat eine rund doppelt so hohe Terminaldichte wie Deutschland (Angaben von SIX).

Natürlich sind solche Vergleiche immer mit etwas Vorsicht zu genießen. Deutschland ist eher ein Lastschrift-Land, während andere europäische Staaten wie Malta diese bis zur Einführung von SEPA nicht wirklich kannten. In Großbritannien ist hingegen auch die Kartenzahlung im Fernabsatz aus historischen Gründen verbreiteter. Es deutet aber darauf hin, dass es im Hochtechnologieland Deutschland ein Problem mit der Akzeptanz gibt.

Klar, Aldi, Lidl, Media Markt oder Amazon nehmen auch in Deutschland Kreditkarte. Doch es gibt in Deutschland mehr als in den Niederlanden, Polen oder England zwei Welten der Akzeptanz. Schon ein Taxi mit Kartenakzeptanz kann schwer zu finden sein. In Berliner Straßenbahnen oder im Hamburger ÖPNV geht nur passendes Hartgeld, obwohl Münzlogistik keineswegs einfach ist. Und bei Kneipen oder Imbissen ist es reines Glücksspiel, mit Karte zahlen zu wollen. Vielen Acquirern ist das egal: „Messe ist nur fünf Mal im Jahr, da lohnt für die Imbissbuden hier die Terminalmiete nicht“ – flexible Vertragsgestaltung ist offenbar jenseits ihrer Fähigkeiten.

Schlechte Akzeptanz bei kleinen Beträgen

Apple Pay basiert auf der allgemeinen kontaktlosen Kartenzahlungstechnologie.
Doch wie oft hört man gerade bei kleinen Händlern oder Gastwirten noch „Karte erst ab 10 Euro“? Oft sind diese Mindestumsätze sogar überhaupt nicht angeschrieben. Dabei sind geheim gehaltene Mindestumsätze wettbewerbswidrig. Stattdessen klebt an der Tür zum Tankstellenshop ein „zahl-einfach-mobil.de“-Aufkleber, so dass man als Kartenfreund eigentlich sicheres Territorium vermuten müsste.

Viele deutsche Händler arbeiten bewusst mit dieser „bait-and-switch“-Taktik, die genauso gesellschaftlich akzeptiert ist, wie es rauchende Kinder in den 1990ern noch waren. Wie oft frisst man den Ärger in sich hinein, um des lieben Friedens willen, und kramt notgedrungen Münzen heraus, statt auf seinem (durch den Aufkleber an der Tür zugesicherten) Recht zu bestehen oder den Einkauf stehen zu lassen? Apple Pay sollte kein Produkt sein, welches der Kunde einmal probiert, schon gleich unhöflich vom „Kassendrachen“ zurechtgewiesen wird. Der Kunde mag König sein, der Händler ist aber Kaiser.

Aus den Niederlanden: Infografik „De voordelen van contactloos betalen“.
Schon bei unseren westlichen Nachbarn, den Niederländern, sind „Pinnen ja graag“– und „Klein bedrag pinnen mag“-Aufkleber verbreitet. Sogar „Voor uw en onze veiligheid graag pinnen“ – „für Ihre und unsere Sicherheit gerne mit Karte bezahlen“ – liest man dort.

Doch warum sind die Unterschiede so groß?

Fehlendes Interesse der Banken

In den sozialen Medien heißt es immer von Seiten der Institute, „wir warten nur darauf, dass Apple sich meldet“. Vermutlich wartet Apple aber auch. Dies liegt wohl auch daran, dass trotz aller Lippenbekenntnisse der Bankenverbände zu modernem Bezahlen die Realität anders aussieht.

Lange haben viele Filialbanken kontaktlose Kreditkarten nicht eingeführt. Direktbanken taten es bereits vor mehr als fünf Jahren, und die Giganten der Volksbanken und Sparkassen beginnen erst knapp 10 Jahre nach der Premiere damit. Bei allem Respekt vor „girocard kontaktlos“ – der Alltag in der Provinz sind eher Aussperrungen von Direktbankkunden an Geldautomaten. Der Alltag sind Geschäftskontomodelle, bei denen jeder Buchungsposten 10 bis 30 Cent kostet, jede Bareinzahlung aber nur einen geringen Fixbetrag von 1-2 Euro. Hinzu kommen auch noch bei den girocard-Netzbetreibern, die auch Kreditkartenumsätze weiterleiten, Transaktionsentgelte von 5 bis 12 Cent pro Einkauf oder Kassenschnitt. Das Modell der Edekabank mit Transaktionsentgelt 1,2 Cent und Postenentgelt 1 Cent ist wesentlich realistischer, auf dem deutschen Markt leider die absolute Ausnahme für KMUs und für Nicht-EDEKA-Händler keine Option.

Wenn eine Bild-Zeitung 90 Cent kostet, der Kioskbesitzer für jede Bezahlung aber 40 Cent Transaktionsgebühr entrichten muss, macht er womöglich Verlust. Anders ist es in UK oder Irland, wo man bei neuen Kontomodellen dazu tendiert, Buchungsposten günstig oder kostenlos zu machen und dafür Bareinzahlungen prozentual (zwischen 0,5 und 2 Prozent) zu bepreisen – was gerade bei der aufwändigen Münzlogistik durchaus verursachergerecht ist.

Es hilft nicht, wenn auf girocard.eu behauptet wird, es gäbe keinen Anstandsbetrag und man solle kleine Einkäufe mit Karte bezahlen, weil sich die Gebühr für den Händler ausschließlich prozentual errechne. Das sind „alternative Fakten“. Es ist egal, dass die Interbankenentgelte bei Kartenzahlung durch politische Intervention gesenkt wurden, wenn die Ersparnis entlang der Wertschöpfungskette aufgefressen wird. Die Banken subventionieren das ineffizientere Bargeld für den Händlerwie man es auch in Irland vor einigen Jahren diagnostizierte – und bürden die Kosten dem elektronischen Bezahlen auf. Schlau ist das, Filialbanken können so ihre Existenz in der Fläche wirklich rechtfertigen.

Daneben leidet aber auch der Verbraucher. Barabhebungen an deutschen Fremdautomaten sind im internationalen Vergleich überteuert, wenn man nicht Direktbankkunde ist. Die größte Stärke und Schwäche des Deutschen zugleich ist, sich mit schwierigen Situationen abzufinden. „Was stellst du dich so an, man hat doch immer etwas Cash dabei / warum musst du am Sonntag einkaufen wollen / wir haben es auch überlebt, als man auf einen Trabi 10 Jahre warten musste“. Man kennt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung, fair enough. Aber Fremdautomatengebühren sind genauso wie ewiggestrige bayerische Ladenschlussgesetze menschengemacht, keine Naturkatastrophe. Es bleiben Ineffizienzen erhalten, die in anderen Nationen früh ausgemerzt wurden.

Ungünstiges technisches Umfeld

girocard auf Apple Pay ist unwahrscheinlich wegen des politisch gewollten, unsicheren „ELV kontaktlos“. Dazu irgendwann mal mehr, aber das Stichwort sollte Kennern reichen.

Fehlendes politisches Engagement

Tesco Extra in der 400.000-Einwohner-Stadt Szczecin (PL): geöffnet 24/7
In Polen (2008) und Irland (2013) gab es nationale Zahlungsentwicklungspläne, die alle Beteiligten – von Stadtverwaltungen über Banken bis hin zu Händlern – an einen Tisch brachten mit dem Ziel, die Akzeptanz zu verbessern. Die Politik wollte da sogar eine Vorreiterrolle übernehmen.

Das Handeln der Politik in Deutschland hingegen kann man nur als unglücklich bezeichnen. Hat man in Berlin zwar beschlossen, dass Taxifahrer Karten akzeptieren sollen, so ist die Umsetzung nur sehr lückenhaft. Auch ist ein happiger Pauschalaufschlag von 1,50 Euro (für alles – von Debitkarte über Kreditkarte bis hin zum Scheck) vorgesehen, der eigentlich mit der EU-Verbraucherrechterichtlinie nicht konform ist. Europarechtswidrig nehmen Berliner Bürgerämter teilweise nur girocard und kein Maestro oder gar Kreditkarten an – Barzahlung wird auch nicht mehr überall angenommen. Man hätte mit einer Fiskalkassenpflicht sicher auch etwas für die Steuerehrlichkeit von Gastwirten tun können – doch die lässt auf sich warten.

Es zeigt sich, dass Deutschland für Apple Pay ein schwieriger Markt sein wird. Dass man sich dann erst mal auf Polen oder Irland – die vor einigen Jahren auch noch große Bargeld- und Schecknutzer waren – konzentriert, ist verständlich.

Das britische Bahn- und Busunternehmen National Express kommunizierte einmal in einem Geschäftsbericht durch die Blume, man freue sich auf Aktivitäten in Deutschland und zwar in denjenigen Regionen, die „pro-competition“ seien, also in denen man politisch erwünscht sei. So ähnlich ist es mit Apple. Wo man nur unnütze Begleitmusik sein soll, mit der man sich schmücken kann, und dennoch hohe Kosten für die Markteinführung trägt, da geht man halt nicht hin. Die Banken mögen auf Apple warten, doch Apple wartet vor allem auf die Banken.

UK wurde auch kein Fintech-Hub durch Blockieren, Hinauszögern und Konservieren alter Geschäftsmodelle. Und so habe ich auch gewisse Zweifel, ob beim Brexit nicht bloß die Krümel für Deutschland abfallen werden.

Je nach Institut gibt es verschiedene Anforderungen und Funktionalitäten für den basic bank account. Einige wollen das Original des Reisepasses per Post eingesendet bekommen, wovon ich nur dringend abraten kann. Andere wollen eine beglaubigte Übersetzung fremdsprachiger Dokumente. Einige Institute stellen nur eine einfache Debitkarte aus, andere eine voll funktionstüchtige mit kontaktlos und Apple Pay. Vergleich macht reich!

Man muss definitiv Geduld haben – ein Eröffnungsprozess kann mit etwas Pech etwa wie folgt aussehen:

19. September 2016: Antrag online ausgefüllt und gleichtägig zur Post gebracht.
28. September: Benachrichtigung der Bank trifft ein, dass der Antrag erhalten wurde und man sich zurückmelden werde.
5. Oktober: E-Mail: „Thanks for your interest in a *** current account. Your request has progressed to the next stage, and you will receive a letter explaining the next steps.“
8. Oktober: Die Postlaufzeiten von UK ins europäische Ausland betragen meist 3-4 Tage. Eine Einladung war dementsprechend nun im Briefkasten mit einer Frist zur persönlichen Vorstellung in einer Filiale bis 30. November 2016.
4. November: Erste Identifikation in einer Filiale. Scans von Reisepass und Proof of address wurden gemacht.
Ende November: Da bisher nichts ankam, Telefonat mit Head Office. Es stellt sich heraus: der passport scan sei really blurry und die Nummer passe nicht zu der auf dem Antrag angegebenen (die zur National ID gehöre), ich solle bitte nochmals kommen.
5. Dezember: Morgens neue Identifikation in einer Filiale mit National ID und Passport und Proof of Address. Der Banker war anfangs skeptisch, da die Frist ja abgelaufen sei, nach Erläuterung des vorherigen Ablaufs und Telefonats machte man aber eine Ausnahme. Nachmittags Anruf vom Head Office, dem der neue Identifikationsversuch noch nicht klar war, dem ich die Situation aber erklären konnte.
8. Dezember: E-Mail mit Hinweis auf ein neu eingerichtetes Konto, mit Kontonummer und Kundennummer. Debitkarte und Zugangsdaten zum Onlinebanking sollen folgen.
9. Dezember: Erste Überweisung auf das neue Konto über einen Überweisungsdienst
10. Januar 2017: Mail mit Benachrichtigung für den ersten Kontoauszug online kam, jedoch bisher noch keine Karte oder Zugangsdaten. Anruf bei Institut – „Sie sind ja gar nicht für Online-Banking angemeldet, ich werde Ihnen einen Kartenleser und Login-Daten zukommen lassen“
Mir wurde die Wahl gelassen, ob ich die Karte sperren lassen will, die kommen in Batches heraus und es war Weihnachten. Entscheidung: Karte nicht sperren, noch 2-3 Tage warten.
16. Januar: Das wird nix mehr. Also nochmals angerufen. Es stellt sich heraus, dass die ausländische Adresse irrtümlich als BFPO (British Forces Post Office) eingepflegt wurde. Kein Wunder, dass das nicht ankommt! Es handelte sich jedoch um eine Privatadresse und niemals wurde etwas anderes bei der Antragstellung angegeben.
18. Januar: Abends ein entgangener Anruf aus ***, was auch immer sein soll. Was wichtig ist, kommt zweimal? Bisher nichts.
20. Januar: Karte da! Einrichtung von Android Pay (Kartennummer eingeben plus Bestätigungs-E-Mail) funktionierte sogleich.
21. Januar: Erste Bezahlung mit Android Pay – erfolgreich! Nur Kartenleser und Online-Banking-Brief lassen immer noch auf sich warten.
25. Januar: Ein Brief mit Warnung, dass verdächtige Transaktionen (wie sich am Telefon herausstellt: Google Services & Revolut) entdeckt wurden und der Karteneinsatz eingeschränkt wurde. Nochmals angerufen in ***, nachgehakt. Der Kartenleser sei wohl am 23. Januar verschickt worden, er müsste also in Kürze ankommen. Man werde auch noch der Sicherheit halber einen weiteren PIN-Brief auf den Weg bringen.
28. Januar: Es treffen PIN-Brief und Kartenleser (letzter in einer zerdrückten Pappschachtel, die von der Post in einen Plastikbeutel umgefüllt wurde) ein. Paym eingerichtet, Online-Banking eingerichtet, mit der Karte (gesteckt) erstmalig im Handel bezahlt.

Es hat 4 Monate gedauert, bis dieses Basiskonto endlich zum Laufen gebracht wurde.

Heute reden wir über fünf weitere Eigenschaften, die unser Potential begrenzen. Die ersten fünf finden sich hier.

1) Falsches Verständnis von Fair Play.
Der Gedanke des Fair Play – ein Grundstein einer funktionierenden Gesellschaft – wird viel zu oft fälschlich als „allen soll es gleich schlecht gehen“ interpretiert statt als „jeder soll gewisse Startchancen haben, aus denen er sein Bestes machen kann“.

Ein Beispiel: Das „Policing“ wird im deutschen Rechtssystem vermehrt an Private ausgelagert. Nun hat das natürlich einen gigantischen Beigeschmack, da diese kein öffentliches Amt bekleiden, anders als eine „Trading Standards“-Behörde, welche zumindest offiziell-formell neutral sollte. Da hat man natürlich seine Präferenzen. Ich erinnere an den Konflikt zwischen Ryanair und der „Wettbewerbszentrale“.

Will irgendein Café in irgendeiner Bankfiliale im Berliner Stadtzentrum mal „Card only“ arbeiten – eine wahrhaft opferlose Geschichte angesichts des speziellen Appeals und der Lage mit viel Konkurrenz -, sagt irgendein Hausmeister Krause im Zweifel erst mal: „Wir stecken das mal meinen Anwälten, darf der das überhaupt?

In Berlin wird übrigens ein europarechtswidrig hohes Zahlungsmittelentgelt bei unbar bezahlten Taxifahrten (1,50 EUR unabhängig von Scheck, girocard, Kreditkarte, Rechnung, unabhängig von den real oft niedrigeren Kosten) laut dem Landestaxitarif erhoben. Da entstehen tatsächlich finanzielle Schäden bei Verbrauchern, aber man schaut man doch weg, denn das sind ja die Guten. Auch wenn immer über das ach so rechtswidrige Verhalten von Uber und anderen neuartigen Diensten genörgelt wird.

Berliner Taxi bewirbt die Akzeptanz der obskuren Alternativwährung "Pam". (Februar 2015)
Berliner Taxi bewirbt die Akzeptanz der obskuren Alternativwährung „Pam“. (Februar 2015)

2) Über Geld reden ist tabu.
Wer viel Geld hat, ist irgendwie anrüchig. Der muss es durch unlautere Mittel erlangt haben oder wie auch immer – besser, wir sprechen nicht darüber.

Das „Geld ist tabu“-Muster betrifft aber nicht nur die ältere Generation, die noch nicht mit Onlinebanking, Kreditkarten usw. als Alltagserscheinung aufgewachsen ist. Finanzielle Wissenslücken gibt es auch bei jungen Menschen auf alarmierendem Niveau und es ist nicht selten, dass junge Menschen durch Handy, Auto, was auch immer in einen Schuldensumpf geraten.

Das Problem ist keineswegs „zu viel Kapitalismus“ im Bildungswesen, sondern eher zu wenig Kapitalismus. Viele Eltern können den richtigen Umgang mit Finanzdienstleistungen nicht vermitteln, da sie es kaum besser wissen. Es gibt Nationen, in denen das Selbstverständnis von Schule auch beinhaltet, auch schwere Defizite des Elternhauses auszugleichen. Im Zeitalter zunehmend diverser Schülerschaften darf auch Deutschland sich dem nicht mehr entziehen. Durch die vielleicht gut gemeinte und natürlich nicht gut gemachte „kapitalismusfreie Zone Schule“, in der man bewusst nicht über Geldanlagen, Kredite, Bankwesen usw. redet, wird ganz aktiv in Deutschland eine bildungsmäßige Klassengesellschaft durch die Hintertür geschaffen.

Verantwortungsvoller Umgang mit jungen Menschen sieht anders aus. Auch ist das Problem bei überschuldeten Menschen keineswegs „die böse Bank“ oder „der böse Kredit“ allein, wie es die verbreitete Opfermentalität oft suggeriert – denn: it takes two to tango!

3) Internationalismus ja bitte. Aber nicht zu viel.
Bei Siemens, Eon und Dr. Oetker ist man sich einig, daß in Deutschland allein die Qualität eines Bewerbers zählt. Harald Ständer von der Personalabteilung der Commerzbank schränkt allerdings ein wenig ein: ‚In Ostdeutschland würde ich auch einen Filialleiter Kevin einsetzen.‘“ (FAZ.net)

Zwar ist der Artikel schon ein paar Jahre alt, Reste dieser Mentalität haben sich mit Sicherheit bis heute gehalten. Aber nein, man ist nicht deswegen schon weltoffen, weil man ab und zu Kebab statt Bulette und Pommes Schranke isst.

Hält sich vornehm zurück: Selbstbedienungskasse in einem Tesco-Supermarkt in London (2014).
Hält sich vornehm zurück: Selbstbedienungskasse in einem Tesco-Supermarkt in London (2014). Man beachte auch das Einwegbesteck, das komfortabel griffbereit an der Kasse liegt, für Kurzentschlossene!

4) Rang wird für wichtiger gehalten als Kompetenz.
Große Arbeitgeber verwenden während Bewerbungsverfahren für Absolventenstellen sogenannte „situational judgement tests“ – in diesen soll das Verhalten des Kandidaten in bestimmten Situationen abgeklopft werden. Doch nicht nur für Führungskräfte ist das wichtig. Man sieht in Kundenservicejobs die ganze Zeit überfordertes Personal, wie in vielen anderen postsozialistischen Staaten, so auch in Deutschland.

Wollte ein Kunde etwa mit seiner kontaktlosen Bankkarte zahlen, wurde ihm dieser Wunsch in den Anfangsjahren von PayPass und payWave oft selbst dann abschlägig vom Personal beschieden, wenn der Laden die Akzeptanz online positiv bewarb, im Brustton der Überzeugung, „dies ist mein Arbeitsplatz und ich weiß, was geht und was nicht“. Der Kunde wird teilweise eher als Objekt einer Sozialleistung behandelt anstelle als zahlender Nutzer einer Dienstleistung. Es wird nicht akzeptiert, dass ein „Auswärtiger“, „Fremder“ sich erdreistet, möglicherweise mehr Kompetenz zu haben und noch zu zeigen, statt sich als Beobachter dem Zauber der Kasse zu fügen.

Gelegentlich hört man sogar „Dann müssen Sie halt bei der Konkurrenz kaufen“ oder „setzen Sie sich doch selbst hierher“ – ein Zeichen fehlender Umgangsformen und nicht nur dem Kunden, sondern auch dem Arbeitgeber gegenüber höchst unprofessionell. Hier ist es oft leicht entwaffnend, wenn Sie z.B. „ich war auch mal in dieser Branche tätig“ anbringen. Sie müssen Ihren Lebenslauf nicht vorzeigen, seien Sie einfach standfest.

Unrealistische Verbesserungsvorschläge kann man auch als Verkäufer im Laden elegant und halbwegs höflich abbügeln, und sei es nur ein „interessant – darüber haben wir noch gar nicht nachgedacht – ich werde das an den Chef herantragen„. Sie müssen es ja nicht tun. Aber zeigen Sie nicht offene Verachtung dem Kunden gegenüber, das ist fehlender Professionalismus.

Man muss sich – wie es Rafał Ziemkiewicz auch in seinem Bestseller „Polactwo“ beschrieb – auch von dem Gedanken lösen, dass derjenige moralisch höher steht, der das operative Tagesgeschäft erledigt, als der Planer, Akademiker oder Visionär. Beide erfüllen nämlich eine gleichermaßen wichtige Aufgabe und bedürfen gegenseitiger Wertschätzung.

5) Fehlende Diversifizierung – Normcore, alle drängen in die „Mitte“ und haben Angst, irgendwo draußen Nischen zu finden.
Das sieht man in der Politik derzeit ganz deutlich. Fairerweise muss man sagen, dass dies kein ausschließlich deutsches Problem ist. In Belgien und Österreich hat man gesehen, was mit ewig kleiner werdenden großen Koalitionen irgendwann passiert – die Extremisten werden beinahe (und sind vielleicht bald tatsächlich) mehrheitsfähig.

Man sieht es aber auch jenseits der Politik.
Sparkassen und Volksbanken, aber auch andere Filialbanken leiden am „Badewanneneffekt“. Das heißt, dass zwar Schüler und die ältere Generation ihrem Institut vor Ort treu bleiben, die jungen und international mobilen Berufstätigen aber zu billigen Direktbanken wechseln.

Hier heben Deutsche-Bank-Kunden günstig ab: Geldautomat von Barclays in London (2014).
Hier heben Deutsche-Bank-Kunden günstig ab: Geldautomat von Barclays in London (2014).
Doch woran liegt das? Die Produkte sind oft regional gebunden. Im Grunde liefern viele deutsche Institute eine sehr einfache Produktpalette, kaum mehr Wahlmöglichkeiten als bei Direktbanken, aber mit eher unbefriedigenden Möglichkeiten, etwa im Ausland günstig an sein Geld heranzukommen. Ein polnisches Institut hat meist eine wesentlich breitere Produktpalette und ist auslandsaufenthaltsfreundlicher.

Die Deutsche Bank ist seit vielen Jahren zurecht Mitglied der Global ATM Alliance. Doch warum haben die Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland nicht z.B. eine Allianz mit BPS- und SGB-Banken in Polen, mit Crédit Mutuel in Frankreich oder mit der Bausparkasse Nationwide in Großbritannien geschlossen, die ja eigentlich auch ihre „Brüder“ sind? Stattdessen vertreiben sie die Kunden im mobilsten Alter durch ihre Passivität in Richtung DKB und comdirect, sobald es ans Erasmus-Auslandssemester oder auch an die mehrmonatige Fortbildung im Ausland geht. Das Dumme ist, dass sie dann dort auch bleiben.

Aber auch bei kleinen Dingen hakte es. Ich esse Softgrain bread – Weißbrot mit Körnern – für mein Leben gern. Es ist weich und fluffig wie Weißbrot und hat Biss. Ich brauche nicht Brot von fünf Marken, das im Grunde gleich schmeckt. Mir würden zwei reichen mit einer tieferen Auswahl. Das finde ich eher in Polen oder UK als in Deutschland. Der Einzelhandel hat es aber inzwischen jedenfalls ansatzweise verstanden. Aldi und Lidl haben ein eingeschränktes Sortiment, in ihren Kernkompetenzen liefern sie aber durchaus solide Qualität, wie eben die Direktbanken. Man geht aber trotzdem auch zum durchschnittlich teureren Rewe, weil man eine etwas breitere Auswahl und „exotischere“ Produkte haben möchte. Und sei es, um im Finanzsprech zu bleiben, eine vor Ort geprägte Kreditkarte.

Die Angst vor dem First-Mover-Nachteil muss endlich überzwungen werden. Proaktive, nicht reaktive Marktentwicklung ist erforderlich. Einen Vertreter eines großen Geldinstituts gefragt, warum die Konzernschwester in Osteuropa schon lange eine HCE-App für mobiles Bezahlen hat, aber Deutschland nicht, bekam ich die Antwort, „Nein, der erste, der das macht, verbrennt Geld“. Man reitet das sterbende Pferd weiter, bis die Ineffizienzen nicht mehr zu übersehen sind.

Epilog
Wir haben eine Reise durch die deutsche Seele angetreten und beendet.
Was bleibt? Man muss sich in Deutschland von „Kartoffeltum“ und der verbreiteten Opfermentalität – der Überzeugung, man sei ein Opfer der Umstände ohne Kontrolle – emanzipieren und eine Gestaltermentalität annehmen. Nur so können sich Gesellschaft und Wirtschaft in Richtung Weltniveau entwickeln und dem internationalen Wettbewerb stellen, der eine unbestrittene Tatsache ist.

Nehmt Professionalismus an. Übernehmt Verantwortung für die Arbeit, die ihr tut. Stellt an euch selbst nicht niedrigere Ansprüche als an euer Umfeld. Nicht vergessen: Schlechte Laune steckt genauso an wie gute und frisst sich durch.

Five German character traits that limit our potential – 5 cech mentalności niemieckiej, które ograniczają nasz potencjał

Inspiriert von Mateusz Grzesiak (Psychologe und Coach), der einen Artikel unter dem Titel „Polentum oder Polackentum?“ schrieb – einen Bericht über traditionelle Werte in Polen und über eine extreme und negative Form von ihnen -, musste ich auch etwas über deutsche Eigenschaften schreiben. Ähnlich wie in Polen gibt es auch in Deutschland einen schmalen Grat zwischen „deutschen Tugenden“ – den positiven Seiten der örtlichen Mentalität – und „Kartoffeltum“ – den negativen Seiten.

Positiver deutscher Wert: Bewusster Konsum (auf Kredit nur langfristige Anschaffungen wie Haus oder höchstens noch ein Auto, nicht aber eine Kreuzfahrt – wenn sich die Situation verengt, kann man ersteres immer noch loswerden).

Negatives Kartoffeltum: Vorverurteilung von anderen, ohne ihre möglichen Gründe recherchiert zu haben („In Germany they pay cash because they have the cash in their account. In the USA they have to pay with credit because they have to keep up with Donald Clinton and Hillary Trump.“ – M. E. auf Facebook; „at an ‘Academics Anonymous’ meeting, I was told vociferously by one of the attendees that the ‘British way’ of buying things on credit cards was so much worse than the German way of buying in cash again highlighting the German superiority“ – D. Mueller, Middling transnationalism and translocal lives: young Germans in the UK, 2013, S. 193)

Keine Kartenzahlung - Gastronomie Messe Berlin
Keine Kartenzahlung – Gastronomie Messe Berlin
1) Fehlender Erfolgshunger: Die Abwesenheit akuter Probleme gilt bereits als Idealzustand.
Ja, in Deutschland lebt es sich entspannter als in Amerika oder auch in Polen. Man muss nicht so hart arbeiten, und hat ein ruhiges und nicht schlechtes Leben. Aber „deutsche Gründlichkeit“, das war mal. Heute ist gut genug, was nicht schlecht ist. Neue Technik? Verkehrsinfrastruktur ausbauen? Geh mir wech damit. Wir folgen dem Irrglauben, dass neue Infrastruktur unanständig sei und das Verkehrsaufkommen gering gehalten werden könne so wie in unserer Jugend. Ein neuer Aufzug braucht halt 10 Monate, stört keinen, Entschleunigung ist Trumpf. Ist ja nicht so, dass man etwas gegen exzessiv lange Baustellen tun könnte.

Nur: Ein Unternehmen, in das man 20 Jahre nicht investiert, ist vielleicht schuldenfrei, aber trotzdem wertlos. Und wenn die einheimische Infrastruktur kaputtgespart ist, kann man kaum glaubwürdig die (ausschließlich) für den Export produzierte Hochtechnologie verkaufen.

Wenn Probleme doch auftauchen, fallen Interimslösungen zur Schadensbegrenzung ironischerweise auch schwer. Es wird diskutiert, bis jeder Bedenkenträger befriedigt ist, auch wenn die Nachbarn dann zehn Jahre weiter sind und der Netzausbau eher auf deutscher und nicht auf polnischer Seite ein Problem ist. Das gilt nicht nur bei der Infrastruktur. Bei der inneren Sicherheit zeigt sich der reaktive (nicht proaktive) Charakter genauso (das Staatsversagen bei der Kölner Silvesternacht ist ein Extrembeispiel).

Tesco Extra in der 400.000-Einwohner-Stadt Szczecin (PL): geöffnet 24/7
Tesco Extra in der 400.000-Einwohner-Stadt Szczecin (PL): geöffnet 24/7
2) Fehlendes Einfühlungsvermögen: Mein Bedarf ist der Maßstab für deinen Bedarf. Deine Sonderwünsche sind unanständig.
Insgeheim verachtet der Anhänger des Kartoffeltums niemanden mehr als seine unmittelbaren Mitmenschen. Das amerikanische Verständnis vom „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ – erlaubt ist, was nicht ausdrücklich verboten ist – kennt er nicht. Du bist zu schlecht, um (damals in den 1990ern noch vor 18.30 Uhr, heute eben jenseits von Sonntagen) deine Einkäufe „rechtzeitig“ zu machen. Komm damit zurecht, ich kann das. Ist dein Pech, dass du vielreisender Selbstständiger bist und nur zu Randzeiten Zeit hast, wärst du ein anständiger Beamter geworden wie ich…

Dass hinter diesen Regelungen kein Naturgesetz, sondern eine von Menschen gemachte, willkürliche Einschränkung steht (für die derzeitigen Mitarbeiter vielleicht nett, hält aber andere aus der Beschäftigung fern – also gerade keine Solidarität), darüber reden wir besser nicht. Du willst doch nicht unsere großen gesellschaftlichen Errungenschaften in Frage stellen.

Wer möchte schon eine DVD für 5 Euro mit Karte zahlen? Dass andere möglicherweise ihre ganz eigenen Gründe dafür haben, wenn sie etwa mit dem mobilen Banking budgetieren, kann mir egal sein. Weil „das macht man halt nicht“, „das ist man nicht gewöhnt“ und „nicht so üblich“. (Nun gut, auch der aufrechte Gang war bei unseren auf Bäumen lebenden Ur-Vorfahren nicht so üblich, aber so weit reicht unsere Erinnerung nicht.)

Und doch kommt es vor, dass Unternehmen wie Amazon die Kaufkraft den Innenstädten entziehen, weil der neumodische Komfort manchmal alte Verhaltensmuster übertrumpft… und die Krokodilstränen der Etablierten werden im öffentlich-rechtlichen Fernsehen geweint. Aber es besteht Hoffnung, es war schon mal schlimmer. Es gab Zeiten, da war es stellenweise tabu, Wäsche am Sonntag aufzuhängen (warum auch immer, gerade an diesem Tag hat man doch Zeit – war es religiöser Fundamentalismus oder eben doch eine verbreitete, offene Verachtung der Mitmenschen? (edit: dies wird teilweise dem Lutheranismus zugeschrieben)). Hier hat sich „Mind your own business“ zurecht durchgesetzt.

Videoüberwachter Warteraum im Bahnhof Gatwick Airport (UK) mit Bücherregal und daran angebrachter Spendendose
Videoüberwachter Warteraum im Bahnhof Gatwick Airport (UK) mit Bücherregal und daran angebrachter Spendendose. Etwas Misstrauen erlaubt mehr Vertrauen.
3) Falsche Verteilung von Vertrauen: Wir vertrauen blind, aber es muss ins Schema passen.
Anders als das individuelle Vertrauen ist das institutionelle Vertrauen in Deutschland sehr groß. Es gibt keine Ticketschranken im öffentlichen Verkehr, Kartenzahlungen werden größtenteils mit Unterschrift statt mit PIN abgewickelt, der öffentliche Raum wird kaum überwacht.

Aber es sind nicht alle Menschen von Natur aus gut. Dafür haben die Anhänger des Kartoffeltums aber auch eine Lösung. Wenn man aus dem Rahmen fällt, dann ist das Vertrauen plötzlich null. Spricht man schlecht Deutsch oder ist sehr jung, dann wird bei der Bezahlung mit Unterschrift nach dem Ausweis gefragt, oder gar bei Alltagsgeschäften der Service verweigert. Selbstständige (wenn sie nicht gerade Arzt sind) sind bei vielen Finanzinstituten selbst mit ihrem Privatkonto unerwünscht – obwohl bekannt ist, dass kleine Unternehmen das Rückgrat einer innovativen Wirtschaft sind. Es regiert in gewisser Weise der Nasenfaktor. Dass der schlechte Laune verursacht und bei den Zurückgewiesenen wiederum für Misstrauen sorgt, ist halt ein Kollateralschaden.

Es ist sogar nicht endgültig gerichtlich geklärt, ob Beweise von Dashcams zulässig sind. Es ist also denkbar, dass ein zu Unrecht verunfallter Verkehrsteilnehmer zahlen muss, weil der gegnerische Versicherungsbetrüger nicht hätte aufgenommen werden dürfen. (Wenn die Polizei aber zu Unrecht ein Haus stürmt, ist das natürlich etwas ganz ganz anderes. Denn das sind ja die Guten.)

Die andere Lösung ist gleichmäßiges, geringes Misstrauen gegenüber allen. Das heißt, Kartenzahlung immer mit PIN. Oder eben starke Polizeipräsenz. Ein Kollege ließ neulich an einem Londoner Bahnhof seine Einkaufstüte mehrere Minuten lang unbeaufsichtigt im Außenbereich einer Bahnhofskneipe. Als er sich daran erinnerte, war sie immer noch da. Dieser fremde Ansatz beruht auf dem Bestreben, im Gegenüber keine unangenehme Situation zu erzeugen, alle gleich vertrauensvoll oder gleich misstrauisch zu behandeln und nicht unnötig Brücken für eine zukünftige Zusammenarbeit abzubrechen. In einer immer stärker vernetzten Welt durchaus sinnvoll.

4) Falsch interpretierter Gemeinschaftsgeist: Lieber soll’s die Regierung richten.
Gemeinschaftsgeist ist so ein großes Ding, sagt man. Ein Anhänger des Kartoffeltums fühlt mit dem armen Gastronomen mit, der die 0,5% Kartenzahlungsprovision für die Bank fürchtet und vermutlich einen Teil seiner Umsätze am Finanzamt vorbei macht, und geht zum kostenpflichtigen Geldautomaten nebenan. (Den Hoeneß findet man natürlich pfui, aber „wenn der Kneipier bescheißt, ist das okay, die Steuern sind eh zu hoch, da kommt ein ganz entspannter Schnitt bei rum“ – was ist damit, dass seine ehrlichen Kollegen einen Wettbewerbsnachteil erleiden? Ganz abgesehen von „Fair play“ ist es irre, sich als Unternehmer mit solchen Dingen erpressbar zu machen (vgl. Teil V dieses Artikels).)

Man fühlt mit dem armen Kassenpersonal im Supermarkt mit, auch wenn es oft Studenten sind, die zu Randzeiten arbeiten können, dafür bezahlt werden und das nicht als obskures unbezahltes Hobby pflegen. Manch einer trauert den Zeiten nach, als die Läden früh schließen müssten (und solchen Leuten eventuell gar keinen Job bieten konnten). Böse Zungen sprechen von einer Art Stockholm-Syndrom, an dem viele deutsche Verbraucher leiden würden. Von echtem Gemeinschaftsgeist müssten vielmehr alle Involvierten profitieren. Diesen findet man in Deutschland zu selten.

Eine „Association of British Commuters“ sammelte über 25.000 Pfund, um einen Rechtsstreit mit dem Verkehrsministerium wegen monatelanger Schlechtleistungen im Schienenverkehr im südlichen Großraum London zu finanzieren. Die Berliner haben zwar 2009-13 ähnlich unter dem Staatsmonopolisten DB S-Bahn Berlin gelitten, nur wählte man die selben Politiker nochmals. Man bekam kein bürgerschaftliches Engagement zusammen. Der nordostdeutsche Schlechtleister hat übrigens zu attraktiven Konditionen eine Vertragsverlängerung bekommen. So viel zum Thema „Die Regierung soll’s richten“.

Kunstfreiheit in Berlin
Kunstfreiheit in Berlin
5) Falsches Freiheitsverständnis: Verwahrlosung gilt als besondere Form der Freiheit.
Anti-social behaviour is not easy to define, although people generally recognise it when they see it.“ (Assistant Chief Constable Alan Pacey, ACC Territorial Policing & Crime, British Transport Police)

Gut, Ellis Atlantikinsel ist in Sachen Überwachung ein Sonderfall und der Zustand dort nicht so ganz erstrebenswert. Ein Gegenteil findet man jedoch in Deutschland, wo Freiheit und Verwahrlosung miteinander verwechselt werden. Es ist ein mutiges Freiheitsverständnis, wenn bereits morgens Trinker sich an einem S-Bahnhof versammeln, herumpöbeln und Müll durch die Gegend werfen, der unbeleuchtete Kampfradler freie Fahrt für freie Bürger reklamiert oder man den offenen Handel harter Drogen (sogar sonntags!) damit zu „bekämpfen“ versucht, dass man sagt, bitte verkauft nicht an Kinder.

Neben der „Freiheit zu“ gibt es aber auch eine „Freiheit von“, die den einzelnen Bürger vor Übergriffen durch eine fette Staatsbürokratie und auch durch andere Bürger schützen soll. (Dass ein anderer im privaten Umfeld etwas tut, was meinen Überzeugungen widerspricht, ist noch kein Übergriff auf mich, sofern er meinen persönlichen Rechtsgütern keinen Schaden anrichtet.) Natürlich muss ein Hundehalter irgendwann auch ein Knöllchen aufgedrückt bekommen, wenn er seinen Begleiter sein großes Geschäft bevorzugt in Spielplätze machen lässt und damit ein Gesundheitsrisiko schafft. Aber dafür ist die Staatsmacht nicht präsent genug. Lieber sanktioniert man den Onkel-Mehmet-Laden, der sonntags Getränke an Touristen verkauft. Die Furcht vor Autoritätsausübung in einem Bereich versucht man durch irrationalen Eifer in anderen „gefahrlosen“ Bereichen wettzumachen, denn Ordnung muss ja sein. Das klappt nicht immer und manche wenden dann eben Selbstjustiz an.

Lesetipp: Polactwo (von Rafał Ziemkiewicz)
Lesetipp: Polactwo (von Rafał Ziemkiewicz) – für der polnischen Sprache mächtige Leser
Bonus: „Geh doch nach drüben“
In Polen ist man sich bewusst, dass noch nicht überall der ideale Zustand erreicht ist. Der Pole nimmt sich und seine Umgebung selber auf die Schippe, siehe die Bilder auf Demotywatory und im restlichen polnischen Social Web. Aber probiere ruhig mal aus, einem überzeugten Anhänger des „Kartoffeltums“ seinen Glauben zu nehmen. Die Reaktion wird in 9 von 10 Fällen sein: „Geh doch nach drüben, wenn es dir hier nicht gefällt“. Klar, man kann keinen zu seinem „Glück“ zwingen, aber es ist eine interessante Beobachtung.

Das „Kartoffeltum“ ist in gewisser Weise eine überzogene Form, steht aber oft auch im Gegensatz zu den „alten deutschen Tugenden“ wie Fleiß, Schaffenskraft und Disziplin. Längst nicht jeder Deutsche ist Anhänger des „Kartoffeltums“. Pauschalurteile sind Quatsch. Aber diese genannten Effekte nimmt man in der Öffentlichkeit oft wahr, somit sind sie zumindest teilweise mehrheitsfähig. Es sind fest eingefahrene Gewohnheiten, die selten in Frage gestellt werden (und wenn doch, ist die empörte Reaktion gewiss). Es ist aber erforderlich, sie ständig in Frage zu stellen. Die kleinen Dinge richten in Summe einen großen Schaden an, da Potentiale gehemmt werden und die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung gegenüber Wettbewerberstaaten zurückzufallen droht.

Natürlich gibt es auch in anderen Gesellschaften andere Probleme und andere Fehlentwicklungen und weder Polen, Großbritannien, die USA, die Schweiz noch andere Nationen sind perfekt. Als deutschsprachiger Autor liegt mir jedoch die deutsche Situation besonders am Herzen, wofür ich um Verständnis bitte. Es handelt sich übrigens gerade bei 5) nicht um eine Eigenschaft, die man klischeehaft Deutschland zurechnet, aber dies kann möglicherweise historische Gründe haben.

Frozen yogurt paid contactlessly. London Transport Festival, 2016.
Frozen yogurt paid contactlessly. London Transport Festival, 2016.
Freunde des bargeldlosen Lebensstils haben es in Deutschland leider nach wie vor schwer. Oftmals werden nur einheimische Karten akzeptiert, oder ein unverhältnismäßig hoher Mindestumsatz gefordert (bis zu 50 Euro). Gerade in der Schnellgastronomie werden jenseits von McDonald’s und Starbucks manchmal überhaupt keine Karten akzeptiert. Hingegen ist es in Polen oder Großbritannien keine Kunst mehr, einen kleinen Frozen Yogurt auf einem Straßenfest mit Visa zu bezahlen.

Doch das Meckern in kleiner Runde bringt wenig. Einige Handlungsempfehlungen:

1) Händler direkt ansprechen
Dies sollte immer der erste Schritt sein. Gerne auch diskret per E-Mail, wenn der Kellner oder die Verkäuferin auf den Chef verweist, der leider, leider gerade nicht im Haus ist. Vielleicht weiß der Händler gar nicht, dass sich Kunden bargeldloses Bezahlen wünschen. Oder das Wissen des Chefs ist veraltet.

Kartenzahlung ist heutzutage
weder langsam (siehe kontaktloses Bezahlen mit Visa payWave und Mastercard PayPass),
noch teuer (girocard ab 0,5% Disagio, Mastercard und Visa ab 1% Disagio – Wechseln des Acquirers nach Preisvergleich kann sich gelegentlich lohnen – die beliebten „Menüschecks“ der großen Anbieter kosten hingegen bis zu 4,95% Abschlag – und wenn „keine Grundgebühr und keine lange Vertragsbindung“ Priorität hat, kann man erst mal mit einem iZettle anfangen),
noch unüblich (bei 100 Millionen girocards wird fast jeder Deutsche eine mit sich führen, viele ausländische Touristen führen vor allem Kreditkarten mit sich, und gerade bei jüngeren und weitgereisten Menschen ist der Verzicht auf bargeldloses Zahlen oftmals eher ein Problem der schwachen Akzeptanz und nicht so sehr eine Lifestyle-Wahl).

Manche Gastwirte beobachten sogar, dass sie mehr Kartenumsätze haben als branchenüblich, wenn sie in einer Gegend sind, in der nur wenige Lokale mit Kartenakzeptanz werben.

Es gibt natürlich den ein oder anderen starrsinnigen Chef, der sagt „ich bin jetzt 63 und in zwei Jahren mach ich den Laden sowieso zu“ oder „gegenüber ist die Sparkasse“ und überhaupt, „der Laden läuft doch ganz okay“ – dann kann man immer noch zu Schritt 2 übergehen.

2) Händler schlecht bewerten
Beispielsweise auf Yelp, Facebook, Foursquare oder Google kann man Bewertungen hinterlassen und auch schlechten Service von Geschäften, Gaststätten usw. kritisieren. Das wird außen stärker wahrgenommen als diskrete Mails.

3) Dem örtlichen Bundestagsabgeordneten schreiben
Den örtlichen Bundestagsabgeordneten findet man hier: https://www.bundestag.de/abgeordnete18/wahlkreise/

Schreibe dem Abgeordneten etwa, dass eine Fiskalkassenpflicht weniger „Schwarzumsätze“ bedeutet. Oder dass manche Gastwirte stöhnen, weil ihnen die Bürokraten im Finanzamt unterstellen, sie würden beim Barumsatz bescheißen, wenn sie mal mehr als 10% Kartenumsätze haben. Dass mancher Ladeninhaber eigentlich lieber „EC“ als Barzahlung sähe, weil sie auch schon mal ausgeraubt wurden, oder nicht jeden Abend kleine Münzen rollen möchten. Denn auch das Einzahlen von Bargeld ist für Geschäftskontoinhaber gebührenpflichtig und viele Bankfilialen haben keine Münzzählmaschinen.

Wenn mehr Zeit vorhanden ist: Anrufen ist noch besser als schreiben! Am besten den Mitarbeiter im lokalen Wahlkreisbüro. Oder in die Wählersprechstunde gehen.

Taxi im polnischen Szczecin (Stettin). Trotz historisch relativ hoher Interchange-Gebühren ist die Kartenzahlung in Polen sehr verbreitet.
Taxi im polnischen Szczecin (Stettin). Trotz historisch relativ hoher Interchange-Gebühren ist die Kartenzahlung in Polen sehr verbreitet.
4) Dem örtlichen Landtagsabgeordneten oder Kommunalpolitiker schreiben
Wurde eure Karte im Taxi abgewiesen? Oder nimmt der Automat für U-Bahn-Fahrkarten keine Kreditkarte? Nahverkehr wird durch die Länder, Kreise oder Kommunen bestellt. Ihr solltet bei diesen Aspekten also dem örtlichen Landtagsabgeordneten oder den Kommunalpolitikern vor Ort schreiben.

5) Der örtlichen Tourismus- oder Wirtschaftsförderungsgesellschaft schreiben
Schreibe der Tourismus- oder Wirtschaftsförderung deine Erfahrungen. In Berlin sind dies beispielsweise visitBerlin und Berlin Partner.

Vielleicht bist du weit gereist und hast Erfahrungen in den USA, England, Schweden, Finnland, Polen oder Tschechien gemacht. Was machen sie dort anders und was ist komfortabler?

Du kannst ihnen erklären, dass die vermeintliche „splendid isolation“ im Bereich Payment – in der Gastronomie, im ÖPNV, und so weiter – den Wirtschaftsstandort Deutschland als rückständig erscheinen lässt. Dass „Berlin ist billig und toll für einen Sauf-Urlaub“ kein dauerhaftes Geschäftsmodell ist, und auch sparsame Besucher nicht immer anspruchslos sind. Dass finanzstarke Investoren oder potenzielle Käufer deutscher Technik aus dem Ausland abgeschreckt werden, wenn sie „Nur-Hartgeld“-Automaten in Straßenbahnen nutzen müssen, teurere Cash-only-Gaststätten erleben, oder der Taxifahrer Kreditkarten nur widerwillig annimmt und dafür einen hohen Aufschlag berechnet.

6) Verbraucherverbänden schreiben
Ist noch ein wenig Energie übrig?

Schreibt eurer regionalen Verbraucherzentrale, wenn ihr erlebt, dass Händler Mindestumsätze oder Aufschläge für die Kartenzahlung verlangen, die überraschend kommen und nicht ausgeschildert sind. Dies könnte möglicherweise rechtswidrig sein.

Macht sie auf Probleme aufmerksam, die ihr im Alltag als Kunden erlebt. Verbraucherzentralen sammeln solche Informationen, um sie in ihrer politischen Arbeit zu verwerten und Handlungsbedarf aufzuzeigen.

Schlusswort

Es gibt viele Orte, bei denen man sich Gehör verschaffen kann. Natürlich ist Politik das Bohren dicker Bretter und es wird Rückschläge geben, in Form von nicht oder nur mit am Thema vorbeischrammenden Textbausteinen reagierender Lokalpolitiker. Aber es ist eine gemeinsame Anstrengung aller Akteure erforderlich, um Deutschland wettbewerbsfähig zu machen und von einem Transformationsland zu einem Wirtschaftsstandort auf Weltniveau im Herzen Europas zu entwickeln. Verbraucher, Banken, Händler und Politik müssen zusammenarbeiten.

Es geht hier keinem um die Abschaffung des Bargeldes. Aber der Verbraucher sollte eine Wahl haben. Wenn die Kartenzahlung bestimmten Verbrauchern mehr Komfort bietet, ist es legitim, als zahlender Kunde den Wunsch danach zu äußern.

Nochmals: Meckern in kleiner Runde zählt nicht! Dieser Beitrag soll als erste Inspiration dienen, um die nächsten Schritte anzugehen und gehört zu werden. Gemeinsam können wir stark sein.